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Oktober 1999

Beschreibung

Beschreibung

Aufs¿e und Reden von Hannes Heer
Die Texte kombinieren die objektive und Subjektive Wahrnehmung des Vernichtungskrieges und verschr¿en die asynchronen Zeitebenen von Ereignis und Erinnerung

Der Krieg gegen die Sowjetunion war ein besonderer Krieg, deutlich unterschieden von den ¿erf¿en im Westen und im Norden Europas. Hitler definierte ihn als "Kampf zweier Weltanschauungen" und verlangte von seinen Gener¿n, ihn als Vernichtungskrieg zu f¿hren. Das Ergebnis war der millionenfache Mord an Kriegsgefangenen, Juden und anderen Zivilisten.
Viele Soldaten der Wehrmacht teilten die rassistische Weltsicht und identifizierten sich mit den Eroberungszielen im Osten. Aber sie waren keine Massenm¿rder. Dazu wurden sie erst unter den Bedingungen des Vernichtungskrieges. Indem sie den Rotarmisten zur "Bestie" erkl¿en und den Juden in einen "Partisanen" verwandelten, gelang es ihnen, das Kriegsverbrechen als angemessene Reaktion und den V¿lkermord als milit¿sche Notwendigkeit zu legitimieren.
Nach dem Scheitern des Blitzkrieges und unter dem Eindruck des permanenten R¿ckzugs wurde das eigene Tun als "Pflicht" gedeutet und zur Tugend veredelt. Dieses Selbstbild wurde zum Kern der Legende der "sauberen Wehrmacht", die nach 1945 die ¿ffentliche Diskussion bestimmte und in den Zeiten des Kalten Krieges zum offiziellen Geschichtsbild wurde. In ihrem Schutz konnten die ehemaligen Soldaten ihre virulenten Alptr¿e und die aufkommenden Schuldgef¿hle unterdr¿cken oder vergessen. Die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" hat mit der Zerst¿rung der Legende auch diesen Selbstschutz zum Einsturz gebracht.
Hannes Heer analysiert in seinen Aufs¿en den Judenmord und den Partisanenkrieg im Osten und reagiert auf die Frage, wie es m¿glich war, da¿Soldaten der Wehrmacht zu Massenm¿rdern wurden und wie sie ihr Tun legitimierten. Schlie¿ich setzt er sich mit der Erinnerung der Kriegsgeneration auseinander, als Mikroanalyse ihres Narrativs oder als Deutung ihres Erinnern im Kontext des durch die Ausstellung ausgel¿sten ¿ffentlichen Diskurses.

Hannes Heer, geboren 1941, Historiker und Filmregisseur.

Portrait

Hannes Heer, geboren 1941, Staatsexamen in Geschichte und Literaturwissenschaft 1968, Arbeit als Theaterdramaturg und Filmregisseur. Von 1993 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojektes "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944." Hat die Carl-von-Ossietzky-Medaille erhalten.
EAN: 9783930908516
ISBN: 3930908514
Untertitel: Die deutsche Wehrmacht an der Ostfront. Mit Abbildungen.
Verlag: Hamburger Edition
Erscheinungsdatum: Oktober 1999
Seitenanzahl: 325 Seiten
Format: gebunden
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