EBOOK

Die Vagina-Monologe


€ 12,80
 
gebunden
Noch nicht erschienen
Februar 2000

Beschreibung

Beschreibung

Das Buch ist eine kleine, kunstfertige Anregung zur weiblichen Selbsterkenntnis, eine liebevolle Aufforderung an alle Frauen, den eigenen Weg zur Lust zu finden. Gleichzeitig ist es ein entschiedenes Plädoyer gegen sexuelle Gewalt. Alte Damen und Mädchen, Singles, Ehefrauen, Lesben, Professorinnen, Arbeiterinnen, Schauspielerinnen, Prostituierte wurden von der Auto-rin zu ihrer Vagina befragt. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Ausdrucksweisen geben dem Buch eine lebendige Vielfältigkeit. Witz und Leichtigkeit stehen neben Traurigem und Erschütterndem. Eve Ensler hat einer großen Bandbreite von Gefühlen eine poetische und charmante Form gegeben.Die Vagina-Monologe wurden zwei Jahre lang in einem New Yorker Off-Broadway-Theater gespielt und wurde dann auch in zahlreichen Städten Europas aufgeführt.

Portrait

Eve Ensler ist Theaterschriftstellerin, Dichterin, Aktivistin, Journalistin. Die Vagina-Monologe gewannen 1997 den Obie Award. Das Stück war der Hit am Off-Broadway und tourte international in Theatern und Universitäten in den USA, Jerusalem, London, Zagreb. Eve Ensler lebt in New York.

Pressestimmen

Von Glumsen und Glitschen Die Vagina gehört nicht zu den Dingen, über die man sich im deutschen Theater bisher großartige Gedanken gemacht hätte, zumindest nicht explizit. Aber seit vor wenigen Wochen die Vagina-Monologe der New Yorker Theaterautorin Eve Ensler in der Edition Nautilus erschienen sind, hat der Suhrkamp Verlag, bei dem die Theaterrechte liegen, schon acht Aufführungsoptionen vergeben. Zwei Inszenierungen im Deutschen Schauspielhaus Hamburg und im Schlosstheater Rastatt sind fest für den Herbst vereinbart. "Für ein Theaterstück ist dieser Zuspruch extrem", sagt Ninke Steiner aus dem Frankfurter Verlagshaus. "Da wird sich noch ganz schön viel tun." "Wenn deine Vagina sprechen könnte, was würde sie sagen? Mach langsam!" Für seine frechen Pointen ist Enslers Stück in den USA schon seit einigen Jahren berühmt. Ende 1996 hat sie es zum ersten Mal in einem Off-Broadway-Theater gezeigt. "Die Monologe, die aus ihren Interviews mit 200 Frauen stammen, reichen von Vergewaltigung in Bosnien über die sexuelle Initiation einer 13-Jährigen durch eine ältere Frau bis zur Geburt von Enslers eigenem Enkelkind. Die Autorin durchsetzt dies mit Abrissen über Themen wie jugendliche Unwissenheit, Missbrauch von Frauen und lustigen Euphemismen - aber auch mit Litaneien, die das Selbstbild der Frau beschwören: gesungene Kataloge die Geschmack, Tastsinn, Auge und Nase reizen und Gebrüll im Publikum hervorrufen", hieß es in der ersten Kritik der New York Times. Um die Monologe entstand ein unverhoffter neo-feministischer Kult. Jedes Jahr am Valentinstag, der unter Eingeweihten in einer symbolischen Mischung zwischen Vagina und Victory als "V-Day" firmiert, werden sie an hunderten US-Colleges aufgeführt. Unter Hollywoodstars geht es inzwischen beinahe schneller, diejenigen aufzuzählen, die sich noch nicht an einer der vielen Benefizlesungen beteiligt haben. Auch Musikerinnen wie Alanis Morissette ("You Oughta Know") oder demnächst auch Fernsehstars wie Calista Flockhart ("Ally McBeal") gehören zu den prominenten Vorleserinnen. Längst ist Ensler auch in die Politik vorgestoßen. Die Ehefrau des New Yorker Bürgermeisters Rudolph Giuliani wollte kürzlich mit dem Stück auftreten, machte aber einen Rückzieher - angeblich aus familiären Gründen. Vielleicht hat aber auch eine Rolle gespielt, dass Ensler zu den Wahlkampfberaterinnen von Hillary Rodham Clinton gehört, die Giuliani seinen Sitz im Senat streitig macht. In Deutschland näherte man sich dem Stück zunächst eher vorsichtig. "Es ist kein unproblematischer Text für ein Stadttheater", so Steiner. Der Monolog "Fotze fordern" ist zum Beispiel eine dieser sinnlichen Litaneien, mit denen Ensler ihren Gegenstand erkundet: "Votze. Fotze. V, F, Fell, Versteck, Vogelstimmen, fließen, verschmitzt, folge mir - versperrt..." Ein anderes Mal werden alle erdenklichen Spitznamen aufgezählt: Mutterschiff, Tschurimuri, Glumse, Glitsche, Miss Brown, Zwetschge, Rosamunde und Mößle im Schwäbischen. Nicht zuletzt war es das Staatstheater Stuttgart, das die Übersetzung vorantrieb und bereits im vergangenen Herbst die deutsche Erstaufführung wagte. Weil die Monologe so komisch und emotional sind, wird ihr intellektueller Gehalt leicht übersehen. Dabei schlagen sie eine Brücke zwischen populärer Unterhaltung und anspruchsvollem Nachdenken über Sexualität. Die Betonung der Vagina fordert implizit die großen Sexualtheorien von Freud und Jacques Lacan heraus. Freud und Lacan bezogen jede Sexualität, ob männlich oder weiblich, auf den Phallus, der angeblich für beide Geschlechter einheitlich das Begehren repräsentiert. Dass man aus der Anatomie der Frauen einen eigenen Signifikanten ableiten könnte, lehnte Lacan unter anderem mit dem Argument ab, dass die Klitoris nicht so schön griffig sei. Nach seiner Theorie können Frauen, weil sie den Phallus nicht haben, nur der Phallus sein - in Ermangelung des Organs projizierten sie sich praktisch selbst darauf. Ensler hingegen zeigt, gestützt auf 200 Zeuginnen, wie sich Frauen mit ihrer eigenen Anatomie identifizieren und von dort ihr Geschlechtsbild ableiten. Am deutlichsten wird dies im "Vagina-Workshop", bei dem sich die Teilnehmerinnen mit den Händen selber erkunden. "Ich müsste sie nicht finden. Ich müsste sie einfach sein.... Meine Vagina sein", heißt es. "Ich glitt in meine eigenen Muskeln, meine Blutbahnen und in die Zellen und dann schlüpfte ich in meine Vagina. Plötzlich war alles einfach und ich passte ganz gut hinein." © SPIEGEL ONLINE - Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags
EAN: 9783894013455
ISBN: 3894013451
Untertitel: Mit Vignetten.
Verlag: Edition Nautilus
Erscheinungsdatum: Februar 2000
Seitenanzahl: 116 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Schültke Bettina, Peter Staatsmann
Format: gebunden
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