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Alkohol und Schuldfähigkeit


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Dezember 2001

Beschreibung

Beschreibung

Mit einem hohen Pro-Kopf-Verbrauch von über 101 Alkohol pro Jahr zählt Deutschland immer noch zu den Spitzenreitern bei den Ländern mit dem meisten Alkoholkonsum, auch wenn hier seit den 90er Jahren eine kontinu ierliche Abnahme zu verzeichnen ist. Die negativen Auswirkungen des überhöhten Konsums, besonders des langfristigen und chronischen Ge brauchs, zeichnen sich in allen für die Persönlichkeit wichtigen Bereichen ab: Körperliche, soziale und psychologische Beeinträchtigungen sind die Fol ge. Die wesentlichen alkoholinduzierten Störungen und Folgeerkrankungen wurden anhand der in den modernen Diagnosesystemen, DSM-IV und vor allem ICD-lO, enthaltenen deskriptiven diagnostischen Kriterien und ihrer Symptomatik vorgestellt und jeweils differentialdiagnostisch abgegrenzt. Unter den akuten Alkoholfolgestörungen ist die Intoxikation zu nennen, der besonders im Falle eines abnormen bzw. besonders erheblichen Rausch zustandes forensische Bedeutung zukommt. Bei den chronischen Störungen unterscheidet man den schädlichen Gebrauch von Alkohol und die Alkohol abhängigkeit. Die Abhängigkeit ist vor allem durch physische und psy chische Abhängigkeit sowie Toleranzentwicklung und Entzugssymptomatik gekennzeichnet. Chronischer Alkoholkonsum kann ferner zu neuropsychi atrischen Folgeerkrankungen führen wie alkoholinduzierten Psychosen, ko gnitiven Störungen (Wernicke-Korsakow-Syndrom, Demenz) und weiteren Persönlichkeits- oder Verhaltensstörungen. Die Beurteilung der Schuldfähigkeit 4 bei akuter Alkoholintoxikation und Alkoholabhängigkeit KLAUS FOERSTER und MARTIN LEONHARDT 4. 1 Allgemeine und kriminologische Aspekte . 55 4. 2 Einschätzung der Alkoholeffekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 4. 3 Bedeutung des Blutalkoholgehaltes . 57 4. 4 Alkoholabhängigkeit? . 59 4. 5 Terminologische Probleme . 59 4. 6 Einschätzung der Täterpersönlichkeit . 61 4. 7 Praktisches Vorgehen bei der Schuldfähigkeitsbeurteilung . 62 4. 8 Einschätzung einer Erinnerungslücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 4. 9 Beurteilung bei Alkoholabhängigkeit .

