EBOOK

Du


€ 19,99
 
gebunden
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Oktober 2010

Beschreibung

Kurzbeschreibung

Nimm einen Mann, der durch ganz Deutschland reist und keine Gnade kennt. Wo er hinkommt, bleibt niemand am Leben. Nenn ihn 'Der Reisende', mach ihn zum Mythos und fürchte ihn.

Nimm fünf Freundinnen, die erst dem Chaos die Tür öffnen und dann die Flucht ergreifen. Leg ihnen fünf Kilo Heroin und eine Waffe ins Gepäck. Nenn sie 'Die süßen Schlampen' und fürchte sie.

Nimm einen Vater, der verfolgt wird von seiner Vergangenheit und es ganz und gar nicht komisch findet, dass sein Heroin verschwunden ist. Stell dir vor, dieser Vater hat nur ein einziges Ziel: Er will die fünf Freundinnen aufhalten. Um jeden Preis. Nenn ihn 'Der Logist' und meide ihn.

Sie alle bewegen sich aufeinander zu, sie sind voller Rache und haben keine Ahnung, dass du sie beobachtest.

Zoran Drvenkar legt nach Sorry erneut einen äußerst raffiniert komponierten Roman vor. Um Freundschaft und Angst geht es - und um die dunkle Sehnsucht des Menschen nach Chaos und Grausamkeit.

Portrait

Zoran Drvenkar, geb. wurde 1967 in Kroatien, zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 20 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller. Zoran schreibt Romane, Gedichte, Theaterstücke und Kurzgeschichten über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Zoran Drvenkar lebt heute in der Nähe von Berlin.

Pressestimmen

Pressestimmen zu SORRY:

»Mehr als wahrscheinlich sogar einer der besten deutschsprachigen Thriller überhaupt. Einer mit internationalem Format. Sorry ist in jeder Hinsicht das Originellste, was deutschsprachige Autoren von Spannungsliteratur in letzter Zeit abgeliefert haben.«
Krimi-Couch

»Eine Geschichte, die beweist, wie kreativ Krimi made in Germany sein kann, wenn ein kluger, eigenwilliger und ideenreicher Kopf dahinter steckt.«
Deutsche Welle

»Sein Krimi ist einer der besten der deutsch-sprachigen Frühjahrskollektion.«
Rheinischer Merkur

