EBOOK

Vox


€ 7,99
 
kartoniert
Sofort lieferbar
Juni 1994

Beschreibung

Beschreibung

Zwei Menschen telefonieren bis tief in die Nacht, gestehen sich ihre intimsten Träume, Geheimnisse und Wünsche. Mit all ihren Phantasien von Versandhaus-Reizwäsche und Video-Erotik, bei all ihren Geschichten von provozierendem Flirt und zielstrebiger Verführung sind es die scheinbar banalen, flüchtigen erotischen Anreize des Lebens, die Jim und Abby am meisten faszinieren: die zarte Glätte von Abbys Haut nach dem Einölen, der langsam ausgeblendete Popsong im Radio, den sie sehnsuchtsvoll verklingen hörte; der jähe Blick auf die vorbeihuschenden Brüste der Autofahrerinnen, wenn Jim als Fußgänger an der Ampel auf Grün wartet.

Portrait

Nicholson Baker wurde 1957 in Rochester, New York, geboren. Er studierte u.a. an der Eastman School of Music und lebt heute in South Berwick, Maine. Er hat zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht. 1997 erhielt er den Madison Freedom of Information Award, 2001 den National Book Critics Circle Award für «Der Eckenknick», 2014, zusammen mit seinem Übersetzer, den Internationalen Hermann-Hesse-Preis. Zuletzt erschienen von ihm «Eine Schachtel Streichhölzer», «Menschenrauch», «Haus der Löcher» und die Essaysammlung «So geht's».

Pressestimmen

Es ist kein Buch über den Verfall der Lust, sondern ein fulminantes Kabinettsstück voller kleiner Lüste und Erregungen, eine Verführung zum elektronischen Sex. Stuttgarter Zeitung
EAN: 9783499134678
ISBN: 3499134675
Untertitel: 'rororo Taschenbücher'.
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Juni 1994
Seitenanzahl: 192 Seiten
Format: kartoniert

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Kundenbewertungen

Polar - 23.10.2008, 10:36
Verbunden
In Zeiten der Chatrooms, der Mails mag ein Gespräch über eine Telefonleitung etwas antiquiert erscheinen. Die Grundlage für freimütige Geständnisse, die nur auf Grund von Anonymität Zustande kommen, ist weiter verfeinert worden, zu einem gesellschaftlichen Phänomen geworden. Bei Baker stellt ein erotischer Kontaktservice die Verbindung zwischen Jim und Abby her. In unseren Zeiten streunen im Netz Nicknames auf der Suche nach Gleichgesinnten umher. Ist die Verbindung erst hergestellt, wachsen die verklemmte wie offene Erotik, der folgenlose Flirt wie die Entblößung, das Geständnis wie die Lüge schnell heran. Niemand kann sich sicher sein, dass der andere die Wahrheit über sich preisgibt. Was einen Reiz ausmacht, herauszufinden, wie weit jemand geht, sich in Widersprüche verstrickt, Vertrauen aufzubauen beginnt. Was bei Baker als Konzert zweier Stimmen beginnt, verschmilzt im Verlauf zum Abbild einer Gesellschaft, die sich weiterhin versteckt, wenn sie sich aus dem Dickicht des Alltags hervortraut. Bakers Anfang der neunziger Jahre erschienener Roman behält auch unter veränderten Vorzeichen den Finger am Puls der Zeit. In ihm geht es um zutiefst menschliche Anliegen: Was darf ich mich trauen, was darf ich nicht, darf ich es vor allem aussprechen, mir selbst eingestehen, indem ich es jemand anderem anvertraue. Das Gefühl einsam zu sein, sich selbst als fremd zu empfinden, weht durch Bakers Geschichte trotz aller marktschreierischer Eingeständnisse. Dass der Autor dies allem mit Humor beizukommen versucht, gehört zu den Stärken seiner verlorenen Stimmen.