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Nachtgewächs


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kartoniert
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April 1993

Beschreibung

Beschreibung

»Robin ist das Nachtgewächs, die Schlingpflanze und die Nymphe. Ihr Leben ist >Zufall in Permanenz<. Djuna Barnes beschreibt Verwandlungen. Die Frau spielt Mann, der Mann möchte Frau sein. Das Kostüm und der Betrug retten aus der falschen Welt: >Weil ich eine Frau bin, die von Gott vergessen wurde<. Das Nachtgewächs ist ein Bekenntnis der Inzucht von Gefühlen. Man muß den Extrakt dieser Pflanze kosten, langsam, schlürfend und pustend, ganz so als handele es sich um eine kochend heiße Bouillon. Das Nachtgewächs ist ein Objekt des Staunens, kühn und kühl. Es ist komponiert nach der Melodie einer zeitlosen Zeit.« Verena Auffermann, Frankfurter Rundschau

Portrait

Djuna Barnes wurde am 12. Juni 1892 in Cornwall-on-Hudson / USA geboren. Sie arbeitete als Journalistin und Korrespondentin in New York, wo sie auch ihre ersten literarischen Werke, u.a. einige Dramen, verfasste. 1919 ging Barnes nach Paris, wo sie bald im lesbischen Zirkel um Natalie Barney, der "Academy of Women", verkehrte. In den Pariser Jahren führte sie ein sexuell freizügiges und ausschweifendes Leben an der Seite von Thelma Wood und Peggy Guggenheim. In Paris schrieb sie auch ihre bedeutendsten Romane, wie Ryder und Nightwood. 1940 kehrte sie in die USA zurück, wo sie sich in ihr Privatleben zurückzog und nur noch wenige Werke veröffentlichte. Barnes starb am 18. Juni 1980.


EAN: 9783518386958
ISBN: 3518386956
Untertitel: Roman. Originaltitel: Nightwood. 'suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe'. 5. Auflage.
Verlag: Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum: April 1993
Seitenanzahl: 191 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Wolfgang Hildesheimer
Format: kartoniert

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Polar - 06.09.2008, 19:33
Streuner
Aus dem normalen Leben geworfen zu werden, ist mitunter gefährlich. Zwar hofft jeder, dass sein Leben noch etwas Abenteuer bietet, aber den Schritt hinaus zu wagen, trauen sich nur wenige. Ist man erst mal ausgestiegen, beginnt der Boden zu schwanken. Nichts ergibt sich mehr von selbst, mag die Vorstellung von Freiheit auch noch so konkret gewesen, die Fesseln abgeworfen sein. Djuna Barnes wußte, wovon sie erzählte. Der Titel ihres Romans ist Programm. Die Pracht der Nachtgewächse wird nur von denen entdeckt, die sie suchen. Barnes Helden treiben umher, wie aus dem Nest geworfen, übereignen sie sich ihren Sehnsüchten und setzen ihr Leben ein, was nur tragisch enden kann. Barnes ist mit diesem Roman ein faszinierendes Portrait der Lost Generation gelungen, die jedes Jahrhundert auf seine Art hervorbringt. Es sind nicht die, die irgendwo am Rand zurückgelassen werden, eher jene, die vorwärts drängen, nicht mehr zu halten sind, über die Grenze stürzen und verbrennen. Barnes erzählt davon mit einer Liebe für ihre Figuren, die sie nicht zu Schatten-, vielmehr zu Nachtgewächsen macht. Man muss sie suchen, lesen, dann findet man sie auch.