»Dieser Thriller bricht mit Erwartungen und Konventionen, dass es eine Freude ist. Eine große Lesefreude sowieso.«
Die Welt
EAN: 9783550087738
ISBN: 355008773X
Untertitel: Roman.
Verlag: Ullstein Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: Oktober 2010
Seitenanzahl: 576 Seiten
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Mel.E - 20.11.2011, 14:36
Wann bist DU angekommen?
Das Buch beginnt mit dem Reisenden und endet auch mit ihm. Um die Abschnitte voneinander zu unterscheiden, gibt es immer große Überschriften, die uns anzeigen, mit wem wir es nun zu tun haben. Rute, Stinke, Ragnar, Mirko oder auch Darian. Wir tauchen ein in ihre Gedankenwelt und versuchen zu verstehen, was sie in ihrem Leben bewegt und warum sie so und nicht anders handeln. Ich sagte ja schon, was sich erst als Puzzle anfühlt, fügt sich hinterher ganz leicht ineinander. Natürlich dauerte es eine ganze Weile mit dem Buch und dem Schreibstil warm zu werden, da es so komplett anders ist als man es gewohnt ist und der Mensch ist ja nun einmal bekanntlich ein Gewohnheitstier. Wer den Film 8 Blickwinkel kennt, kann vielleicht erahnen, was ich sagen möchte. Das Buch beginnt rasant mit vielen unbegreiflichen Morden in einem Stau, danach wird es bissel lahmer, denn wir müssen Tajas Freundinnen erst einmal kennen lernen, damit in uns der Beschützerinstinkt geweckt wird, nachdem sie auf der Flucht sind vor Tajas Onkel Ragnar, denn er will Rache und nur Rache. Die Personen sind so detailliert beschrieben, daß man sie fast bildlich vor sich hat. Fassungslos müssen wir mit ansehen wozu Menschen fähig sind. Einige Leichen pflastern unseren Weg durch das Buch. Ein beklemmendes Gefühl bleibt zurück, denn das Buch endet zwar, aber lässt uns mit unseren Gedanken alleine, denn das Ende ist offen und das mag ich nicht, denn ich brauche einen Abschluss. Auch wenn ich von dem Buch wirklich fasziniert war, das offene Ende lässt mich fast einen Stern abziehen, aber auch nur fast. Von mir eine Leseempfehlung an die, die gerne puzzlen und verwirrt sein möchten. Im Nachhinein lohnt es sich das Buch zu lesen, obwohl ich ein paarmal abbrechen wollte, da ich den Sinn nicht kapiert habe, aber nachdem sich die Mädchen auf der Flucht befinden ist jede Seite voll von Spannung und Atemlosigkeit, daß es kaum zum Aushalten ist! Ich bin entsetzt über die Skrupellosigkeit mancher Menschen, aber genau dieses ist es, was das Buch zu etwas Besonderen macht, denn es beängstigt, man leidet mit, man rennt, flieht und hofft. Die Wahrheit die sich dann letztendlich hinter allem verbirgt ist so widerwärtig, so schockierend, damit habe ich nicht gerechnet. Hier verbirgt sich letztendlich eine echte Familientragödie, in die die Mädchen, die Taja Freundinnen sind nur hereinschlittern, weil sie eben Freundinnen sind.
por - 10.01.2011, 11:06
Fluchtgefahr
Zunächst erscheint es als ob hier einige Geschichten ohne Bezug zueinander auf den Leser einfallen. Erst nach fast 200 Seiten erkennt man die Zusammenhänge die die Personen untereinander aufgebaut haben oder bereits von Geburt an bestehen. Eine Klammer über die einzelnen Abschnitte bildet einer der Erzähler, dessen Massenmorde emotionslos geschildert werden. Er wird der Reisende genannt und erst ganz am Schluss aktiv in die Handlung eingreifen. Vorab stellt uns Zoran Drvenkar aber eine Gruppe junger Mädchen vor, die in Berlin leben und gerade ihre Grundschulausbildung beenden. Sie sind jung und wollen das Leben genießen. Dabei geraten sie ins Mahlwerk von Verbrechen, Drogen und Mord. Rasch werden einem die Fünf sympathisch und man hofft, dass sie unbeschadet aus diesem Strudel von Gewalt entkommen können. Sie kommen sie in den Besitz von einigen Kilogramm reinem Heroin und werden beim Versuch dieses wieder loszuwerden vom lokalen Drogenboss Ragnar durch Norddeutschland bis nach Norwegen hinauf verfolgt. Diese Flucht zieht eine blutige Spur nach sich, da der rachsüchtige Ragnar jeden