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Borges und ich. (El hacedor)


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kartoniert
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Januar 1993

Beschreibung

Inhaltsverzeichnis

Borges und ich. Museum. Anhang. Editorische Notiz. Anmerkungen

Portrait

Jorge Luis Borges, geb. 1899 in Buenos Aires, gründete schon als junger Mann mit Freunden zusammen literarische Zeitschriften. Sein erster Gedichtband erschien 1923. Von 1950-1953 war er Präsident des argentinischen Schriftstellerverbands und von 1955-1973 Direktor der Nationalbibliothek von Buenos Aires. 1961 erhielt er, zusammen mit Beckett, den Internationalen Literaturpreis Formentor, dem bis zu seinem Tod 1986 in Buenos Aires zahlreiche internationale Ehrungen folgten. Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat so viele andere Autoren beeinflusst wie Borges.§Jorge Louis Borges begann früh zu schreiben - Essays, Gedichte, Erzählungen. Er unternahm viele Reisen und lernte Englisch, Frazösisch, Deutsch und Latein.
EAN: 9783596105854
ISBN: 3596105854
Untertitel: Kurzprosa und Gedichte 1960. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'. Sprachen: Deutsch Spanisch.
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Januar 1993
Seitenanzahl: 158 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Karl August Horst, Gisbert Haefs
Format: kartoniert

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Kundenbewertungen

Brian Brazzil - 09.02.2012, 14:36
Ein kleines, lebendinges Buch, oder: Alles fließt, nur wir nicht (ganz)
Jemand nimmt sich vor, die Welt zu zeichnen. Im Lauf der Jahre bevölkert er einen Raum mit Bildern von Provinzen, Königreichen, Gebirgen, Buchten, Schiffen, Inseln, Fischen, Zimmern, Instrumenten, Gestirnen, Pferden und Menschen. Kurz bevor er stirbt, entdeckt er, dass dieses geduldige Labyrinth aus Linien das Bild seines eigenen Gesichts wiedergibt. Jorge Luis Borges, Dichter, Gelehrter, Erzähler und (vor allem, wie er steht s betont) Leser, war eine der größten, faszinierendsten und eigensten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Dieser Mann, der sich mehr als jeder andere Intellektuelle dem Lesen mit voller Hingabe und Freude widmete, aber schon auf der Hälfte seines Lebens so gut wie erblindete war und dann noch oberster Leiter der Bibliothek von Buenos Aires wurde - er war selbst eine jener weltlich-kosmologischen Allegorien, die er so gerne in seine Essays einstreute und aus denen er selbst Betrachtungen und Erzählungen webte. Zeit. Nichts hat Borges mehr fasziniert als dieses Phänomen, das keines ist, weil es immer nur war und wird. Nur wir sind. Dieses seltsame Paradox hat Borges durch sein Leben begleitet und sich gepaart mit seinen Leseerfahrungen, die von Tausendundeiner Nacht, über Ilias und Odyssee, Dante, die nordische Götterwelt, Shakespeare, De Quincey, H.G.Wells und Chesterton bis zu Schopenhauer und Heine und Argentiniens moderner Geschichte reichen. Aus all dem bestehen seine Gedichte und Erzählungen - aus Anspielungen, Reflexionen, Gedankenspielen und Paradoxien, Mythen, Legenden und Fiktionen. Es ist eine wunderbare Welt, die durch Berichte ( Inquisitionen ), Geschichten ( Fiktionen , Spiegel und Maske ) und Gesänge ( Mond gegenüber ) zu uns dringt. Eine Welt aus Bildern und abstrakten Gedankensträngen, unkenntlich vermischt. Borges und Ich , diese Sammlung, die ursprünglich El hacedor hieß, war Borges selbst die liebste unter all seinen Büchern. Die hier enthaltende Kurzprosa gehört in der Tat zu dem besten und eindringlichsten was Borges verfasst hat und die Gedichte sind stille Gesänge, voller zärtlicher Bilder. Das ganze Buch ist wie die Fetzensammlung einer großen, ursprünglichen Sage, aus dem nur noch diese Prosa und diese Verse mit knapper Not entführt werden konnten. Wer wunderbar komprimierte Magie erfahren will, wird sie in diesem Büchlein finden. Denn am Anfang der Literatur ist der Mythos, und ebenso am Ende.