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Kunterbunte Nachrichten


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Mai 2011

Beschreibung

Portrait

Joachim Ringelnatz, 1883 in Wurzen bei Leipzig geboren, zeigte als Hans Bötticher, der sich später Joachim Ringelnatz nannte, schon früh Spürsinn fürs Abenteuerliche und Skurrile. Nach der Schulzeit fuhr er vier Jahre lang zur See, war im Ersten Weltkrieg Kommandant eines Minensuchbootes. 1920 tauchte er in der Münchner Boheme auf und rezitierte im 'Simpl'. Dort entdeckte ihn Hans von Wolzogen für seine Berliner Kleinkunstbühne 'Schall und Rauch'. Entscheidenden Erfolg errang Ringelnatz mit den 'Turngedichten' und den Liedern vom Seemann 'Kuttel Daddeldu'. Als reisender Artist trug er überall seine Verse vor und wurde zu einem Klassiker des deutschen Humors. 1933 Auftrittsverbot und Beschlagnahme seiner Bücher. Völlig mittellos geworden, starb er 1934.
EAN: 9783932109683
ISBN: 3932109686
Untertitel: Briefe aus Berlin.
Verlag: Friedenauer Presse
Erscheinungsdatum: Mai 2011
Seitenanzahl: 32 Seiten
Format: geheftet

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Claudine Borries - 17.05.2011, 10:57
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Der herzliche, humorvolle und mit Komik begabte Kabarettist Joachim Ringelnatz hat mit seinen eiligen und liebevoll geschriebenen Nachrichten aus Berlin an seine Frau Leonharda Pieper, von ihm schalkhaft "Muschelkalk" genannt, Zeugnisse seiner inneren Wahrhaftigkeit und zärtlichen Zuneigung hinterlassen. Es handelte sich vorwiegend um sachliche Nachrichten aus dem Lebens - und Berufsalltag, die jedoch immer auch eine Prise Komik enthielten. Ringelnatz war Abenteurer, Maler, Schriftsteller und Kabarettist aus vollem Herzen musste sich jedoch mühsam durchschlagen. Die Briefe stammen aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in der Wirtschaftsnot und Inflation die Menschen bedrängte. Zugleich herrschte in Berlin eine Hochzeit für Künstler, Maler, Sänger und kabarettistische Kleinkunst. Ringelnatz wurde für die Kleinkunstbühne Schall und Rauch engagiert und reiste als Vortragskünstler durch die Lande. Er malte und dichtete, und seine beliebtesten Gedichte erschienen zu dieser Zeit. Bekannt wurde er vor allem durch die Sammlung Kuttel Daddaledu und die Turmgedichte . Finanziell ging es ihm und seiner Frau in jenen Berliner Jahren allmählich besser. Die beiden verband eine innige Liebe, die in zärtlichen Aussprüchen, kleinen Gedichten und liebevollen Redewendungen in den kunterbunten Nachrichten ihren Ausdruck fand. In einem mit M. für "Muschelkalk" unterschriebenen Nachwort erwähnt Frau Ringelnatz die zahlreichen Künstler, die ihnen begegnet sind, und die wunderbaren zwanziger Jahre in Berlin, in der sie so viele Freunde fanden. Alles endete 1933, als Ringelnatz Auftrittverbot und Schriftverbot erhielt und wie so viele gleichgesinnte freiheitlich denkende Künstler seiner Epoche im Ausland Unterschlupf suchen musste. Damit verbunden war die totale Mittellosigkeit. Er starb mit erst 51 Jahren in der Schweiz an Tuberkulose. Die in der Friedenauer Presse in Neuauflage von 1963 erschienenen Briefe ermöglichen einen letzten Blick auf den Dichter, der auch heute noch unvergessen mit seinen humorigen und gelegentlich melancholischen Gedichten die Herzen der Menschen erfüllt.