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Die Reise nach Arzrum während des Feldzugs im Jahre 1829


€ 16,00
 
kartoniert
Noch nicht erschienen
September 1998

Beschreibung

Beschreibung

In der Kette der kriegerischen Auseinandersetzungen Ru¯lands mit der T³rkei ist der Feldzug von 1829 nur eine Episode, eine Fu¯note in der Geschichte der Eroberung des Kaukasus durch die Russen. In der Biographie Aleksandr PuÜkins (1799-1837) ist die Reise im Gefolge der Armee ein einzigartiges Ereignis, war es doch das einzige Mal, da¯ Puskin die Grenzen des Zarenreiches ³berschritt und da¯ er, wenn auch nur f³r kurze Zeit, Ausland und fremde Kultur mit eigenen Augen hat sehen k÷nnen. PuÜkins Reise nach Arzrum, heute Erzerum, markiert in der russischen Literatur und im Werk Puskins eine Zõsur, wenn nicht sogar die Wende; nach dem Eagemi' Onegin, einem Roman in Versen, traten die Ideale romantischer Dichtung in den Hintergrund: PuÜkin wendet sich der Prosa zu. Noch im selben Jahr entsteht das Fragment Roman in Briefen, ein Jahr spõter die Erzõhlungen Belkins; das Jahr 1829 darf man getrost als die Geburtsstunde der russischen Prosa bezeichnen. Reisen, bekennt PuÜkin in seinem Reisetagebuch, sei von Kindheit an sein Traum gewesen, und man mag sich vorstellen, was es f³r den belesenen PuÜkin bedeutet hõtte, die Lõnder Dantes, Shakespeares oder Voltaires selbst zu erleben. Der Zar hat ihn nie ³ber die Grenzen des Reiches hinausgelassen; zu tief sa¯ das Mi¯trauen gegen den unzuverlõssigen Dichter. Die Reise, zunõchst in den Kaukasus und nach Tiflis, unternahm PuÜkin auf eigene Faust: +Im Jahre 1829 begab ich mich in einen Badeort im Kaukasus. In so gro¯er Nõhe zu Tiflis ³berkam mich die Lust, dorthin zu fahren, um meinen Bruder und einige meiner Freunde wiederzusehen. Die Armee war ausger³ckt. Der Wunsch, den Krieg und ein wenig bekanntes Land zu sehen, bewog mich, S. D. den Grafen Paskevic von Eriwan um Erlaubnis zu bitten, zur Armee reisen zu d³rfen. Auf diese Weise sah ich den glõnzenden Feldzug, der gekr÷nt wurde durch die Einnahme Arzrums.1/2 Unterwegs f³hrte PuÜkin ein Tagebuch, das, nur geringf³gig ³berarbeitet, 1836 in der ersten Ausgabe seiner Zeitschrift Sovremennik, erschien. PuÜkin beschreibt darin nur das, was er selbst gesehen und geh÷rt hat. Sein klarer Blick organisiert das Bild; das Tableau, stellenweise satirisch gefõrbt, entsteht allein aus der kunstvollen Gruppierung der einzelnen Notate. Im Gegensatz zu fr³heren Prosa-Versuchen kommt PuÜkin hier ohne jeden blumigen Zierat aus und meidet Attribute und schm³ckende Adjektive. Die Aufzeichnungen begr³nden eine literarische Tradition: Der gebildeten Schicht Ru¯lands war vieles fremd, was die Zaren an den Rõndern des Reiches unter ihre Herrschaft gebracht hatten. So kam es, da¯ in der Jahrhundertmitte viele adelige Schriftsteller aufbrachen und Teile ihres Landes, des Volkslebens beschrieben; es entstanden die +Ocerks1/2, die ethnographischen, soziologisch gefõrbten Skizzen. Sch÷nstes Beispiel dieser literarischen Linie sind Turgenevs Aufzeichnungen eines Jõgers. An ihrem Beginn aber steht PuÜkins Reise nach Arzrum.

Portrait

Alexander Sergejewitsch Puschkin, geb. 1799 in Moskau als Spross eines alten Adelsgeschlechts, wurde wegen seiner politischen Lyrik 1820 nach Südrussland strafversetzt und später auf das mütterliche Gut verbannt. Er starb 1837 an den Folgen eines Duells.
EAN: 9783932109096
ISBN: 3932109090
Untertitel: 'Wolffs Broschur'. Beilage: Kte. des Kaukasus.
Verlag: Friedenauer Presse
Erscheinungsdatum: September 1998
Seitenanzahl: 124 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Peter Urban
Format: kartoniert
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