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Diana oder Die einsame Jägerin


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kartoniert
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Februar 1998

Beschreibung

Beschreibung

Die Geschichte einer großen Leidenschaft, die Geschichte eines großen Versäumnisses. Geschrieben von dem fast siebzigjährigen Carlos Fuentes in memoriam an seine nur knapp zwei Monate währende amour fou mit der einunddreißigjährigen Schauspielerin Jean Seberg. Ihre Liebe begann an einem Silvesterabend. Auf einer Party begegnen sie sich, der Autor, 40 Jahre alt, schon damals berühmt über die Grenzen Mexikos hinaus, und Jean Seberg, die als Siebzehnjährige in der Rolle der Jungfrau von Orleans ein Star wurde. Das Idol einer Generation in Jean Luc Godards Film Außer Atem. In der Ödnis eines mexikanischen Bergstädtchens, wo die Schauspielerin einen Film dreht, flüchten sie sich in eine Liebe, die scheitern mußte. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen: der Autor, ein Ruheloser und Don Juan, dessen wahre Geliebte die Literatur ist, und Diana, die ihre Jagd nach dem Leben rastlos fortsetzt. Carlos Fuentes erzählt, schonungslos gegen sich selbst, die Geschichte einer verfehlten Liebe.

Portrait

Carlos Fuentes, am 11. November 1928 in Panama geboren, studierte Jura und schlug zunächst die diplomatische Laufbahn ein, um sich dann vor allem dem Schreiben und der Literatur zuzuwenden. 1975/76 mexikanischer Botschafter in Paris. Lehrauftrag in Harvard. Sein Werk umfasst zahlreiche literarische und politische Essays, Theaterstücke, Erzählungen und Romane. 1987 erhielt Carlos Fuentes die höchste Auszeichnung der spanischsprachigen Welt: den Cervantes-Preis. 2011 wurde Carlos Fuentes mit dem "Formentor"-Literaturpreis geehrt. Der Autor verstarb im Jahr 2012.
EAN: 9783596137145
ISBN: 3596137144
Untertitel: Roman. Originaltitel: Diana o la cazadora solitaria. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Februar 1998
Seitenanzahl: 236 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Ulrich Kunzmann
Format: kartoniert

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Polar - 08.09.2008, 15:18
Atemlos
Noch heute ranken die Männerphantasien um Jean Seberg. Wer sie in Godards Außer Atem gesehen hat, dem haftet das Bild einer jungen Zeitungen verkaufenden Amerikanerin im Gedächtnis, die sie allzu gerne von sich gegeben hat: unbeschwert, ständig auf der Suche nach dem Abenteuer, dem Leben, naiv und doch mit dem Esprit der Freiheit behaftet. Carlos Fuentes erzählt in seinem Roman von der Begegnung zwischen ihr und ihm. Nur heißt sie hier Diana Soren und hat zufällig auch die Jungfrau von Orleans gespielt. Der Autor steckt in einer Krise und läßt sich auf eine unbeherrschbare Liebe ein, verfällt Sebergs betörendem Sinn, bis zum Äußersten zu gehen, und den quälenden Zweifeln. Fuentes zeichnet vor allem die Widersprüche nach und nimmt sich als Autor nicht aus. Rückblickend erscheint ihre Liebe von Anfang an wie eine Totgeburt. Sie zu erleben, erweist sich für ihn jedoch als etwas, das durch sein ganzes Leben nachhallt. Dass er die Fiktion vortäuscht, um von sich zu erzählen, mag als Schutz gedacht sein, doch durch sie vermag er womöglich, tiefer zu graben, als es ihm in einer Autobiographie gelungen wäre. Zwei Künstler, die sich auf schwankendem Boden begegnen, wo jeder im anderen den Halt sucht und ihn nicht findet. Gleichzeitig beschreibt Fuentes eine Zeit, die sich im Umbruch befindet, die Lösungen in Händen zu halten glaubt, sich ihnen radikal verschreibt und ihr Scheitern nicht erträgt. Ein Roman nicht für Schlüssellochgucker, eher für Literaturliebhaber, die sich einem Seitenblick in das Leben eines Autors nicht verwehren.