tötet, der Umgang mit den Mädchen hat. Am Ende stehen alle vor den Trümmern eines alten Hotels und man weiß nicht wer überleben wird. Zoran Drvenkar 1967 in Kroatien geboren und seit den 70igern in Berlin zuhause hat bereits einige Thriller geschrieben (Sorry 2009). Mit DU gelingt ihm ein Krimi mit antikem Charakter. Vatermord, Rache und die abenteuerliche Reise zurück zur Heimat erinnern an die griechischen Epen (Elektra, Orestie, Odysseus) und werden hier neu interpretiert. Seine Art des Erzählens schafft weiters eine Distanzierung des Lesers von der Handlung. Jedes Kapitel wird aus der Sicht eines Darstellers erzählt. Dadurch werden Brüche in der Handlung durch die Perspektive einer andern Person wieder geglättet. Alles ist in Schwebe, jeder berichtet aus seiner subjektiven Sicht. Der Leser muss sich die einzelnen Abschnitte als Puzzle vorstellen und in seinem Kopf zu (s)einem Ganzen zusammenführen. Durch die ersten hundert Seiten muss man sich durchkämpfen, man versteht die Geschichten nicht, die erzählt werden, da der Überblick fehlt. Erst dann kennt man die Verbindungen und mit jeder weiteren Seite steigt der Lesegenuss.
lenchen_196 - 04.01.2011, 16:11
Nicht ich und nicht er, sondern DU
Der Roman DU besteht aus drei Erzählsträngen, die der Autor genial zusammenführt, was aber nur am Ende der Geschichte völlig klar wird. Natürlich, sonst wäre es ja nicht so spannend! Ein gefühlloser Massenmörder reist durch das Land und tötet in regelmäßigen Abständen Fahrer, die im nächtlichen kilometerlangen Stau stehen, oder die Bewohner ganzer Dörfer. Es gibt auch einen kleinen Familienclan aus Berlin, Vater und seine zwei kriminelle Söhne, die auch ihre unglaublichen Rollen im Sujet spielen. Und dazu noch fünf freche Teenager-Freundinnen, oder der "Club der süßen Schlampen", wie der Autor sie nennt. Die sind alle in die Geschichte verwickelt und es geht rasant vor. Opfer, Täter, Drogen, Waffen, große Gelder, gefrorene Leiche und gestohlene Autos, von allem gibt es genug in diesem Roman und darum kommt es manchmal fast unglaublich vor. Das Coverbild schon ist sehr interessant und birgt eine optische Täuschung (ob nun absichtlich oder nicht). Eigentlich zeigt es einen Mann mit geschlossenen Augen, wenn man das Cover jedoch aus einigen Metern Entfernung anschaut, scheint es so, als sähe er einem direkt in die Augen. (Und das mit grusligen weißen Augen). Der Titel des Buches heißt auch nicht umsonst DU. Es ist nicht nur der Titel, sondern auch die Erzählform der Geschichte. Und genau diese Form ist etwas, was vielleicht nicht jeder so leicht annehmen kann. Ich kann mich mit keiner der Figuren identifizieren und ich will es auch nicht. Soll ich Mitleid zu einem haben und mich wie in seiner Haut fühlen? Nicht unbedingt. Mir sind alle zu kriminell ;-) Darum ärgert mich auch diese DU-Form. Es ist zwar modern und ungewöhnlich, aber auch verwirrend und nicht dringend nötig. Ich fand mich mit dieser Form der Erzählung erst nach den ersten hundert Seiten zurecht, bevor ich begriffen habe, dass es im jeden einzelnen Abschnitt um eine jeweils andere Person geht, obwohl sie alle für den Lesern DU sind. Ich musste anfangs immer ein bisschen zurückblättern, um das ganze Bild im Kopf zu haben. Nur die Bezeichnungen der einzelnen Abschnitte verraten uns, um wen es diesmal geht. Man muss die ersten (paar) Seiten wirklich überwinden. Die Story selber fand ich spannend. Stellenweise märchenhaft, was mehrere Stränge angeht - es wird im wahren Leben nie passieren, diese "zufälligen" Treffen oder der leichte Sieg der "starken" 15-jährigen Mädchen gegen Profikiller usw. Der Autor kann sich über fehlende Fantasie nicht beschweren. Aber genau deswegen lässt sich der Thriller schnell und flüssig lesen, wenn man wie erwähnt diesen DU-Aufbau der Geschichte schnell genug versteht. Die Spannung steigt von Seite zu Seite und man bekommt das Buch kaum aus der Hand, bis man es fertig hat. Der Stil ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber das Buch ist interessant zu lesen und sehr empfehlenswert für alle Thriller-Liebhaber. Das Ende bleibt mehr oder weniger offen - ob wir wohl auf eine Fortsetzung warten dürfen?
