EBOOK

Die Korrekturen


€ 26,95
 
gebunden
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Juli 2002

Beschreibung

Kurzbeschreibung

Nach fast fünfzig Jahren als Ehefrau und Mutter ist Enid Lambert entschlossen, ihr Leben ein wenig zu genießen. Alles könnte so angenehm sein, gemütlich, harmonisch - einfach schön.

Doch die Parkinsonsche Krankheit hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei Kinder haben das traute Familienheim längst verlassen - um ihre eigenen tragikomischen Malaisen zu durchleben. Der älteste, Gary, stellvertretender Direktor einer Bank und Familienvater, steckt in einer Ehekrise und versucht mit aller Macht, seine Depressionen kleinzureden. Der mittlere, Chip, steht am Anfang einer vielversprechenden Karriere als Literaturprofessor, aber Liebestollheit wirft ihn aus der Bahn, und er findet sich in Litauen wieder, als verlängerter Arm eines Internet-Betrügers. Und das jüngste der Lambert-Kinder, die erfolgreiche Meisterköchin Denise, sinkt ins Bett eines verheirateten Mannes und setzt so, in den Augen der Mutter zumindest, Jugend und Zukunft aufs Spiel.

In dem Wunsch, es sich endlich einmal so richtig gutgehen zu lassen - und Alfred aus seinem blauen Sessel zu locken, in dem er immer schläft -, verfolgt Enid nun ein hochgestecktes Ziel: Bald nach der Luxus-Kreuzfahrt, zu der sie voller Vorfreude mit Alfred aufbricht, möchte sie die ganze Familie zu einem letzten Weihnachtsfest zu Hause um sich scharen.

Portrait

Jonathan Franzen wurde 1959 in Western Springs / Illinois geboren und wuchs in einer Vorstadt von St. Louis auf. 1988 veröffentlichte er den Roman "The Twenty-Seventh City", 1992 "Strong Motion". Für seinen dritten Roman und sensationellen Erfolg "The Corrections" erhielt er 2001 den National Book Award verliehen. Schon vorher hat ihn die Zeitschrift The New Yorker unter die "Twenty Writers for the 21st Century" gerechnet. Jonathan Franzen lebt in New York.