Inhaltsverzeichnis

1 Alkohol und Schuldfähigkeit - ein interdisziplinärer Dialog.
2 Grundlagen der Alkoholkrankheit.
2.1 Epidemiologie.
2.2 Ätiologie.
2.2.1 Biologische Faktoren.
2.2.2 Psychologische Faktoren.
2.3 Psychiatrische Komorbidität.
2.4 Intoxikationszustände.
2.5 Alkoholtoxische Hirnfunktionsstörungen.
2.5.1 Subakute Beeinträchtigungen der Hirnfunktion.
2.5.2 Amnestisches Syndrom (Korsakow-Syndrom).
2.5.3 Durch Alkohol bedingte Restzustände.
2.6 Verlauf und Prognose.
3 Diagnostik und Symptomatik von Alkoholintoxikation, schädlichem Gebrauch und Alkoholabhängigkeit.
3.1 Historischer Abriss.
3.2 Akute Alkoholisierung (ICD-10: F10.0; DSM-IV: 303.00).
3.2.1 Abnormer Rausch.
3.2.2 Pathologischer Rausch.
3.2.3 Forensische Bedeutung des Rausches.
3.3 Schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit.
3.3.1 Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F10.1; DSM-IV: 305.00).
3.3.2 Alkoholabhängigkeit (ICD-10: F10.2; DSM-IV: 303.90).
3.3.3 Typologien.
3.4 Diagnostische Untersuchungsmethoden.
3.4.1 Laborparameter.
3.4.2 Testpsychologische Untersuchungsinstrumente.
3.5 Folgen eines chronischen Alkoholkonsums.
3.5.1 Neuropsychologische Defizite als chronische Folgen des Alkoholkonsums.
3.5.2 Entzugssyndrom (ICD-10: F10.3, DSM-IV: 291.8).
3.5.3 Entzugsdelir (Delirium tremens, ICD-10: F10.4; DSM-IV: 291.0)..
3.5.4 Alkoholhalluzinose oder substanzinduzierte psychotische Störung (ICD-10: F10.5; DSM-IV: 291.3/291.5).
3.5.5 Alkoholdemenz (ICD-10: F10.73; DSM-IV: 291.2).
3.5.6 Amnestisches Syndrom/Persistierende alkoholinduzierte amnestische Störung (ICD-10: 10.6; DSM-IV: 291.1).
3.5.7 Alkoholbedingte Restzustände (ICD-10: F10.7).
3.6 Zusammenfassung.
4 Die Beurteilung der Schuldfähigkeit bei akuter Alkoholintoxikation und Alkoholabhängigkeit.
4.1 Allgemeine und kriminologische Aspekte.
4.2 Einschätzung der Alkoholeffekte.
4.3 Bedeutung des Blutalkoholgehaltes.
4.4 Alkoholabhängigkeit?.
4.5 Terminologische Probleme.
4.6 Einschätzung der Täterpersönlichkeit.
4.7 Praktisches Vorgehen bei der Schuldfähigkeitsbeurteilung.
4.8 Einschätzung einer Erinnerungslücke.
4.9 Beurteilung bei Alkoholabhängigkeit.
4.10 Beurteilung bei alkoholischen Psychosen.
5 Berechnung und Stellenwert der Blutalkoholkonzentration bei der Schuldfähigkeitsbeurteilung.
5.1 Berechnung der Tatzeit-BAK.
5.1.1 Pharmakokinetische Grundlagen.
5.1.2 Berechnung der Tatzeit-BAK aus Angaben zum Trinkverlauf.
5.1.3 Berechnung der Tatzeit-BAK aus dem Analysewert einer Blutprobe.
5.2 Wertigkeit der BAK für die Schuldfähigkeitsbeurteilung.
5.2.1 Der qualitative Aspekt der Diagnose.
5.2.2 Der quantitative Aspekt des Beeinträchtigungsgrades.
5.2.3 Der indizielle Wert der BAK.
6 Gesetzliche Grundlagen der Blutentnahme.
6.1 Die Eingriffsermächtigung des § 81a StPO.
6.1.1 Eingriffsvoraussetzungen des § 81a StPO.
6.1.2 Adressat und Inhalt der Anordnung nach § 81a StPO.
6.1.3 Anordnung und Vollstreckung der Blutentnahme.
6.2 Pflicht des Arztes zur Blutentnahme?.
6.2.1 Pflicht zur Gutachtenerstattung gemäß § 75 StPO.
6.2.2 Recht zur Gutachtenverweigerung gemäß § 76 StPO.
6.3 Strafbarkeit des Arztes wegen Strafvereitelung (§ 258 StGB) aufgrund der Weigerung einer Blutentnahme.
6.3.1 Garantenstellung des Arztes.
6.3.2 Versuchte Strafvereitelung.
7 Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit bei der Begehung von Straftaten und deren strafrechtliche Folgen.
7.1 Der Stellenwert der Blutalkoholkonzentration als Beweisanzeichen in der früheren Rechtsprechung.
7.1.1 Schematisierung der Schuldfähigkeitsprüfung mit Vorrang des BAK-Wertes.
7.1.2 Anerkennung der psychodiagnostischen Kriterien als wesentliche Indizien für die Schuldfähigkeitsprüfung.
7.2 Die Bewertung der Blutalkoholkonzentration in der gegenwärtigen Rechtsprechung.
7.3 Rechtliche Regeln für die Ermittlung und die Bewertung der Blutalkoholkonzentration im Zusammenhang mit den übrigen eweisanzeichen.