DarkAngel1985 - 05.12.2010, 10:50
Kein Buch für mich
Am Anfang des Buches hat mir der Schreibstil zugesagt, auch wenn ich das Buch durch die vielen verschiedenen Personen zu nächst verwirrend fand. Dann hörte irgendwann die Verwirrung auf. Aber ich hatte trotzdem immer das Gefühl, dass es einfach viel zu viel ist. Mir waren es zu viele Personen. Und dadurch ging irgendwann auch die Spannung verloren, und sie kam leider auch nicht wieder. Alles in allem war dies leider kein Buch für mich.
steph86xx - 18.11.2010, 17:03
DU bist außergewöhnlich
DU ist das erste Buch, das ich vom Autor Zoran Drvenkar gelesen habe. Unter dem Titel konnte ich mir anfangs überhaupt nichts vorstellen. Auch der Klappentext verwirrte mich nur. Die Handlung spielt in Deutschland und Norwegen und besteht aus drei verschiedenen Handlungssträngen: zum einen liest man über den Reisenden, einen Massenmörder, der nicht geschnappt wird; weiterhin über eine Mädchenclique, die durch den Tod des Vaters eines dieser Mädchen in Schwierigkeiten kommt und die Flucht ergreifen muss; und letztendlich über den Bruder des Verstorbenen, der ein gefürchteter, skrupelloser Alphamann im Drogengeschäft ist und sich an den Mädchen rächen will. Die Geschichte wird zu einer turbulenten Verfolgungsjagd, die anfangs jedoch etwas schleppend voranschreitet. In jedem Kapitel wird der Leser in die Perspektive derjenigen Person versetzt, die in der Kapitelüberschrift steht. Durch die persönliche Anrede in Form der 2. Person fühlt sich der Leser mittendrin im Geschehen. Da es insgesamt sehr viele Personen gibt, die in der Handlung eine Rolle spielen, ist es anfangs etwas mühsam, den Überblick zu behalten. Um dem Leser einige Hintergrundinformationen zu geben, gibt es in manchen Kapiteln einige Zeitsprünge, die zu Verwirrung führen können. Erst nach und nach finden die drei Handlungsstränge zueinander, was die Spannung während des Buches aufrechterhält. Zum Finale der Handlung hält der Autor einige Überraschungseffekte bereit. Da die Handlung mit dem Reisenden beginnt, war ich davon ausgegangen, dass dieser eine größere Rolle in der gesamten Handlung spielt. Das war leider nicht der Fall. Zoran Drvenkar hat einen flüssigen Schreibstil und passt sich in seiner Schreibweise dem Slang der jeweiligen Personen an, was ich persönlich sehr erfrischend finde. Mein Fazit: Außergewöhnlich. So ist dieses Buch, das meine Erwartungen übertroffen hat. Dadurch dass Z. Drvenkar in der 2. Person schreibt, war ich anfangs sehr misstrauisch, konnte mich aber relativ schnell mit diesem Schreibstil anfreunden. Ich hatte das Gefühl, dadurch näher am Geschehen zu sein. Die Handlung ist ebenfalls originell, obwohl ich den Handlungsstrang, der den Reisenden betrifft, nicht ganz so passend finde. Dieses Buch ist für alle, die gerne Thriller lesen und Abwechslung haben wollen. Ich vergebe vier Sterne.
Pharo72 - 18.11.2010, 09:13
DU bist immer dabei
Fünf beste Freundinnen haben die Schule hinter sich gebracht und sind neugierig auf das Leben. Doch seit einigen Tagen fehlt eine von ihnen. In letzter Sekunde erreicht Tajas Hilferuf den Rest der Mädchengang. Sie ist im Drogenvollrausch und ihr Vater liegt tot in der Tiefkühltruhe. Klar, dass die Mädchen sofort an ihre Seite eilen. Ein großer Drogenfund lädt geradezu ein, einen Deal zu versuchen, um sich den Start ins Erwachsenenleben zu erleichtern. Keiner ahnt, dass die Drogen Tajas Onkel und damit einem der größten Berliner Unterweltbosse gehören. Niemand nimmt Ragnar etwas weg. Als statt der Drogen die Leiche seines Bruders auftaucht, kennt er nur ein Ziel, die Mädchen müssen bestraft werden. Eine gnadenlose Jagd beginnt. Und dann ist da noch der Reisende, der seit vielen Jahren auf