Pressestimmen

Jonathan Franzens Familienchronik hat am internationalen Buchmarkt mächtig Aufsehen erregt. Nach Erscheinen der deutschen Übersetzung Anfang des Jahres schlossen auch hierzulande viele Leser das schrullige Ehepaar Lambert und ihre drei Sprößlinge Gary, Chip und Denise in ihr Herz. Jetzt erscheint Franzens Meisterwerk als gekürzte Hörfassung auf 10 CDs. Und die kann es trotz Langstrecke mit der Roman-Vorlage aufnehmen - Hörbuch-Profi Ulrich Pleitgen sei Dank. Mit sehr viel Feingefühl akzentuiert er Franzens analytisch-sarkastischen Text, vermeidet Überzeichnungen im Vortrag und betont die verständnisvollen Zwischentöne des Autors. Diese Droge macht auch bei ohraler Einnahme sofort abhängig!
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Es gibt ihn wieder, den großartigen Roman, der weit ausholt und eine richtige Geschichte erzählt, geschrieben in einer wunderbaren Sprache. Die Rede ist von "Die Korrekturen", verfasst von Jonathan Franzen, der mit diesem Buch die Tradition der "Great American Novel" neu belebt.
St. Jude im Mittelwesten ist die Heimat von Enid und Alfred Lambert. Ihre drei Kinder sind längst aus dem Haus und die beiden freuen sich auf ihren Urlaub. Eine Kreuzfahrt der Spitzenklasse soll Enid vergessen lassen, dass ihr Mann unheilbar an Parkinson erkrankt ist. Doch zuvor ist ein kleiner Abstecher nach New York zu ihrem mittleren Sohn Chuck vorgesehen.
Chuck, der gerade erfahren hat, dass es mit dem Professoren - Job an der Universität leider doch nichts wird und sein Drehbuch bei seinem Agenten auch keine Begeisterungsstürme erzeugt, ist nicht sonderlich erfreut, seine Eltern zu bewirten. Lange hat er sie nicht mehr gesehen und am liebsten drückt er sich vor lästigen familiären Pflichten. Als ihn dann auch noch, kurz bevor seine Eltern bei ihm eintreffen, die Freundin verlässt, ist für Chuck das Fass am überlaufen. Zeit eine kurze Verschnaufpause einzulegen. Schließlich kann seine jüngere Schwester Denise die Gastgeberpflichten als erfolgreiche Restaurant - Geschäftsführerin viel besser übernehmen als er.
Es ist nicht das erste Mal, dass Denise Chuck aus der Patsche hilft. Für ihren eigenen Scherbenhaufen im Leben, den sie gerade dabei ist mühsam zusammenzuflicken, interessiert sich in der Familie sowieso kein Mensch. Ihre Mutter wird Denise immer an ihrem ältern Bruder Gary messen, der neben einem erfolgreichen Job sogar eine eigene Familie mit funktionierender Ehe und drei wohl geratene Sprösslinge vorweisen kann. Doch Vorsicht, auch bei ihm trügt der oberflächliche Schein.
Enid hat an ihre drei Kinder nur einen einzigen Wunsch: Sie möchte ein letztes Mal zusammen Weihnachten in ihrem eigenen Haus in St. Jude feiern, denn es ist für alle Familienmitglieder leicht durchschaubar, dass sich Alfreds Zustand rapide verschlechtert und das Haus für die beiden zu groß wird. Also, noch einmal Weihnachtsbaum und Kerzenschein mit trautem Glück und keinen Streitereien. Eine schwierige Forderung an alle Beteiligten.
Aus kurzem zeitlichen Abstand, es sind tatsächlich nur drei Stationen, - der Besuch bei Chuck in New York, die Kreuzfahrt und das Weihnachtsfest -, entwickelt Jonathan Franzen eine verzweigte Familiengeschichte mit fein austarierten Charakteren. In hervorragend geschnittenen Rückblenden deckt er die Schwierigkeiten der einzelnen Familienmitglieder miteinander auf. Ganz deutlich hebt er die Sprachlosigkeit von Chuck hervor, der es nicht fertig bringt, seinem Vater zum 75. Geburtstag zu gratulieren und solange mit dem Anruf wartet, bis der alte Mann zu Bett gegangen ist. Oder die Lügen, die er seinen Eltern wortreich auftischt, von denen er weiß, dass nichts davon so stimmt, wie er es schildert.
Auch die Sprache von Jonathan Franzen ist erfrischend und unverbraucht. Er spielt mit ungewöhnlichen Vergleichen, "zwei leere Stunden waren eine Nebenhöhle, in der Infektionen keimten", oder erfindet neue Wortbilder, wenn er "vom Barschbauchweiß des Himmels" spricht, "das allmählich die Farbe von Fischflossen und Fischrücken annahm".
Der Familienhorror findet seinen Höhepunkt am Weihnachtsfest. "Nie hatte es Denise in den Kopf gewollt, dass das Leben in St. Jude zu einem solchen Alptraum geworden sein könnte; und welches Recht hatte man, einfach weiterzuatmen, ja, schlimmer noch, zu lachen und zu schlafen und sich das Essen schmecken zu lassen, wenn man sich nicht einmal vorzustellen vermochte, wie schwer das Leben eines anderen war?"
Man kann nicht genug von diesem herausragenden Buch schwärmen, das mit Sicherheit alle Leser, die den Roman "Der menschliche Makel" von Philip Roth genossen haben, überzeugen wird. Wer sich dieses einmalige Vergnügen entgehen lässt - selber Schuld.
Manuela Haselberger
EAN: 9783498020866
ISBN: 3498020862
Untertitel: Originaltitel: The Corrections. Lesebändchen.
Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: Juli 2002
Seitenanzahl: 784 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Bettina Abarbanell
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

