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Gesammelte Werke 08. Lolita


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gebunden
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September 1989

Beschreibung

Beschreibung

Daß sich nach dem unverhofften Welterfolg des "Lolita"-Romans 1958/59 die Filmindustrie für den Stoff interessieren würde, war unvermeidlich. Daß sich schon 1958 kein Geringerer als der Regisseur Stanley Kubrick die Filmrechte gesichert hatte, war ein Glücksfall. Daß Kubrick Nabokov aufforderte, das Drehbuch selbst zu schreiben, war ein Akt des Respekts für Autor und Werk. Kubrick nannte es das beste Drehbuch, das je in Hollywood entstanden sei und verwendete dann doch nur dessen dramaturgische Grundlinie und ein paar seiner Szenen. Seinerseits sah Nabokov Kubricks Film mit höchst gemischten Gefühlen, obwohl er sich stets höflich über ihn äußerte, und tröstete sich damit, daß das Drehbuch als solches ja erhalten und intakt geblieben sei. Erst 1973 jedoch konnte es in Amerika als Buch erscheinen, ein Jahr nachdem es Nabokov endlich gelungen war, sich den Text zur Veröffentlichung freigeben zu lassen. Dieser Band der Werkausgabe präsentiert jenes publizierte Drehbuch erstmals in deutscher Sprache und darüber hinaus, rekonstruiert aus dem Typoskript, zum ersten Mal überhaupt alle jene Passagen, die Nabokov seinerzeit unter dem Druck Kubricks widerstrebend gestrichen hatte. Vladimir Nabokovs 'Lolita' hat 1958 nicht nur in Amerika einen Wirbel ausgelöst - der Roman hat seither nichts von seiner Frische verloren und ist längst zu einem modernen Klassiker avanciert. Dieses Buch bietet nicht die tausendste Lolita-Interpretation, wartet nicht mit Phantasien über eine Phantasiegestalt auf. Vielmehr untersucht es den Roman in diversen Beziehungen zur realen Welt. Es schildert den hindernisreichen Weg zu seiner Akzeptanz. Es vollzieht Lolitas Reisen quer durch Amerika nach und identifiziert zum ersten Mal alle ihre Stationen. Es verfolgt den Schimpansen im Pariser Zoo, dessen Käfigzeichnungen Nabokov den schöpferischen Funken lieferten. Es skizziert die Geschichte der deutschen Übersetzung. Es fragt, mit welchem Recht 'Lolita' als Liebesroman gilt. Und es drückt sich nicht um eine Diskussion von Humberts Leidenschaft für das zwölfjährige Mädchen, die er, der Wortgewandte, kein einziges Mal beim Namen nennt: Pädophilie. Dieter E. Zimmer hat 1959 zum ersten Mal über 'Lolita' geschrieben, später den Anmerkungsteil verfasst und die deutsche Übersetzung bearbeitet

Portrait

Geboren am 22.04.1899 in St. Petersburg. Er entstammte einer großbürgerlichen russischen Familie, die nach der Oktoberrevolution von 1917 emigrierte. Nabokov selbst ging zunächst nach England, wo er am Trinity College in Cambridge französische und russische Literatur studierte. Von 1922-1937 lebte er in Berlin, wo er 1925 die Russin Vera Slonim heiratete, der er bis zu seinem Lebensende nahezu alle seine Bücher gewidmet hat. 1938 verließ Nabokov Deutschland und ging mit seiner Frau und seinem Sohn nach Paris, bevor er 1940 nach Amerika übersiedelte. <trenner>Wegen seiner Kenntnisse als Schmetterlingsforscher erhielt er 1942 einen Forschungsauftrag der Harvard Universität. Er beschrieb eine Reihe von neuen Schmetterlingsarten, von denen eine nach ihm benannt wurde. 1945 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Mit der Hilfe von Freunden und unter anderem aufgrund der Studie über Nikolai Gogol, die er 1944 veröffentlichte, wurde ihm 1948 eine Professur für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität von Cornell angeboten. <trenner>Hier arbeitete er zehn Jahre lang, bis es ihm der Welterfolg von «Lolita» ermöglichte, seine Lehrtätigkeit aufzugeben. Nabokov zog in die Schweiz, wo er sich ganz dem Schreiben widmete, Schmetterlinge fing und seine russischen Romane ins Englische übersetzte. In gewisser Weise hat er sein Exildasein bis zu seinem Lebensende bewusst aufrechterhalten. Nie besaß er eine Wohnung oder ein Haus. Er lebte in einem Hotel in Montreux, wo er am 5. Juli 1977 starb. Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters (1953); Kunstpreis der Brandeis Universität (1963/64); Orden des National Institut of Arts and Letters (1969).

EAN: 9783498046460
ISBN: 3498046462
Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: September 1989
Seitenanzahl: 704 Seiten
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Klaus Rössler - 04.12.2006, 16:48
Umstrittenes Meisterwerk
Der Autor Vladimir Nabokov legte mit "Lolita" ein höchst brisantes Buch vor, welches für enormen Diskussionsstoff sorgte und noch immer sorgt. Der Protagonist Humbert Humbert findet im Amerika der 30er Jahre Gefallen an der "Kindfrau" Lolita, einer umtriebigen 13jährigen. Um sich ihr zu nähern, ehelicht er ihre Mutter und ist fortan damit beschäftigt, das Mädchen an sich zu binden. Schließlich erreicht er sein Ziel, was ihm letztendlich aber auch keine Erfüllung bringt und ihn noch tiefer in den Strudel von Begehren und Schuld zieht. Das Buch mag anrüchig erscheinen und ist es sicherlich auch - dennoch liegt uns mit diesem Werk eine literarische Meisterleistung vor, die nicht ungelesen bleiben sollte.