Deutschlands Straßen unterwegs ist und immer ein Meer von Leichen hinterlässt. Völlig unmotiviert, so scheint es, tötet er und kommt damit durch. Sie alle bewegen sich aufeinander zu. Gibt es einen Sieger in diesem Verwirrspiel aus Gewalt, Drogen und Lust? Nach ¿Sorry¿ erscheint nun der neue Thriller von Zoran Drvenkar. Allein das Buchcover ist schon Furcht einflößend und ebenso ist es der Roman. Wieder greift der Autor auf die etwas gewöhnungsbedürftige Erzählweise in der zweiten Person zurück. Der Leser schlüpft dadurch selbst abwechselnd in die Rollen aller Protagonisten. Dies ist gerade im Fall des Reisenden, der mit unendlicher Gefühllosigkeit einen Mord nach dem anderen begeht, schwer verdaulich. Aber gerade die Nähe zur Figur, die dadurch hergestellt wird, macht das Leseerlebnis so intensiv. Ist es anfangs noch etwas verwirrend, was alle Personen wohl miteinander zu tun haben, so kristallisieren sich bald die Beweggründe der Einzelnen hervor. Unerwartete Wendungen geben dem Buch Tempo. Spätestens nach der Hälfte kann man das Buch nicht mehr zuklappen, ohne den Showdown in Norwegen miterlebt zu haben. Dieser kommt auch mit einem großen Überraschungseffekt und lässt den Leser dennoch ein wenig ratlos zurück. Auch wenn mir ¿Sorry¿ einen Tick besser gefallen hat, ist dieser Roman ein intelligent konstruiertes Charakterpuzzle, dass in so manche Abgründe blickt und Leser, die nicht mehr mit Thrillern nach Schema F zufrieden sind, begeistern wird.
katharina1981 - 17.11.2010, 13:25
Anders, aber richtig gut...
Nimm einen Mann, der durch ganz Deutschland reist und keine Gnade kennt. Wo er hinkommt, bleibt niemand am Leben. Nenn ihn Der Reisende, mach ihn zum Mythos und fürchte ihn. Nimm fünf Freundinnen, die erst dem Chaos die Tür öffnen und dann die Flucht ergreifen. Nenn sie Die süßen Schlampen und meide sie. Nimm einen Vater, der verfolgt wird von seiner Vergangenheit und über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen. Und jetzt stell dir vor, er will die fünf Freundinnen aufhalten. Um jeden Preis. Nenn ihn Der Logist und meide ihn. Sie alle bewegen sich aufeinander zu, sie sind voller Rache und haben keine Ahnung, dass du sie beobachtest. So ist dieses Buch beschrieben, das sagt erst einmal nicht viel und doch trifft es exakt zu, wenn man das Buch gelesen hat! Ein Roman in der Du-Form, schon das ist ungewöhnlich, aber auch die Story ist sehr außergewöhnlich. Nach "Sorry" ist "Du" das zweite Buch von Zoran Drvenkar, das ich gelesen habe. Ich war damals schon von Sorry begeistert, weil es ein intelligentes, außergewöhnliches Werk ist und es ist anders... genau das ist auch bei "DU" der Fall! "Du" ist eine Story, die es in sich hat, auch der Schreibstil von Zoran Drvenkar erfordert volle Aufmerksamkeit des Lesers, sonst hat man schnell etwas vepasst. Du ist ein, aus vielen Einzelstücken, zusammen gesetztes Mosaik, das sich erst am Ende vollstädig zu einem Ganzen zusammen fügt. Zoran Drvenkar schreibt in jedem Kapitel den Ablauf der Story aus der Sicht einer anderen Person, aber die Personen erzählen nicht in der "Ich-Form" von sich, sondern du bist derjenige der handelt, du fährst gerade auf der Autobahn, du tötest, du wirst mit einer Waffe bedroht, du schießt. Du stehst immer im Mittelpunkt, du bist Stinke, du bist Taja, du bist Ragnar, du bist der Reisende. Langsam aber sicher setzt sich in diesem Buch eine spannende, temporeiche, gut durchdachte und kreative Geschichte zusammen. Sicher muss man sich an den besonderen Stil erst einmal gewöhnen, aber wenn man sich nach ein paar Seiten eingelesen hat, dann ist es ein wirkliches Lesevergnügen. Ich war von dem Buch richtig gefesselt, die Personen sind gut herausgearbeitet, in dem Verlauf des Thrillers erfährt man nie zuviel und nie zu wenig. Einige Fragen bleiben immer offen, andere Dinge werden endlich aufgeklärt, der Leser ist immer am rätseln und wird auch öfter mal in die Irre geführt. Aber was ich am meisten an dem Buch liebte, das es einfach mal erfrischend ANDERS war. Deshalb würde ich das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen, einfach lesen und schauen ob der Stil gefällt.
