EBOOK

Der große Schlaf


€ 9,90
 
kartoniert
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März 2009

Beschreibung

Beschreibung

General Sternwood ist steinalt, steinreich und hat zwei schöne, wilde Töchter. Die aufreizende Carmen wird erpresst, und Privatdetektiv Philip Marlowe soll die Sache aus der Welt schaffen. Auch ihre Schwester, die kühle Vivian, hat etwas zu verbergen. Auf Marlowes Weg häufen sich auf einmal Leichen und spärlich bekleidete Frauen.

Portrait

Raymond Chandler (1888-1959) begann seine Schriftstellerlaufbahn 1908 in London als "Dichter", entschloß sich dann aber, lieber ein guter Krimi- und Drehbuchautor in Hollywood als ein mittelmäßiger Poet zu werden. In seinen "detective stories" und Kriminalromanen setzte Chandler durch sein hochentwickeltes Formbewußtsein und das beständige Feilen an Stil, Dialog und Charakterzeichnung Maßstäbe. So formte sich bei ihm, in seiner sarkastisch-pointierten Schreibweise, der Krimiplot zu einem kritischen Gesellschaftsbild Amerikas in den 30er Jahren.
EAN: 9783257201321
ISBN: 325720132X
Untertitel: Originaltitel: The Big Sleep. 'Diogenes Taschenbücher'.
Verlag: Diogenes Verlag AG
Erscheinungsdatum: März 2009
Seitenanzahl: 208 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Gunar Ortlepp
Format: kartoniert

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Kundenbewertungen

C. Schmidt - 22.11.2006, 00:02
Ein Klassiker vom Meister des Hardboiled Krimis!!!
Privatdetektiv Philip Marlowe wird von General Sternwood engagiert, um einer Erpressung auf den Grund zu gehen. Als Marlowe im Zuge dessen eine illegale Leihbibliothek für Schmutz- und Schundliteratur ausfindig macht, nimmt die Entwicklung mehr als eine unvorhergesehene Wendung. Was zunächst nach einem einfachen Fall aussah, entspinnt sich als kompliziertes Geflecht aus Gaunereien, Familienintrigen und Mord. Raymond Chandler ist ein Phänomen! Seine Kriminalromane und sein Stil waren wegbereitend. Neben Dashiell Hammett gilt er als Innovator und Initiator eines ganzen Genres. Aus einfachen Detective Stories entwickelten sie Ende der 30er Jahre etwas Neues: die Harboiled Crime Story ('hardboiled'=zu deutsch etwa 'hartgesotten'). Raymond Chandler kommt hierbei eine besondere Rolle zu: er lieferte mit seiner Figur Philip Marlowe die Blaupause des einsamen, trinkfesten, verbitterten, zutiefst zynischen Privatdetektivs, der nur sich und seinen wenigen Idealen verpflichtet ist-und demontiert (nicht nur) dieses Klischee noch während seiner Entstehung. Eine Leistung, die von Hollywood komplett ignoriert wurde, denn dort machte man ihn zum Prototyp des Whiskey trinkenden Womanizers mit Trenchcoat und Schlapphut, der mit dem Revolver und einem trockenen Spruch schnell bei der Hand ist. Dessen Verkörperung fand sich in Humphrey Bogart. Aber Chandler leistet mehr, als spannende Unterhaltung zu schreiben. Er entwickelt Plots, die andere (moderne) Krimiautoren in drei Romanen unterbringen würden, und verlangt seinen Lesern dabei einige Aufmerksamkeit ab. Auch das Haupt- und Nebenpersonal seiner Bücher würde in den meisten Fällen reichen, um es historische Schlachten bestreiten zu lassen. Und dennoch: es sind einfach hervorragende Krimis, die immer wieder mit einer neuen Wendung aufwarten, wenn man endlich meint, alles sei vollkommen klar. Das faszinierendste ist meines Erachtens allerdings die Sprache. Eine derart spröde aber vor Charme Funken sprühende Prosa habe ich so noch nicht erlebt. Und ein Erlebnis ist es fürwahr, wenn Chandler mit seinen Funken eine Lunte aus Wörtern ansteckt, um ein sprachliches Bild nach dem anderen wie ein Feuerwerk abzuschießen. Kurzum: Eine Klasse für sich, die unter anderem mit diesem Roman von 1939 begründet wurde. Mich hat 'Der große Schlaf' überhaupt erst zum Krimileser gemacht. Danke, Mr. Chandler!