7.3.1 Berechnung der Tatzeit-BAK.
7.3.2 Psychodiagnostische Kriterien für die Beurteilung der alkoholbedingten Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit.
7.3.3 Grundsätze zur Frage der erheblich verminderten Schuldfähigkeit infolge alkoholischer Beeinflussung.
7.3.4 Schuldunfähigkeit gemäß § 20 StGB infolge akuter Alkoholintoxikation.
7.4 Rechtsfolgen bei erheblich verminderter Schuldfähigkeit aufgrund alkoholischer Beeinflussung und im Zusammenwirken mit krankhaften Störungen oder schweren anderen seelischen Abartigkeiten im Sinne der §§ 20, 21 StGB.
7.4.1 Unterbringung in einer Entziehungsanstalt (§ 64 StGB).
7.4.2 Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus (§ 63 StGB).
8 Die freie Entscheidung zur Tat: Zur Rechtsfigur der actio libera in causa.
8.1 Strafbarkeit trotz alkoholbedingter Schuldunfähigkeit?.
8.2 Lösung nach dem Tatbestandsmodell.
8.2.1 Fallbeispiele.
8.2.2 Sichbetrinken als tatbestandsmäßiges Verhalten.
8.2.3 Fahrlässiges Erfolgsbegehungsdelikt.
8.2.4 Vorsätzliches Erfolgsbegehungsdelikt.
8.2.5 Vorsätzliches unechtes Unterlassensdelikt.
8.2.6 Konsequenzen für Rücktritt und verminderte Schuldfähigkeit.
8.2.7 Ergebnis.
8.3 Das Ausnahmemodell als rechtspolitische Alternative?.
9 Im Labyrinth des Vollrauschtatbestands (§ 323a StGB).
9.1 Die Funktion des Vollrauschtatbestands.
9.2 Das verbotene Verhalten.
9.2.1 Die Legitimation eines Berauschungsverbotes.
9.2.2 Der Begriff des Rausches.
9.3 Die Rauschtat als objektive Bedingung der Strafbarkeit.
9.3.1 Anforderungen an die Rauschtat.
9.3.2 Der Strafgrund des Vollrausches.
9.3.3 Objektive Strafbarkeitsbedingung und Schuldprinzip.
9.3.4 Eine schuldkonforme Alternative.
9.4 Aktuelle Reformüberlegungen.
9.4.1 Der Entwurf des Bundesrats zur Verschärfung des § 323a StGB.
9.4.2 Der Entwurf eines Rauschtaten-Strafschärfungsgesetzes der CDU/CSU-Fraktion.
9.4.3 Der Vorschlag der Kommission zur Reform des strafrechtlichen Sanktionensystems.
9.5 Fazit.
10 Therapie und Prognose der Alkoholintoxikation und -abhängigkeit.
10.1 Alkoholintoxikation.
10.1.1 Symptomatik und Verlauf.
10.1.2 Therapie der Alkoholintoxikation.
10.2 Alkoholentzugssyndrom.
10.2.1 Symptomatik, Verlauf und Diagnostik des Alkoholentzugssyndroms.
10.2.2 Therapie.
10.3 Motivationstherapie.
10.3.1 Bedeutung von Änderungsbereitschaft und Therapiemotivation.
10.3.2 Stadienmodell der Änderungsbereitschaft.
10.3.3 Gezielte Motivationsförderung als therapeutische Aufgabe.
10.4 Entwöhnungstherapie.
10.4.1 Grundlagen der Entwöhnungstherapie Alkoholabhängiger.
10.4.2 Spezifische Interventionsansätze.
10.4.3 Psycho- und pharmakotherapeutische ambulante Weiterbehandlung.
10.4.4 Empirische Wirksamkeitsnachweise der Entwöhnungstherapie von Alkoholkranken.
10.5 Prognose von Therapie- und Trinkverhalten.
10.5.1 Hintergrund empirischer Grundlagen zur Prognosefrage.
10.5.2 Prognose des Therapieverhaltens.
10.5.3 Prognose des Trinkverhaltens.
10.5.4 Überlegungen zur (Therapie-)Prognose im juristischen Kontext.
11 Unterbringung und Behandlung im Maßregelvollzug gemäß § 64 StGB.
11.1 Zum Hintergrund der Bestimmung.
11.2 Alkohol und Kriminalität.
11.3 Voraussetzungen der Anordnung.
11.4 Häufigkeit der Anwendung.
11.5 Einschätzung der Behandlungsprognose.
11.6 Merkmale der Untergebrachten.
11.7 Unterbringungsdelikte.
11.8 Dauer der Unterbringung.
11.9 Reihenfolge von Maßregel und Strafverbüßung.
11.10 Behandlungsmotivation und "Therapiefähigkeit".
11.11 Behandlung und Behandlungsklima.
11.12 Entlassung und Nachsorge.
11.13 Zusammenfassung.
203.
219.
EAN: 9783540419242
ISBN: 3540419241
Untertitel: Entscheidungshilfen für Ärzte und Juristen. 2002. Auflage. Book.
Verlag: Springer
Erscheinungsdatum: Dezember 2001
Seitenanzahl: 236 Seiten
Format: kartoniert
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