Yvonne de Buhr - 29.10.2010, 16:38
Spannender Psychothriller
Ein mysteriöser Serienkiller mordet scheinbar wahllos in großen Abständen. Der Vater eines Mädchens stirbt, sie dröhnt sich mit in seinem Zimmer gefundenen Drogen zu und ruft ihre Freundinnen als Unterstützung an. Ihr Onkel, der Drogenbesitzer, macht sie für den Tod verantwortlich und hetzt die Mädchenclique mit seinem Sohn und seinen Handlangern durch Deutschland und Norwegen. Immer wieder verwischen Erinnerungen, Gegenwartsschnappschüsse und zufällige Treffen der Protagonisten den Ereignisrahmen. Schließlich treffen alle zusammen und die Wahrheit war doch ganz anders¿ Ich habe fast 200 Seiten gebraucht, um in den Roman hineinzufinden. Diese Du - Perspektive macht es sehr verwirrend und wirkt nur scheinbar distanziert. Jedes Kapitel ist aus Sicht eines Charakters geschrieben und durchschnittlich 10-15 Seiten lang. Da jeder Charakter dieselbe Situation anders erlebt, mit anderen Erinnerungen verknüpft und sich teilweise auch selbst anlügt, weiß man bis zur letzten Seite nicht, was wirklich passiert ist und wer wie mit wem verknüpft. Und selbst nach dem letzten Satz kann man sich noch nicht sicher sein: Waren alle ehrlich? Durch den Du Stil simuliert Drvenkar Distanz, gleichzeitig ist die Perspektive intimer als die reine Ich-Erzählweise, da der Charakter quasi gleichzeitig von innen und von außen beleuchtet wird. Zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, machte es den Roman doch zu einem echten Leseereignis, der, sobald erstmal ordentlich Fahrt aufgenommen, kaum noch aus der Hand zu legen ist. Man muss zwar sehr genau lesen, da eine Fülle von Charakteren und Ereignissen angesprochen werden, hat man sich aber erst einmal hineingefunden, läuft ein rasantes Kopfkino ab. Nichts für zwischendurch, aber für Freunde von intelligenten psychoanalytischen Krimis mit ein paar freien Abenden definitiv zu empfehlen!
coffee2go - 23.10.2010, 18:40
DU - ein außergewöhnliches Buch mit vielen Facetten
Kurze Inhaltsangabe: Den Inhalt des Buches ¿Du¿ von Zoran Drvenkar korrekt wiederzugeben, ohne zu viel zu verraten und eigene Interpretationen hineinzupacken, ist nahezu unmöglich. Kurz zusammengefasst handelt das Buch einerseits von einer Mädchenclique, die so nach und nach immer tiefer in eine verstrickte und gefährliche Situation hineinrutscht. Der zweite Erzählstrang handelt von mehreren Personen aus dem Drogen- und Gewaltmilieu sowie Familienbanden und Verwicklungen. Es kommt ein Reisender vor, der ein Doppelleben führt und unbemerkt Massenmassaker anrichtet und nebenbei eine Familie hat. Meine Meinung zum Buch: Der Schreibstil von Zoran Drvenkar erscheint zu Beginn ungewöhnlich, es wechseln sich innerhalb von wenigen Seiten mehrmals sämtliche Schauplätze und Charaktere. Mich hat das Buch bis zum Schluss immer wieder überrascht, welche Wende die Geschichte genommen hat und auch folgende Frage stellte sich bei mir mehrmals: ¿Was wäre gewesen, wenn¿?¿ Erst am Ende des Buches finden die einzelnen Erzählstränge und Lebensgeschichten der Charaktere zueinander. Die gemeinsamen Erfahrungen der Mädchenclique nehmen im Buch einen sehr großen Raum ein und man erfährt nebenbei auch viele Details aus ihren individuellen Privatleben, die sie nicht einmal mit ihren besten Freundinnen teilen. Mich hat das Buch an manchen Stellen sehr überrascht, dann war es wiederum eine lockere leichte Geschichte unter Teenagern, plötzliche Wende ins Drogenmilieu, Familienbanden, Rache, viele Tote, kurz zusammengefasst: Ein Buch mit sehr vielen Facetten und einer äußerst ungewöhnlichen Geschichte. Cover und Titel: Das Cover finde ich ansprechend gestaltet, sodass das Buch auffällt, allerdings hätte ich eine andere Person für das Titelbild gewählt. Den