EBOOK

Herr Lehmann


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gebunden
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Juli 2001

Beschreibung

Beschreibung

Mit präzisem Blick für die tragische Komik des Lebens stolpert Herr Lehmann durchs Leben. Durch jahrelange, ausgefuchste Ausweichmanöver und heroische Trägheit hat der arglistfreie, bis ins Mark ambitionslose Bierzapfer erfolgreich
Ansprüche von Eltern, Vermietern, Nachbarn und Frauen ausgesessen. Nun, wir schreiben das Jahr 1989, lebt er weitgehend störungsfrei in seiner Eineinhalbzimmerwohnung in Kreuzberg, wenn er nicht in die nächste Kneipe geht. Doch plötzlich
bricht eine unvorhergesehene Störung nach der anderen in seinen heißgeliebten Alltagstrott. Herr Lehmann muß nicht nur sein Revier gegen einen wurstförmigen Hund verteidigen, der ihn am Überqueren des Lausitzer Platzes hindert, er wird auch
vom Besuch seiner Eltern aus der Provinz bedroht, trifft in der Markthalle auf eine Frau, der es gelingt, ihn zu einem Besuch des Prinzenbads zu verführen und in emotionale Verwirrung zu stürzen. Zu allem Überfluß wird er zudem durch
widrige Umstände gezwungen, eine Reise an den Kurfürst endamm anzutreten und den Versuch einer Grenzüberschreitung gen Osten vorzunehmen.

Portrait

Sven Regener wurde 1961 in Bremen geboren. 1985 gründete er die Band "Element of Crime", die mit deutschsprachigen Alben wie "Damals hinterm Mond" und "Weißes Papier" eine große Popularität erlangte. Sven Regener ist Sänger und Texter der Gruppe. 2011 erhielt er den Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik, 2015 die "Zuckmayer-Medaille" und 2016 die "Grimm-Gastprofessur der Universität Kassel".

Leseprobe

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Pressestimmen

Frank Lehmann, der von seinen Freunden nur noch Herr Lehmann genannt wird, schließlich wird er ja bald dreißig Jahre alt, ist auf dem Nachhauseweg. Der Sommer neigt sich schon dem Ende zu und auch diese Nachtschicht im "Einfall", einer Kneipe in Berlin-Kreuzberg, hat Lehmann erfolgreich beendet. Diesmal aber versperrt ihm plötzlich ein bemerkenswert hässlicher Hund, der wie eine Wurst auf vier Beinen aussieht, den Weg und dieser Moment ist der Beginn sehr turbulenter Wendungen im Leben des Herrn Lehmann.

Da Frank Lehmann sich eine Flasche Whiskey aus der Kneipe stibitzt hat, obwohl er das Zeug überhaupt nicht leiden kann, gelingt es ihm, den zähnefletschenden Hund kurzerhand betrunken zu machen. An Einfällen mangelt es Lehmann schließlich nicht. Dies jedoch hat eine nicht sehr nette Begegnung mit der Polizei zur Folge.
Etwas erfreulicher ist da schon, dass er sich kurze Zeit später in die Köchin Kathrin verliebt, die seine Gefühle ganz schon aufwirbelt. Der sonst eher phlegmatische Herr Lehmann beginnt, über sein Dasein nachzudenken, das sich eigentlich nur zwischen Kneipe und seiner kleinen Wohnung abspielt.

Auch ein unerwarteter Besuch seiner Eltern fordert seinen Einfallsreichtum, denn ihnen erzählte er, er sei Geschäftsführer eines Restaurants, was definitiv nicht den Tatsachen entspricht. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung...

Herr Lehmann - Ein Roman ist ein Buch, das - im wahrsten Sinne des Wortes - mitten aus dem Leben gegriffen ist. Leichtfüßig erzählt der Autor, Sven Regener, die Geschichte eines Mannes, den man einerseits als Versager bezeichnen möchte, weil er mit knapp dreißig noch immer Bierzapfer ist, andererseits ungeahnte Ambitionen und Fähigkeiten besitzt.
Das Szenario, Berlin Kreuzberg, kurz vor dem Fall der Mauer, ist authentisch dargestellt und die Dialoge zeigen ein virtuoses Feingefühl für Sprache und Charakter.
Obwohl keine wirkliche Spannung erzeugt wird, weil die Geschehnisse eher vor sich hin dümpeln, will man dennoch ständig wissen, wie es weitergeht mit dem sympathischen Herrn Lehmann. Die Geschichte ist herrlich grotesk, durch und durch unterhaltsam und sie liest sich flüssig und angenehm.

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EAN: 9783821807058
ISBN: 3821807059
Untertitel: Ein Roman. 25. Aufl. 2001.
Verlag: Eichborn Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2001
Seitenanzahl: 297 Seiten
Format: gebunden

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Elisabeth Stein-Salomon - 28.11.2006, 14:05
ein Denkmal für das Kreuzberg der Vorwendezeit
Die zärtlich-rotzige Nonchalance des Autors und Musikers Sven Regener zeigt sich vor allem in den Szenen, in denen er seinen Helden als Kämpfer - natürlich wider Willen - zeigt: Im ersten Kapitel kämpft Herr Lehmann vor Sonnenaufgang mit einem Hund, der ihm auf der Strasse auflauert und den er mit einer halben Flasche Whisky in die Knie zwingt. Im zweiten, am Telefon, unausgeschlafen und verkatert, mit seiner Mutter. Im dritten, in einer seiner Stammkneipen, mit einer schönen Köchin, die ihm zur Frühstückszeit keinen Schweinebraten servieren will. Mit seinem Roman setzt Regener jenem merkwürdig zeitlosen Kreuzberg der Vorwendezeit, das einem heute so weit weg erscheinen will, so etwas wie ein Denkmal.