katzenminze - 15.06.2014, 17:24
Lest! Es lohnt sich.
Ich hatte das Glück, dieses Jahr zum Welttag-des-Buches Die Korrekturen verschenken zu dürfen. Und natürlich auch selbst zu lesen. Ein bisschen überrascht war ich zwar vom Umfang des Romans, aber es hat sich definitiv gelohnt! Der Roman dreht sich im Großen und Ganzen um fünf Personen. Alfred und Enid - die Eltern - und ihre drei erwachsenen Kinder Denise, Chip und Gary. Jeder der fünf hat sein eigenes Leben und spezielle Probleme damit. Franzen beschreibt unglaublich intensiv, genau und einfühlsam die Gefühlswelten der fünf. Das Großartige an diesem Roman sind zum einen die Schreibweise, der intensive und persönliche Stil, der vor allem Anfangs befremdlich wirken mag, aber dem Roman ausmacht und dem man immer mehr zu schätzen weiß, desto weiter man liest. Auch sprachlich sind Die Korrekturen eine Freude. Viele gelungene Metaphern und eine oft bildhafte Sprache setzen Highlights. Zum Anderen bewegt die Geschichte an sich. Die Familie die nicht aus ihrer Haut kann, sich missversteht und doch besten Willens ist. Einfach wunderbar wie sich die Chraktere trotzdem entwickeln. Alles fügt sich zusammen. Der Roman ist sicher nichts für Einsteiger, aber wer zum Beispiel Frank Schätzings ausschweifende Sprache mag, oder den Stil Ian McEwans, dem wird auch dieses Buch gefallen. Eine intensive Geschichte mit interessanter wie gelungener Sprache und einem bewegenden Schluss. Ich kann nur sagen: Lest! Es lohnt sich.
katzenminze - 12.06.2014, 19:48
Lest! Es lohnt sich.
Ich hatte das Glück, dieses Jahr zum Welttag-des-Buches Die Korrekturen verschenken zu dürfen. Und natürlich auch selbst zu lesen. Ein bisschen überrascht war ich zwar vom Umfang des Romans, aber es hat sich definitiv gelohnt! Der Roman dreht sich im Großen und Ganzen um fünf Personen. Alfred und Enid - die Eltern - und ihre drei erwachsenen Kinder Denise, Chip und Gary. Jeder der fünf hat sein eigenes Leben und spezielle Probleme damit. Franzen beschreibt unglaublich intensiv, genau und einfühlsam die Gefühlswelten der fünf. Das Großartige an diesem Roman sind zum einen die Schreibweise, der intensive und persönliche Stil, der vor allem Anfangs befremdlich wirken mag, aber dem Roman ausmacht und dem man immer mehr zu schätzen weiß, desto weiter man liest. Auch sprachlich sind Die Korrekturen eine Freude. Viele gelungene Metaphern und eine oft bildhafte Sprache setzen Highlights. Zum Anderen bewegt die Geschichte an sich. Die Familie die nicht aus ihrer Haut kann, sich missversteht und doch besten Willens ist. Einfach wunderbar wie sich die Chraktere trotzdem entwickeln. Alles fügt sich zusammen. Der Roman ist sicher nichts für Einsteiger, aber wer zum Beispiel Frank Schätzings ausschweifende Sprache mag, oder den Stil Ian McEwans, dem wird auch dieses Buch gefallen. Eine intensive Geschichte mit interessanter wie gelungener Sprache und einem bewegenden Schluss. Ich kann nur sagen: Lest! Es lohnt sich.
Elisabeth Stein-Salomon - 30.11.2006, 19:33
ein großer Gesellschaftsroman!
Jonathan Franzen erzählt die Geschichte einer Familie aus dem Mittleren Westen in Amerika. Die Lamberts werden mit ihren Sorgen, Hoffnungen, Ängste und Neurosen sehr menschlich dargestellt, komisch und tief traurig zugleich. Doch Franzen hat mehr als die Geschichte einer Familie geschrieben. Indem er das persönliche Drama mit globalen Ereignissen von Gentechnik über Aktienboom, Internetrevolution oder der Tyrannei der Political Correctness verknüpft, ist ihm ein großer Gesellschaftsroman gelungen. Schnelle Dialoge und Wechsel der Perspektive erzeugen eine szenische Dynamik, die den Leser im Strom der Erzählung mitreißt. Jonathan Franzens Roman überrascht den Leser immer wieder und bietet ein grosses, auf keiner der 780 Seiten nachlassendes Lesevergnügen.
Bernhardina - 11.10.2005, 11:11
Aller Anfang ist schwer
Häufig fällt der Anfang schwer - nicht nur beim Schreiben eines Briefes sondern auch beim Lesen eines Buchs. "Die Korrekturen" machen es dem Leser gerade zu Beginn nicht leicht. Man wird sofort in die Streitigkeiten eines alten Ehepaares hineingezogen, wundert sich über das teilweise merkwürdige Verhalten der beiden Ehepartner und erfährt nebenbei von den Problemen eines ihrer Söhne, der als ein totaler Versager im beruflichen und privaten Bereich dargestellt wird. Dazu kommt noch ein intensiv beschriebene Drogenerfahrung. Ich gestehe, dass ich schon kurz davor war, das Buch ungelesen weiterzuverschenken, da ich das Gefühl hatte, dass der Autor hier gewollt modern schreiben wollte, was andere schon vor zwanzig Jahren besser konnten. Im weiteren Verlauf des Buchs fängt man jedoch an, die raffinierte Konstruktion der Abläufe und Rückblenden zu bewundern und freut sich an der dichten Sprache. Auch gewinnen die Figuren einen Großteil ihrer Würde zurück und man kann hinter den Karikaturen den Menschen inklusive seiner Gefühle und Beweggründe erkennen. Besonders schön ist die Parallelität, mit der die Leben des alten Ehepaares Alfred und Enid und ihrer drei Kinder unabhängig voneinander in immer größeres Chaos versinken und sich wieder ordnen. Trotzdem trägt der Autor für meinen Geschmack an vielen Stellen zu dick auf, was einen künstlichen Eindruck hervorruft und den Text öfter in eine - nicht immer gelungene - Satire verwandelt.