EBOOK

Gedichte


€ 11,95
 
gebunden
Sofort lieferbar
Januar 1999

Beschreibung

Beschreibung

Von frühen Hymnen, die zuerst 1890 erschienen, bis zu Beispielen aus der 1928 veröffentlichten Sammlung letzter Gedichte bietet diese Auswahl einen Querschnitt durch das Schaffen Georges. Sie rundet das Bild ab durch Proben seiner Übertragungen fremdsprachiger Dichtungen, etwa Dantes, Shakespeares oder Baudelaires.

Portrait

Stefan George, 1868 in Büdesheim bei Bingen geboren, war als Sohn eines wohlhabenden Weingutbesitzers nie zur Berufswahl gezwungen. Nach dem Abitur reiste er durch Westeuropa, studierte zwischendurch in Berlin u.a. Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte, traf aber vor allem mit den französischen Symbolisten zusammen. Diese Begegnung bestärkte ihn in seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem in Deutschland verbreiteten literarischen Realismus. Ab 1900 lebte er überwiegend in Deutschland: In München wurde er in der Schwabinger Boh me als Dichterfürst inszeniert und verehrt, in Heidelberg und Berlin verkehrte er in bildungsbürgerlichen Kreisen. 1927 wurde ihm der erste Goethe-Preis verliehen. George zog sich schließlich 1933 nach Minusio zurück, nachdem ihm Josef Goebbels die Präsidentschaft einer neuen deutschen Akademie für Dichtung angeboten hatte. Er verweigerte dieses Angebot und starb am 4. Dezember, betrauert von seinen Schülern und Verehrern. §

Leseprobe

Sei rebe die blümt...

Sei rebe die blümt
Sei frucht die betört
Dir lieb und gerühmt ..
Nur meide was stört

Was siecht und vermorscht
Was hastet und brüllt ..
Von seltnen erforscht
Der menge verhüllt

Begehre das graun
Das schwellt nicht mehr sprengt -
Das schöne zu schaun
Das wärmend nicht sengt

Bis traumstill auf höhn
Der strahl in dir tauscht
In goldnem getön
Dein leben verrauscht.



Im windes-weben...

Im windes-weben
War meine frage
Nur träumerei.
Nur lächeln war
Was du gegeben.
Aus nasser nacht
Ein glanz entfacht -
Nun drängt der mai
Nun muss ich gar
Um dein aug und haar
Alle tage
In sehnen leben.



Pressestimmen

»Die Auswahl verrät Kennerschaft, ist repräsentativ und berücksichtigt alle Versbücher des Dichters. ... Ernst Kletts Nachwort ist vorzüglich; auf gut zwanzig Seiten wird das sachlich Notwendige mit Überlegenheit, mit Würde ohne Pathos gesagt.«
Die Zeit, 4.11.1983
»Kletts Nachwort vergegenwärtigt die entschwundene Gestalt, nimmt sie so ernst, wie viele Mitlebende sie nahmen, ohne doch im mindesten dem Pathos ihrer Propheten zu verfallen. Das Zeitbedingte wird gesehen, die Bedenklichkeiten kommen zur Sprache: der Kult Maximins und die Fäden, die vom >Neuen Reich< ins Dritte führten.«
Süddeutsche Zeitung, 3./4.12.1983
»Über George ist gelächelt worden, das Gehaben seiner Lorbeer-Jünger bot Anlass zu Witzeleien. Heute ist, wie Ernst Klett im lohnenden Nachwort schreibt, >Das Scheitern des so Hochgemut-Gewollten festzustellen<. Was nicht daran hindert, Gedichten von seltsamer Aufsässigkeit und kulturgeschichtlicher Präsenz Respekt zu zollen.«
Basler Zeitung, 15.6.1984
EAN: 9783608932232
ISBN: 3608932232
Untertitel: 'Cotta's Bibliothek der Moderne'. Neuauflage.
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 1999
Seitenanzahl: 128 Seiten
Format: gebunden
Es gibt zu diesem Artikel noch keine Bewertungen.Kundenbewertung schreiben