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Querelle


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kartoniert
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Januar 1974

Beschreibung

Beschreibung

Dieser schockierende Roman um den Matrosen und Mörder Querelle ist das Tagebuch eines Verdammten, den nichts retten kann, es sei denn die Objektivierung des Entsetzens durch Sprache. Jean Genet spricht das Intimste und das Öffentlichste aus, die Verwandlungen der Grausamkeit in Entzücken und des Entzückens in Grausamkeit, die Riten der Mörder, Opfer und Henker, die miteinander identisch sind. Jena Genet, der "dämonische Rhetor" (Jean-Paul Sartre), entblößt sich in diesem Roman ganz, er protestiert gegen die Tabus - er ist frei.

Portrait

Jean Genet 1910 in Paris geboren, gestorben 1986.§Das Kind wird von der öffentlichen Fürsorge einer Handwerkerfamilie im Morvan anvertraut. Mit 13 Jahren verläßt er die Schule mit der Berechtigung zum Besuch weiterführender Anstalten. Aber die Atmosphäre der einem Zögling der öffentlichen Fürsorge offenstehenden Institutionen entspricht nicht den verwöhnten Freiheitsgewohnheiten des belesenen und begabten Jungen. Er läuft davon, landet schließlich in der berüchtigten "landwirtschaftlichen Erziehungskolonie" Mettray. Von dort verpflichtet er sich zum Militärdienst und verbringt einige Jahre als Soldat im Libanon, in Syrien und in Marokko. Nach Kreuz- und Querfahrten durch Europa kehrt er nach Paris zurück, schlägt sich irgendwie durch, und wird schließlich von Cocteau entdeckt, für den "seine Gedichte das einzige große Ereignis der Epoche" bedeuten. Ab 1944 erscheinen seine Romane, um 1960 wird er als Dramatiker weltberühmt und 1983 mit dem Französischen Nationalpreis ausgezeichnet.
EAN: 9783499116841
ISBN: 3499116847
Untertitel: 'rororo Taschenbücher'. Mit Abbildungen.
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Januar 1974
Seitenanzahl: 224 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Ruth Uecker-Lutz
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Polar - 04.02.2008, 18:44
Angespült
Als der Roman in mitten der miefigen Fünfziger Jahre erschien, war gerade der Existenzialismus losgetreten worden und Querelle de Brest schlug wegen seiner rücksichtslosen Darstellung vom Homosexualität und dem Glauben an Freiheit hohe Wellen. Einer Freiheit, die sich nur im Abstreifen aller Gesetze, Hindernisse, Widerstände äußert, die weder Rücksicht auf sich selbst noch auf andere nimmt. Nicht umsonst setzte sich Sartre für die Freilassung des Autors aus dem Gefängnis ein und begegnete ihm wie eine Art Geistesverwandten. Genets Roman findet dabei heute weniger Aufmerksamkeit als seine Stücke, die immer wieder in die Spielpläne drängen. Wie sie bleibt er jedoch eine Herausforderung für einen Leser. Es mag aus heutiger Sicht, angesichts der sexuellen Freiheit, die wir uns medial zugestehen, altbacken erscheinen. Die Frage nach dem, was die Freiheit des Menschen und den Weg zu ihr ausmachen, ist er es sicher nicht und lässt Genets schriftstellerisches Werk nicht verstauben.