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Auroras Anlaß


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kartoniert
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April 1989

Beschreibung

Beschreibung

"Eines Tages sah sich Aurora Rodríguez veranlaßt, ihre Tochter zu töten." So beginnt die außergewöhnliche Geschichte der Spanierin Aurora Rodríguez, die auf der Suche nach Selbstverwirklichung an die Schranken gesellschaftlicher Konventionen stößt und ihre Träume von einer besseren Welt von einer anderen, fähigeren Person realisiert sehen möchte: einer Frau, ihrer Tochter Hildegart.

Portrait

Born in Steyr in 1954. After completing a degree in German and Spanish, he worked as a teacher and lecturer at universities in Madrid and Vienna. He now lives as a writer and translator in Vienna.
EAN: 9783257217315
ISBN: 3257217315
Untertitel: 'Diogenes Taschenbücher'.
Verlag: Diogenes Verlag AG
Erscheinungsdatum: April 1989
Seitenanzahl: 160 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Christina Wolf - 17.02.2013, 23:39
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Es war das erste Buch, welches ich von diesem Autor las, aber mit Sicherheit nicht das letzte. Seine schnörkellose Sprache vermag doch und vielleicht genau deswegen, sehr ergreifend das Drama eines Kindes erzählen, welches statt Liebe, Erziehung und Bildung erhielt. Die Geschichte von Hildegart beruht auf einer wahren Begebenheit und umso bewegender ist sie. Sie zeigt, dass Eltern niemals ihre eigenen verpassten Gelegenheiten auf ihre Kinder übertragen, noch sie zu einem Leben zwingen und nötigen dürfen, welches nicht das ihre ist. Das einzige was ein Kind wirklich braucht, ist tiefe, aufrichtige Liebe und den Respekt vor dieser uns ausgelieferten Person als eigenständige Persönlichkeit, mit ihren Rechten und, auch zum späteren Zeitpunkt, ihrer Freiheit. Diese traurige Biografie zeigt, dass kein Mensch, das Eigentum eines anderen ist und vor allem nicht zum Nutzen eines anderen auf dieser Erde lebt. ¿
Xirxe - 22.12.2011, 19:04
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Aurora Rodriguez erschießt im Juni 1933 ihre 18jährige Tochter Hildegart. Aurora, erzogen von einer lieblosen Mutter, deren Hauptaugenmerk auf Äußerlichkeiten gerichtet ist, wird von ihrem Vater, der mehr in seinen Ideologien lebt als in der realen Welt, sensibilisiert für die Ungerechtigkeiten die den Armen, den Arbeitern, den Frauen widerfahren. Sie ist wissensdurstig, eignet sich selbständig Wissen an in der Bibliothek ihres Vaters und will nichts weniger als die Welt zum Bessern ändern. Doch als Frau und aufgrund ihrer zu geringen Bildung sind ihre Möglichkeiten begrenzt. Erst als ihre Eltern sterben und sie finanziell unabhängig ist, bietet sich eine neue Möglichkeit: Aurora bekommt eine Tochter, die sie ohne Mann in der Art und Weise erzieht, dass dieses Mädchen in der Lage sein wird, die Gesellschaft zum Positiven zu ändern. Und es scheint zu gelingen: Hildegart beginnt mit 14 zu studieren, schließt sich zuerst den Sozialisten, dann den Föderalisten an, schreibt Bücher und Broschüren für die Gleichberechtigung der Frau, tritt für die Geburtenregelung und die sexuelle Freiheit ein. Doch dann entwickelt Hildegart eigene Wünsche und Vorstellungen, die von denen der Mutter abweichen und sie nimmt ein Angebot an, in London zu arbeiten. Aurora kann dies nicht akzeptieren. Neben dieser Geschichte wird auch die damalige Situation in Spanien geschildert. Ich persönlich fand dies bereichernd, da es einerseits die Lage deutlicher macht, in der sich die Protagonistinnen befinden und andererseits habe ich wieder ein paar Sachen dazugelernt :-) Auroras Anlaß wird in einer sachlichen und nüchternen Sprache berichtet - manchmal hat man das Gefühl, man liest die Unterlagen für das Gericht, vor dem der Prozeß stattfindet. Doch gerade durch diese Sprache wirkt diese Erzählung so eindrücklich. Schuld wird hier niemandem zugewiesen. Nicht nur Hildegart ist als Eigentum, als Objekt ihrer Mutter ein Opfer, auch Aurora ist es auf ihre Art.