Titel ¿Du¿ finde ich gut gewählt, denn die/der LeserIn wird im Buch mit ¿Du¿ angesprochen, was auch dazu beiträgt, dass der Thriller anders zu lesen ist, auf eine andere Weise die/den LeserIn anspricht und wirkt. Fazit: Du ist ein Buch, das sehr stark polarisiert: Entweder man liebt das Buch und kann es nicht mehr weglegen bis man es zu Ende gelesen hat oder man kann mit dem außergewöhnlichen Schreibstil nicht warm werden. Bei mir ist der erste Fall eingetreten. Auf alle Fälle ist es ein Buch, das auch lange nach dem Lesen noch nachwirkt und beschäftigt und von mir das Prädikat ¿absolut lesenswert¿ erhält.
Silke Schröder, hallo-buch.de - 13.10.2010, 13:46
Nichts für schwache Nerven
Schon in "Sorry" wusste Zoran Drvenkar, der sich mit Jugend- und Kinderbüchern einen Namen gemacht hat, mit einer kompromisslosen Story zu überzeugen. "Du" ist wieder so eine unerbittliche Geschichte, in der es um Rache, Freundschaft und Kompromisslosigkeit geht. Der ganze Roman ist in der zweiten Person geschrieben und transportiert durch diese direkte Sprache eine packende Unmittelbarkeit, der man sich kaum entziehen kann - ebenso wie der düsteren Atmosphäre, die bis zum bitteren Ende aufrechterhalten wird. Dabei wird die Story, frei nach Altmeister Tarantino, in jedem Kapitel aus unterschiedlicher Perspektive weitererzählt. Das macht den Einstieg zwar etwas schwierig, aber keine Sorge: schon bald zieht einen das rasante Tempo in den Sog der Geschehnisse. Und die haben es in sich, denn wie schon "Sorry" ist "Du" nichts für schwache Nerven!
Katrin Zammert - 29.09.2010, 20:05
Du
Nimm einen Mann, der durch ganz Deutschland reist und keine Gnade kennt. Wo er hinkommt, bleibt niemand am Leben. Nenn ihn Der Reisende, mach ihn zum Mythos und fürchte ihn. Eine sehr gut geschriebene spannende und interessante Geschichte. Jedes Kapitel wird in der Sicht einer anderen Person erzählt und das ¿Du¿ spielt im ganzen Buch eine große Rolle. Der Schreibstil hat am Anfang schon einige Schwierigkeiten bereitet aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Es ist mal etwas ganz anderes, etwas außergewöhnliches und die Handlungsstränge werden geschickt miteinander verknüpft. Bei diesem Buch ist man gedanklich sehr gefordert und dennoch lässt sich das Buch flüssig lesen, und fesseld von der ersten bis zur letzten Seite. Aber ¿Du¿ wirst schon herausfinden von was ich REDE. Empfehlenswert!
sabatayn76 - 26.09.2010, 12:36
Alles ist, wie es immer sein sollte
Inhalt: November 1995, nächtlicher Stau auf der A4, plötzliches Schneetreiben - und ein Mann, der von Auto zu Auto zieht und Menschen tötet. Ein Mythos wird geboren und man nennt den mysteriösen Täter Der Reisende . Eine Männerleiche, trotz Sommer gefroren, vom Bruder gefunden. Fünf Freundinnen, die füreinander einstehen und gemeinsam durch Dick und Dünn gehen. Mein Eindruck: Zoran Drvenkar verwebt die Schicksale verschiedener Personen miteinander und verlangt dabei vom Leser ungeteilte Aufmerksamkeit, denn die Kapitel werden von den verschiedenen Personen und stets in zweiter Person Singular erzählt. Du fesselt, lässt sich durchweg flüssig lesen und die Art, wie der Autor verschiedene Geschichten aneinanderreiht und wie er schließlich die Fäden zusammenführt, hat mir sehr gut gefallen. Bisweilen empfand ich seine Sprache jedoch als etwas zu bemüht innovativ und aufgesetzt kreativ, was dazu führte, dass einige seiner Schilderungen eher sinnfrei sind (z.B. Die Brötchen sind durchgeweicht, blasse Mayonnaise quillt an den Seiten hervor, als hätten die Brötchen eine Panikattacke und würden ihre Seelen ausschwitzen. ). Auch empfand ich viele Szenarien als zu unrealistisch und die Protagonisten in ihren Handlungen zu unüberlegt-unglaubwürdig. Mein Resümee: Alles in allem handelt es sich bei Du um ein sehr kurzweiliges Buch, das man mit viel Vergnügen lesen kann, solange man keinen in sich schlüssigen und stets logisch nachvollziehbaren Roman erwartet.