EBOOK

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui


€ 5,50
 
kartoniert
Sofort lieferbar
Februar 2008

Beschreibung

Beschreibung

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui zeigt den Aufstieg Hitlers zur Macht bis zum Jahre 1938. Die NS-Groß-funktionäre erscheinen als Chicagoer Gangster und reden in den glatten Jamben des deutschen klassischen Dramas. Durch die doppelte Verfremdung werden die Ereignisse jener Jahre erkennbar nicht als schicksalhaftes Verhängnis, sondern als die Konsequenz der herrschenden Verhältnisse. Indem er Hitler und seine Kumpane der Lächerlichkeit preisgibt, nimmt Brecht ihnen jenen Zug des Dämonischen, den sie für viele auch heute noch zu besitzen scheinen. Die Parabel stellt klar, daß der Faschismus kein historischer Einzelfall war: Faschismus ist die noch immer mögliche Fortsetzung der Geschäfte mit anderen Mitteln.

Portrait

Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Neben Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war.


EAN: 9783518101445
ISBN: 3518101447
Untertitel: 'edition suhrkamp'. Neuauflage.
Verlag: Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Seitenanzahl: 144 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Polar - 05.08.2008, 20:06
Amerika uns anderswo
Es gibt viele Stücke, die ihren Hauptdarstellern alles abverlangen. Arturo Ui schult seine Darsteller in Verworfenheit, Härte, Verführung, die von Brecht im finnischen Exil 41 angelegt wurde. Ein Schurke gefällt sich selbst. Viele Zeitgenossen des Dritten Reichs treten schwach verschlüsselt in der Parabel über den Aufstieg Arturo Uis auf. Geschickt verknüpft Brecht dabei politische Vorkommnisse mit der Absatzkrise im Karfiolgeschäft, die scheinbar nur durch Gewalt zu beheben ist. Intrigen, Versprechen, Drohungen, ein Skandal und das Zusammenspiel von Ordnungsmacht und Geschäft hieven Arturo Ui in eine aussichtsreiche Position, nachdem seine Hilfe zuerst abgelehnt wurde. Er läßt sich anlog zu Shakespeares Hamlet von einem Schauspieler beibringen, wie man mit einer Rede Wirkung erzielt, und erweist sich doch nur als schwacher Mensch, den es nach Macht giert. Es kommt zum Speicherbrandprozess. Zeugen werden eingeschüchtert, die Presse gleichgeschaltet. Wer spätestens hier noch keine Querverbindungen zu den Ereignissen im Dritten Reich sieht, dem ist nicht zu helfen. Selbst die Machtkämpfe innerhalb Uis Bewegung werden nicht ausgespart. Röhm und SA sind gegenwärtig. Brecht erweist sich jedoch nicht nur als genauer Chronist seiner Zeit, er hat darüber hinaus ein faszinierendes Stück geschrieben, in der Geschichte nicht dröge als Zeitdokument wiedergegeben wird, sondern verzerrt, überzeichnet den Kern menschlichen Versagens trifft.