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Fiktionen


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kartoniert
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Januar 2012

Beschreibung

Beschreibung

Gleich bei seinem Erscheinen in den 40er Jahren löste Jorge Luis Borges' erster Erzählband »Fiktionen« eine literarische Revolution aus. Erfundene Biographien, fiktive Bücher, irreale Zeitläufe und künstliche Realitäten verflocht Borges zu einem geheimnisvollen Labyrinth, das den Leser mit seinen Rätseln stets auf neue herausfordert. Zugleich begründete er mit seinen berühmten Erzählungen wie»>Die Bibliothek zu Babel«, «Die kreisförmigen Ruinen« oder»>Der Süden« den modernen »Magischen Realismus«.
»Obwohl sie sich im Stil derart unterscheiden, zeigen zwei Autoren uns ein Bild des nächsten Jahrtausends: Joyce und Borges.« Umberto Eco

Inhaltsverzeichnis

Der Garten der Pfade, die sich verzweigen. Kunststücke. Anhang. Editorische Notiz. Anmerkungen

Portrait

Jorge Luis Borges, geb. 1899 in Buenos Aires, gründete schon als junger Mann mit Freunden zusammen literarische Zeitschriften. Sein erster Gedichtband erschien 1923. Von 1950-1953 war er Präsident des argentinischen Schriftstellerverbands und von 1955-1973 Direktor der Nationalbibliothek von Buenos Aires. 1961 erhielt er, zusammen mit Beckett, den Internationalen Literaturpreis Formentor, dem bis zu seinem Tod 1986 in Buenos Aires zahlreiche internationale Ehrungen folgten. Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat so viele andere Autoren beeinflusst wie Borges.§Jorge Louis Borges begann früh zu schreiben - Essays, Gedichte, Erzählungen. Er unternahm viele Reisen und lernte Englisch, Frazösisch, Deutsch und Latein.
EAN: 9783596105816
ISBN: 3596105811
Untertitel: Erzählungen 1939 - 1944. Originaltitel: Obras Completas. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Januar 2012
Seitenanzahl: 192 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Brian Brazzil - 09.02.2012, 14:32
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Wenn ich jemandem drei Bücher empfehlen müsste, die anders sind, poetisch, phantastisch und einfach...; wenn jemand mir sagen würde, er wolle einmal so richtig fasziniert werden, dann würde ich ihm drei Bücher vorschlagen: Die Nacht auf dem Rücken von Borges Freund Julio Cortazár, der Sci-Fi Roman Das Wort heißt Vollkommenheit von E.A.Lynn und die Fiktionen von Jorge Luis Borges. In diesen drei Büchern steckt so viel faszinierende Verblüffung und Entdeckung, so viele Ideen, so viel Genialität, dass jede Geschichte (bzw. jeder Abschnitt) neue Wunder offenbart. Man kann sich immer wieder mit diesen Büchern beschäftigen. Ein mühseliger und strapazierender Unsinn ist es, dicke Bücher zu verfassen; auf fünfhundert Seiten einen Gedanken auszuwalzen, dessen vollkommen ausreichende mündliche Darlegung wenige Minuten beansprucht. Ein besseres Verfahren ist es, so zu tun, als gäbe es diese Bücher bereits, und einen Résumé, einen Kommentar vorzulegen. Diese Beschreibung aus dem Vorwort bezieht sich eigentlich nur auf 2-3 der hier vorkommenden Geschichten, doch in diesem Satz steckt schon eine tiefgehende Philosophie, nach der Borges alle seine Bücher verfasst hat. Keinen Roman, keine langen Arbeiten über irgendetwas. Das bringt zweierlei mit sich: 1.Die Texte sind meistens - wenn auch nicht minimalistisch - so doch in jedem Wort durchgeplant; es ist eine Art von Borges, seine Geschichten komplett aus ihrer eigenen Materie zu weben und an jeder Stelle, an der das möglich ist, flüchtige Symbolik anzubringen. Man kann die Geschichten auch einfach so lesen, ohne die Symbolik zu begreifen, aber ein unnützes Wort ist nicht enthalten - das steigert die Fülle jeder Geschichte und statt einen Gedankengang völlig fertig serviert zu bekommen, muss der Leser selbst oft mitdenken, wenn Borges berichtet; ja, er sollte vielleicht sogar weiterdenken. Borges erzählt die Geschichten, die Skizzen, die Andeutungen und der Leser fühlt sich mit einem Mal von einer Welt gebannt, die er zum Teil von Borges erzählt, zum Teil noch selbst erforschen kann, in dem man über die Facetten nachdenkt, die nur erwähnt blieben - man kann es auch einfacher sagen: In jede Geschichte, scheint noch so etwas wie zusätzlicher Raum zu sein. Kriminalgeschichte, Philosophie, Anekdote, menschliche, phantastische Geschichte oder einfach eine geniale Konstruktion mit überraschendem Ende, es gibt kaum eine Disziplin, in der Borges sich nicht zu Hause fühlt und kaum eine, in dem man ihn nicht gerne liest.