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Peter Schlemihls wundersame Geschichte


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Beschreibung

Beschreibung

Adelbert von Chamissos 1814 erschienene phantastische Erzählung 'Peter Schlemihls wundersame Geschichte' handelt von einem sanften, weltfremden Jüngling, der einem rätselhaften Mann in einem grauen Rock seinen Schatten verkauft. Er ist jedoch außerstande, den so erworbenen Reichtum zu genießen, da er von den Menschen verstoßen oder verhöhnt wird, sobald sie merken, dass er keinen Schatten hat. Als eine Art Buße durchwandert Peter Schlemihl die Welt mit Siebenmeilenstiefeln und erforscht die Natur.
Die Erzählung in Briefform, in der zahlreiche Motive und Elemente aus den Bereichen Märchen und Sage verarbeitet sind, ist so angelegt, dass der fiktive Peter Schlemihl seinem "Freund" Chamisso seine Geschichte erzählt; er spricht als Ich-Erzähler den Autor immer wieder direkt an und verleiht den Berichten dadurch Unmittelbarkeit und Echtheit.
Mit Anmerkungen von Dagmar Walach.
Text in neuer Rechtschreibung.

Portrait

Adelbert von Chamisso (d. i. Louis Charles Adélaïde de Chamisso de Boncourt), getauft 31. 1. 1781 Schloss Boncourt (Champagne) - 21. 8. 1838 Berlin. Die frz. Adelsfamilie verließ 1792 das revolutionäre Frankreich und kam über Umwege 1796 nach Berlin. Ch. wurde Page der Königin Luise; 1798 trat er ins preußische Heer ein (1801 Leutnant), bildete sich autodidaktisch weiter und quittierte 1806 den Dienst. In den folgenden Jahren lebte er abwechselnd in Deutschland und Frankreich. Nach einem Aufenthalt bei Madame de Staël am Genfer See (1811-12) kehrte er nach Berlin zurück und begann im Herbst 1812 ein Studium der Botanik und Zoologie. 1815-18 nahm er als Naturforscher an einer Weltumsegelung teil, 1819 erhielt er eine Stelle als Kustos am Berliner Botanischen Garten (sowie den Ehrendoktor der Universität), 1835 wurde er in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Bereits 1804-06 hatte Ch. mit Varnhagen v. Ense einen Musenalmanach herausgegeben; berühmt machte ihn die phantastische Erzählung Peter Schlemihl's wundersame Geschichte. Ch.s Lyrik, zuerst im Anhang der zweiten Au¿age des Schlemihl (1827), zeigt eine deutliche Ablösung von romantischen Denk- und Ausdrucksformen hin zu Biedermeier und Vormärz. Frucht seiner Weltreise war eine bedeutende Reisebeschreibung. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

EAN: 9783150000939
ISBN: 3150000939
Untertitel: 'Reclam Universal-Bibliothek'.
Verlag: Reclam Philipp Jun.
Seitenanzahl: 96 Seiten
Format: kartoniert

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Elisabeth Stein-Salomon - 06.12.2006, 10:38
eine berühmte Novelle
Der arme Peter Schlemihl ( jidd. für Pechvogel) lernt bei dem reichen Kaufmann Thomas John einen unscheinbaren grauen Herrn kennen, der auf Wunsch der Gäste der Reihe nach aus einem kleinen Säckchen ein Heftpflaster, ein Fernrohr, einen türkischen Teppich, ein Lustzelt und schließlich drei gesattelte Reitpferde zieht. Als Schlemihl sich unbemerkt von dem unheimlichen grauen Mann entfernen will, stellt ihm dieser einen merkwürdigen Antrag: Er soll ihm seinen Schatten für das Glückssäckel verkaufen. Da ihm sein Schatten wertlos erscheint, stimmt Peter Schlemihl dem Geschäft zu. Das Glückssäckchen hört von nun an nicht auf, Goldstücke zu spenden und Schlemihl gerät in eine wahren Goldrausch. Aber seine Schattenlosigkeit erschreckt die Mitmenschen so sehr, daß sie sich trotz seines Reichtums von ihm abwenden und ihn verstoßen.. Nach einem schwierigen Jahr erscheint, wie vereinbart, der graue Mann wieder. Aber für die Rückgabe des Schattens verlangt er nun Schlemihls Seele und dieser erkennt mit Entsetzen den Teufel. Peter Schlemihl weist das Angebot des Teufels zurück und wirft das Glückssäckel weg. Von dem Rest seiner Habe kauft er sich ein Paar Wanderschuhe, die sich als Siebenmeilenstiefel entpuppen und ihn im Flug um die ganze Welt bringen. Als einsamer Naturforscher, innerlich ruhig und zufrieden, verbringt er den Rest seines Lebens. Chamissos wunderbar spannend zu lesender Schlemihl ist ein zentraler Text der deutschen Romantik. Er verwendet eine Fülle alter Sagen- und Märchenmotive. Der Verlust des Schattens verweist auch auf Chamissos eigene Biographie. Seine Familie war auf der Flucht vor der französischen Revolution nach Berlin gekommen, aber im Gastland Deutschland fühlte sich Chamisso als französischer Emigrant nie ganz angenommen. Seine berühmte Novelle hat nichts von Ihrer Aktualität eingebüßt und sei all denen nahe gelegt, die gerne E.T.A.Hoffmann, E.A.Poe und Brentano lesen.