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Gesundheitspsychologie


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kartoniert
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Januar 1997

Beschreibung

Beschreibung

Das Buch liefert für das relativ junge Fachgebiet der Gesundheitspsychologie
Grundlagenkenntnisse. Ein Teil des Bandes befaßt sich mit gesundheitsfördernden
bzw. -mindernden Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum,
Ernährung und sportlicher Aktivität. Den psychologischen Aspekten von Krankheit
und Gesundheit, wie z.B. der Bewältigung von Streß, dem Umgang mit chronischen
Krankheiten und Schmerz sowie der Bedeutung sozialer Unterstützung, subjektiver
Krankheitstheorien und von Rehabilitation ist ein weiterer Teil des Buches
gewidmet. Schließlich werden Fragen der Diagnostik, der Beratung, Prävention
und Evaluation behandelt.
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Vorwort

Nachdem die erste Auflage dieses Buches im Jahre 1990 erschienen war, folgte bald eine Flut von Publikationen, die den Begriff Gesundheitspsychologie im Titel trugen. Zwei Jahre später schon hat derselbe Verlag eine Buchreihe zur Gesundheitspsychologie ins Leben gerufen, die inzwischen sieben Bände umfaßt. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie gründete 1992 die Fachgruppe Gesundheitspsychologie. Ein Jahr später begannen die regelmäßigen Fachtagungen dieser Organisation, gleichzeitig nahm die Zeitschrift für Gesundheitspsychologie ihr Erscheinen auf. Diese Daten markieren den Beginn des neuen Faches in Deutschland, nachdem eine weltweite Entwicklung vorausgegangen war, die unter anderem dadurch dokumentiert ist, daß mindestens zehn englischsprachige Fachzeitschriften um eine globale Versorgung mit wissenschaftlichen Originalbeiträgen bemüht sind. Multimediale Informationen vermehren sich täglich im World Wide Web, in Deutschland am besten nachzusehen unter der Adresse: http://userpage.fu-berlin.de/-ahahn/ Der Gegenstand der Gesundheitspsychologie zielt insbesondere auf Verhalten, Kognition, Emotion und Motivation im Zusammenhang mit Erkrankungen, gesundheitlichen Risiken und Präventionsmaßnahmen. Sie bearbeitet unter anderem Themen, die bisher auch in der Pädagogischen Psychologie, in der Klinischen Psychologie und in der Verhaltensmedizin behandelt worden sind. Der Unterschied zu diesen Disziplinen liegt aber darin, daß Gesundheitspsychologie sich auf andere Erkenntnisse stützt, nämlich solche, die primär aus der Grundlagenforschung, insbesondere der Sozialpsychologie, stammen. Folgende Definition des Faches wird zugrunde gelegt: "Gesundheitspsychologie ist ein wissenschaftlicher und pädagogischer Beitrag der Psychologie zur a) Förderung und Erhaltung der Gesundheit, b) Verhütung und Behandlung von Krankheiten, c) Bestimmung von Risikoverhaltensweisen, d) Diagnose und Ursachenbestimmung von gesundheitlichen Störungen, e) Rehabilitation und f) Verbesserung des Systems gesundheitlicher Versorgung. Sie befaßt sich vor allem mit der Analyse und Beeinflussung gesundheitsbezogener Verhaltensweisen des Menschen auf individueller und kollektiver Ebene". Während die Klinische Psychologie ein Anwendungsfach darstellt, in dessen Mittelpunkt die individuelle Diagnose und Therapie seelischer Störungen steht, ist die Gesundheitspsychologie etwas stärker grundlagenorientiert und zielt dabei auf die Genese und Prävention von körperlichen Erkrankungen sowie insbesondere den Risiko- und Gesundheitsverhaltensweisen. Um deutlicher zu machen, worin die