EBOOK

In den Gärten des Herzens


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gebunden
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August 2002

Beschreibung

Beschreibung

Interessante Frauenschicksale der Geschichte haben die Erfolgsautorin Asta Scheib immer wieder zu Romanen inspiriert. In ihrem neuen Buch beleuchtet sie das tragische Schicksal der Schriftstellerin Lena Christ und ihren mysteriösen Freitod im Jahr 1920.Warum wollte Lena Christ sterben? Diese Frage gibt bis heute Rätsel auf. Denn die Dichterin hatte den gesellschaftlichen Durchbruch geschafft. Sie war vom ledigen Bankert, von der geprügelten, ausgebeuteten und vergewaltigten jungen Frau aufgestiegen zur anerkannten Schriftstellerin. Aus den bunten Gärten ihres Herzens schöpfte sie eine Kraft und Fantasie, die ihr niemand nehmen konnte. Ihre leuchtende Sprachkraft, ihr sprühender Witz machten ihre Romane und Erzählungen unverwechselbar. Christ wurde eine über ihre bayerische Heimat hinaus berühmte Dichterin und zählte bekannte Künstler zu ihren Freunden. Sogar König Ludwig III. schätzte sie außerordentlich und bedachte sie mit Orden und Preisen. Asta Scheib, die mit ihrer Romanbiographie über Ottilie von Faber-Castell einen Bestseller schrieb, hat sich intensiv mit dem Leben von Lena Christ auseinandergesetzt und als neue Quelle den Nachlass des Schriftstellers Peter Jerusalem hinzugezogen. Warum, so stellt sich die Frage, hat Peter Jerusalem die Beihilfe zum Suizid seiner Frau erst zwanzig Jahre später eingestanden, als die Tat bereits verjährt ist? Hat er Lena ihre einzige große Leidenschaft, die Liebe zu dem jungen Sänger Ludovico Fabbri, nie verziehen? Oder hatte er es vielmehr auf Lenas Erbe abgesehen? Entstanden ist ein beeindruckendes Frauenporträt und ein mitreißender Eheroman, der für die Gegenwart genauso viel Gültigkeit hat wie für die Zeit der Lena Christ.

Portrait

Asta Scheib, geboren 1939 in Bergneustadt, ist Journalistin und Schriftstellerin und lebt in München. Sie arbeitete als Redakteurin bei verschiedenen Frauenzeitschriften und schrieb Drehbücher für das Fernsehen. Ihre literarische Tätigkeit begann sie mit Kurzgeschichten. 1974 verfilmte Rainer Werner Fassbinder ihre Erzählung "Angst vor der Angst". Großen Erfolg hatte Asta Scheib außerdem mit ihrem Roman "Kinder des Ungehorsams", in dem sie die Geschichte der Katharina von Bora, der Ehefrau Martin Luthers, darstellte. 2003 erhielt sie vom Freistaat Bayern die "Pro-Meritis-Auszeichnung" für besondere Verdienste in Wissenschaft und Kunst.
EAN: 9783455064957
ISBN: 3455064957
Untertitel: Die Leidenschaft der Lena Christ. Lesebändchen.
Verlag: Hoffmann u Campe Vlg GmbH
Erscheinungsdatum: August 2002
Seitenanzahl: 415 Seiten
Format: gebunden

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Elisabeth Stein-Salomon - 06.12.2006, 09:01
ein Frauenleben
Die in München lebende Autorin Asta Scheib versteht etwas von Frauenleben, die nicht ganz dem herkömmlich-gesellschaftlichen Maßstab entsprechen, wie sie bereits in ihrer Romanbiographie über Ottilie von Faber-Castell bewiesen hat. In den Gärten des Herzens geht es um das kurze und dramatische Leben der bayerischen Schriftstellerin Lena Christ,1881-1920. Asta Scheibs Romanbiographie beginnt im Schwabinger Krankenhaus, das fortschrittlichste, was München damals zu bieten hatte - und es war offen für die Armen. Lena Christ wurde hier mit Tuberkulose eingeliefert. Das Scheitern ihrer ersten Ehe mit einem Alkoholiker, dem sie in acht Jahren sechs Kinder gebar, hatte sie auf "die unterste soziale Stufe gespült". Professor Kerschensteiner mit seiner für damals revolutionären Sicht nicht nur auf die körperlichen, sondern auch auf die seelischen Wunden, öffnete ihr den Blick auf das Unglück ihrer eigenen Kindheit. 1911 lernte sie den Schriftsteller Peter Jerusalem kennen, der sie zu einer Autobiographie ermunterte, die mit Hilfe von Ludwig Thoma 1912 unter dem Titel Erinnerungen einer Überflüssigen erschien. Es kam ihr zugute, dass München damals als kultureller Magnet Schriftsteller, Künstler und Bohemiens anzog, die Spießbürgerlichkeit ablehnten: Sie hat hier Menschen getroffen, die in ihr eine große Dichterin und ein großes Talent erkannt und sie gefördert haben. Sie heiratete Jerusalem und schrieb in schneller Folge weitere Werke. Gegen Ende des Krieges löste sie sich von ihrem Mann, erkrankte an Tuberkulose, geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten und versuchte durch das ungeschickte Fälschen von Bildern zu Geld zu kommen. Der drohenden Gefängnisstrafe entging sie durch Selbstmord. Asta Scheib macht in ihrem Roman -In den Gärten des Herzens- aus den manchmal nur kargen Fakten ein Ganzes, ein Bild, das selbst in kleinen Schattierungen lebendig wirkt.