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Der Balkon


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Beschreibung

Beschreibung

Das Freudenhaus "Der Balkon" ist ein "Haus der Illustionen". Jeder kann hier die Rolle spielen, nach der ihn gelüstet. Das barocke Stück bildet die reale Welt als Schein ab und denunziert sie als bloßes Theater.

Portrait

Jean Genet 1910 in Paris geboren, gestorben 1986.§Das Kind wird von der öffentlichen Fürsorge einer Handwerkerfamilie im Morvan anvertraut. Mit 13 Jahren verläßt er die Schule mit der Berechtigung zum Besuch weiterführender Anstalten. Aber die Atmosphäre der einem Zögling der öffentlichen Fürsorge offenstehenden Institutionen entspricht nicht den verwöhnten Freiheitsgewohnheiten des belesenen und begabten Jungen. Er läuft davon, landet schließlich in der berüchtigten "landwirtschaftlichen Erziehungskolonie" Mettray. Von dort verpflichtet er sich zum Militärdienst und verbringt einige Jahre als Soldat im Libanon, in Syrien und in Marokko. Nach Kreuz- und Querfahrten durch Europa kehrt er nach Paris zurück, schlägt sich irgendwie durch, und wird schließlich von Cocteau entdeckt, für den "seine Gedichte das einzige große Ereignis der Epoche" bedeuten. Ab 1944 erscheinen seine Romane, um 1960 wird er als Dramatiker weltberühmt und 1983 mit dem Französischen Nationalpreis ausgezeichnet.
EAN: 9783926112880
ISBN: 3926112883
Untertitel: 'Merlin Theater'. o. J. Neuauflage, Nachdruck 2003.
Verlag: Merlin Verlag
Seitenanzahl: 88 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Georg Schulte-Frohlinde
Format: kartoniert

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Polar - 03.03.2008, 18:58
Bei Madame Irma
Die Revolution ist ausgebrochen. Irgendwo da draußen. Während drinnen im Bordell die guten Bürger Rollen spielen, sich die Masken abreißen, indem sie sich hingegeben und ihren Masken weitere Masken aufsetzen. Leicht macht es Genet dem Theater nicht. Seine Dramaturgie ist angelegt, wie ein Spiegel, der erst einen leichten Riß aufweist und sich allmählich in sich verzweigt, in unzählige Ästelungen ausufert, obwohl wir nie vergessen, dass es ein Spiegel ist. Es wird Kritik geäußert, doch birgt sie einen Funken Verständnis, erscheint der Schein als einziger Ausweg, mit diesem Leben überhaupt fertig zu werden. Lust wird mit einmal zu einem harten Stück Brot, das selbst aufgeweicht, einem keine Befriedigung bringt. Ein hinterhältiges Stück, eine Szenerie an der man sich die Zähne ausbeißen kann, wenn man sie zu oberflächlich betrachtet. Eine echte Herausforderung. Und wieder einmal bleibt das Gefühl zurück, dass Genet milde lächelt, wenn wir glauben, ihn verstanden zu haben.