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Märkische Forschungen


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kartoniert
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November 1999

Beschreibung

Beschreibung

Günter de Bruyns brillante Satire auf den Wissenschaftsbetrieb
Professor Winfried Menzel hat den 1813 gestorbenen Max Schwedenow wiederentdeckt, ihn als fortschrittlichen Historiker und revolutionären Dichter eingestuft und zur Zentralfigur des märkischen Jakobinertums gemacht. Zufällig trifft er bei einer Ortsbesichtigung den Lehrer Ernst Pötsch, der aus literarischem und persönlichem Interesse seine Privatstudien vorantreibt. Menzel versucht, Pötsch für sein Institut zu gewinnen. Pötsch zögert allerdings, da er in Menzels Buch über Schwedenow eine Vielzahl von Unstimmigkeiten entdeckt ...

Portrait

Günter de Bruyn wurde am 1. November 1926 in Berlin geboren und lebt heute im brandenburgischen Görsdorf bei Beeskow als freier Schriftsteller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Heinrich-Böll-Preis, dem Thomas-Mann-Preis, dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung, dem Eichendorff-Literaturpreis und dem Johann-Heinrich-Merck-Preis. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören u.a. die beiden kulturgeschichtlichen Essays >Als Poesie gut< und >Die Zeit der schweren Not<, die autobiographischen Bände >Zwischenbilanz< und >Vierzig Jahre< sowie die Romane >Buridans Esel< und >Neue Herrlichkeit<.
EAN: 9783596250592
ISBN: 3596250595
Untertitel: Erzählungen für Freunde der Literaturgeschichte. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: November 1999
Seitenanzahl: 151 Seiten
Format: kartoniert

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Kundenbewertungen

http://lotharpawliczak.blog.de/ - 13.04.2010, 14:28
Authentisch und allgemeingültig
Hier werden mit brillanter Ironie Abgründe des Wissenschaftsbetriebes vorgeführt - und nicht nur das, sondern Unzulänglichkeiten des Allzumenschlichen, die auch andernorts vorkommen. Das ist allgemeingültig, für alle Zeiten und alle Gesellschaften. An diesen Werken wird man sich - wie an denen WILLIAM SHARESPEARES - noch lange ergötzen, wenn sie vielleicht auch zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten sind (War das nicht bei SHAKESPEARE auch so?)! Der heutige Leser merkt kaum, auf welchem Boden das gewachsen ist. Beim Film von ROLAND GRÄF wundern sich natürlich Spätgeborene gleich am Anfang: Was ist denn das für ein seltsames Auto, mit dem die da im Schlamm stecken bleiben? Der Schlamm scheint mir sinnbildhaft - aber das ist gottseidank Vergangenheit. Märkische Forschungen war der Kultfilm der unhörbaren zornigen jungen Männer in der DDR! Das war wohlfeil. Auch seinen Zorn oder Protest in die Schublade hineinzuschreiben, war noch kein Widerstand, sondern nur eine Art innere Emigration, ein intellektueller Schrebergarten. WOLFGANG TEMPLIN wurde dann zu einer der rühmlich-hörbaren Ausnahmen. Das ist heute vielleicht nicht mehr wichtig - vielleicht doch, als Mahnung und Warnung und daß der eine oder andere fröhlich von seiner Vergangenheit scheide. Ich bin überzeugt, auch das Publikum, das gar nicht mehr weiß, was DDR bedeutet, wird an diesem Werk sein Vergnügen finden und manche (aktuelle) Wirklichkeit wiedererkennen. GÜNTER DE BRUYNS Erzählung ist voller bühnen- und filmreifer Kabinettsstückchen und die hat ROLAND GRÄF mit hervorragenden Schauspielern ins Bild gesetzt. Es wird Zeit, daß der Film wenigstens als DVD wieder unters Volk kommt. Und liebe Fernsehintendanten: Machen Sie doch mal unserem verehrten MARCEL REICH-RANICKI eine Freude und bringen Sie diesen Film! Der wird - da wette ich drauf - nur meckern, daß die eine Liebesgeschichte darin etwas zu verborgen ist und die andere nur am Rande vorkommt. Märkische Forschungen gibt auch - aber nicht vordergründig - ein authentisches und nicht nachträglich hergestelltes Gegenbild zur grassierenden entsetzlichen DDR-Nostalgie, kein vergangenheitsseliges, auch kein larmoyantes sondern einfach ein allgemeinmenschliches.