Besonderheiten der Gesundheitspsychologie liegen, soll kurz auf ihre Beziehungen zur Verhaltensmedizin und zur Gesundheitswissenschaft (Public Health) eingegangen werden. Die Verhaltensmedizin stellt ein bereits interdisziplinäres Feld dar, während die Gesundheitspsychologie als ein Integrationsfach innerhalb der Psychologie angesehen wird. Beide Ansätze gehen von der Prämisse aus, daß dem Verhalten eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Bewältigung von Krankheiten zukommt. Die Verhaltensmedizin befaßt sich mit den Entstehungsbedingungen, der Prävention und der Behandlung von Krankheiten, wobei die Behandlungskonzepte überwiegend der klinischen Verhaltenstherapie verpflichtet sind. Verhaltensmedizin stellt eine Schnittstelle zwischen Medizin und Sozialwissenschaften dar. Gesundheitspsychologie dagegen ist nicht interdisziplinär, sondern sie versteht sich als ein neues psychologisches Fach, das sich mit den Entstehungsbedingungen und der Prävention von gesundheitlichen Störungen und Risikofaktoren befaßt. Dies geschieht unter Rückgriff auf andere psychologische Fächer und unter besonderer Berücksichtigung protektiver Faktoren von Gesundheit. Die Public Health wird eher definiert als Wissenschaft und Praxis der Krankheitsverhütung, Lebensverlängerung und der Förderung psychischen und physischen Wohlbefindens durch gemeindebezogene Maßnahmen. Dazu tragen vor allem Epidemiologen, Soziologen, Sozialmediziner, Psychologen und Pädagogen bei. Da der Gegenstand der Gesundheitspsychologie inzwischen recht gut bekannt und anerkannt ist, habe ich für die zweite Auflage dieses Buches auf das allgemeine Einführungskapitel verzichtet. Die damalige Fassung ist aber durchaus noch aktuell als erste Einführung und kann dort nachgelesen werden. Darüber hinaus hat sich die Konzeption des Bandes radikal geändert. Auf 14 Themen wurde ganz verzichtet 8 Themen sind neu hinzugekommen, und die übrigen Kapitel sind gründlich überarbeitet und aktualisiert worden. Durch die Straffung des Inhalts bei gleichzeitige Ausdehnung des Umfangs hat sich der Gebrauchswert des Lehrbuchs verändert: Es ist weniger zum Nachschlagen als vielmehr zum Studieren geeignet, indem es die wichtigsten Bereiche der Gesundheitspsychologie in der nötigen Ausführlichkeit repräsentiert. Daß vieles fehlt, liegt in der Natur der Sache. Es gibt zum Beispiel unzählige Gesundheitsverhaltensweisen, die es wert wären, hier behandelt zu werden. Aber der Zweck liegt nicht in der Vollständigkeit wie bei einem Lexikon, sondern der exemplarischen Auswahl einiger Themen, an denen sich gut studieren läßt, worum es in der Gesundheitspsychologie geht. Dank gebührt den Autoren, die sich bereitgefunden haben, ihre damaligen Beiträge gründlich zu aktualisieren oder die mit einem neuen Beitrag hinzugekommen sind. Ein derart umfangreiches Werk mit vielen Beiträgen innerhalb eines knappen Jahres neu zu gestalten und zu aktualisieren, erfordert nicht nur Engagement und Disziplin aller Beteiligten, sondern auch eine effiziente Organisation seitens der Herstellung. Dafür danke ich ganz besonders Frau Bärbel Günther, die für den Kontakt mit den Autoren und die technische Produktion der Druckvorlage verantwortlich war und dies auf vorzüglicher Weise geleistet hat. Berlin im Frühjahr 1996 Ralf Schwarzer
EAN: 9783801709891
ISBN: 3801709892
Untertitel: Ein Lehrbuch. 2. , überarbeitete und erweiterte Auflage.
Verlag: Hogrefe Verlag GmbH + Co.
Erscheinungsdatum: Januar 1997
Seitenanzahl: X
Format: kartoniert
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