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Mittels Gewalt - Warum der Kongo keinen Frieden findet


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Oktober 2010

Beschreibung

Beschreibung

Der Kongo ist ein reiches Land: reich an Regen, an Vegetation, an Bodenschätzen. Genug für alle. Eigentlich. Dennoch legte der "erste afrikanische Weltkrieg" das Land in Schutt und Asche. Von der Welt unbeachtet starben zwischen 1998 und 2007 über 5 Millionen Menschen, 2 Millionen davon noch nach dem offiziellen Friedensschluss 2002. Wie lässt sich die anhaltende Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo erklären? Dazu liefert der Ansatz der strategischen Gruppen Hinweise: Personen, die durch ein gemeinsames Aneignungsinteresse verbunden sind, entwickeln gemeinsame Strategien. Das Konstrukt der Ethnie wird dabei zum Kitt der Zugehörigkeit, Gewalt zum Mittel der Durchsetzung der vermeintlich gemeinsamen Interessen. Markus Bayer destilliert aus der Geschichte des Kongo entscheidende Anhaltspunkte zur Dominanz kriegerischer Gewalt über andere Formen der Konfliktaustragung. Ein wichtiges Lehrstück für die Zukunft: Solange Kriege wüten, haben wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand als Basis für anhaltenden Frieden keine Chance. Weltweit verursachen Kriege jährlich Kosten von bis zu 100 Milliarden Dollar - rund das Doppelte des globalen Entwicklungshilfebudgets. Dennoch brechen jedes Jahr zwei neue aus - 25 davon in nur zwei Jahrzehnten allein in Afrika.

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Vorwort
1.2. Stand der Kriegsursachenforschung
1.3. Strategische Gruppen im Kontext fragiler Staatlichkeit und politisierter Ethnizität - Kontextbedingungen von Krieg und Gewalt?
1.4. Vorgehen
2. Strategische Gruppen: Konzepte und Kritiken
2.1. Der "klassische" Ansatz
2.1.1. Die Kritik der "großen" Theorien
2.1.2. Strategische Gruppen als Aneigner des gesamtgesellschaftlichen Surplus
2.1.3. Macht haben und Macht nutzen: Potentielle und realisierte strategische Ressourcen
2.1.4. Produktion, Aneignung, Teilhabe: Aneignungsweisen strategischer Gruppen
2.1.5. Gruppenentstehung und Prozess der Formierung: Zwischen Gruppe für oder an sich
2.1.6. Herrschaft und Konflikt: Strategien der Herrschaft und vorherrschende Strategien
2.1.7. Strategische Gruppen: Gesellschaftliche Dynamik und der Staat
2.2. Das Konzept nach Berner: Strategische Ressourcen, Netzwerke der Macht, Widerstände und Loyalitäten
2.2.1. Kritische Anmerkungen
2.2.2. Dominanz und die Kontrolle von strategischen Ressourcen
2.2.3. Organisation und kollektive Aktion: Strategische Gruppen als Netzwerke mit Knotenpunkten
2.2.4. Loyalität und Widerstand: Strategische Gruppen und die Strategien der Beherrschten
2.3. Das Konzept der strategischen und konfliktfähigen Gruppen
2.3.1. Strategische Gruppen und die "Lücke" der Komple-mentarität: Konfliktfähige Gruppen als Gegenmacht
2.3.2. Exkurs: Die Sozialraum- und Klassentheorie Bourdieus
2.3.3. Strategische und konfliktfähige Gruppen und der Staat
2.3.4. Strategische und konfliktfähige Gruppen und Ethnizität
2.4. Resumée: Strategische und konfliktfähige Gruppen als Grundlage des Analysekonzeptes
3. Fragile Staatlichkeit
3.1.Interne de-facto Fragilität und die entwicklungspolitische Debatte
3.1.1. Merkmale und Ursachen fragiler Staatlichkeit
3.1.2. Gewaltmonopol, Gewaltheteropole und die Gewährleistung von Sicherheit
3.1.3. Rechtsstaatlichkeit, autoritäre Herrschaft und die Freiheit zur Mitbestimmung
3.1.4. Wohlfahrt, Armut und Steuerungsfähigkeit
3.1.5. Strukturfaktoren, Prozessfaktoren, Auslösefaktoren und Stabilisatoren fragiler Staatlichkeit: Das Schneckenersche Analyseraster
3.1.6. Staatlichkeit, innergesellschaftliche Konflikte und Gewalt
3.2. Zusammenfassung
4. Politisierung von Ethnizität
4.1. Konzepte von Ethnizität
4.2. Primordialistische vs. konstruktivistische/ instrumentalistische Ansätze
4.3. Der Prozess der Politisierung von Ethnizität
4.4. Ethnische Konflikte
4.5. Das Ergebnis: Ethnizität als Konstrukt mit realer Wirkungsmacht
5. Strategische und konfliktfähige Gruppen im Kontext fragiler Staatlichkeit und politisierter Ethnizität - Ein Analyserahmen
5.1. Rekurs
5.2. Verknüpfungen
5.3. Thesen
5.4. Vorgehen und Methodik
6.Einzelfallanalyse DRC: Strategische und konfliktfähige Gruppen im Kontext fragiler Staatlichkeit -Ursachen von Gewalt?
6.1. Vorbemerkung: Der Kongo als Arbeitsfeld für Sozialwissenschaftler
6.2. Historischer Abriss: Von der Entdeckung bis zur Unabhängigkeit
6.3. Strategische und konfliktfähige Gruppen in der DRC: Eine historische Betrachtung
6.3.1. Die kolonialen Nachwehen und die Herrschaft Mobutus
6.3.2. Der "räuberische Staat": Herrschaft und kollektive Aneignung durch die strategische Gruppe "Mobutu"
6.3.3. Der Kalte Krieg und die Finanzierung und Stabilisierung des Systems "Mobutu" von außen
6.3.4. Konfliktfähige Gruppen unter Mobutu
6.3.5. Der Zweite Kongo Krieg und die dritte demokratische Transition: Aktuelle Entwicklungen
6.4. Die fragile Staatlichkeit in der DRC
6.4.1. Aktuelle Ausprägung fragiler Staatlichkeit im Kongo
6.4.2. Rückblick: Ursachen und Entwicklung fragiler Staatlichkeit aus historischer Perspektive - Eine Analyse von Struktur-, Prozess- und Auslösefaktoren.
6.5. Politisierung von Ethnizität und ethnische Spaltung der Gesellschaft
6.5.1. Europäer und Afrikaner: Identität und ethnische Zersplitterung in Belgisch-Kongo 1908 - 1960
6.5.2. Ethnizität und Tribalismus als Gefahr der nationalen Einheit: Die Herrschaft Mobutus
6.5.3. Ethnien in den Ostregionen
6.5.4. Zusammenfassung
6.6. Gewalt als Folge politisierter Ethnizität und fragiler Staatlichkeit: Aktuelle Konflikte
6.6.1. Auftreten von Gewalt
6.6.2. "Richtung" der Gewalt
6.6.3. Strategische-, ethno-politiche Gruppen, Gewalt und die "Verschleierung" des Klassenkampfes
7. Fazit
Literatur
EAN: 9783828824201
ISBN: 382882420X
Untertitel: Wechselwirkungen zwischen strategischen Gruppen, fragiler Staatlichkeit und politisierter Ethnizität. 1. , Aufl.
Verlag: Tectum Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2010
Seitenanzahl: 245 Seiten
Format: kartoniert
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