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Juli 2002

Beschreibung

Beschreibung

Menschliches Handeln immer wieder zu reflektieren und zu entwerfen, ist Aufgabe der Ethik. Die Philosophie kommt in der Ethik gewissermaßen zu sich selbst - sie wird praktische Philosophie. Bis in die unmittelbare Gegenwart hinein greift Robert Spaemann die aktuellen Herausforderungen und Fragen auf, wie z.B.
· die atomare Wiederbewaffnung der Bundesrepublik,
· die Atomenergie, den § 218,
· das Euthanasie-Problem,
· Auseinandersetzungen um den Sozialstaat,
· die Gentechnik,
· den Kosovo-Krieg,
· die Thesen Peter Singers über Menschen und Tiere oder
· die Thesen von Peter Sloterdijk zu einer Anthropotechnik u.a.m.
Der Autor reflektiert diese zeitgebundenen Auseinandersetzungen vor dem Hintergrund elementarer philosophischer Einsichten. Deren Besonderheit ist es, weniger zeitgebunden zu sein, wodurch es möglich wird, praktische Orientierungen in einer hochkomplexen Welt zu vermitteln.
Robert Spaemann unterstreicht in allen seinen Aufsätzen die Endlichkeit des menschlichen Daseins und seiner natürlichen Bedingungen. Daraus folgt eine konsequente Absage an alle gängigen Utopien und die Kritik des Konsequentialismus, der Ethik als universale Optimierungsstrategie versteht. Schließlich wird herausgestellt, daß der Begriff »Natur des Menschen« für das menschliche Handeln unverzichtbar ist.

Portrait

Robert Spaemann wurde 1927 in Berlin geboren. Er promovierte 1952 in Münster, war dann vier Jahre lang als Verlagslektor tätig. 1962 habilitierte er in den Fächern Philosophie und Pädagogik und war bis 1992 ordentlicher Professor an den Universitäten Stuttgart, Heidelberg und München.

Leseprobe

spaemann

Teil I: Grundfragen

1. Was ist philosophische Ethik?

2. Wie praktisch ist die Ethik?

3. Naturteleologie und Handlung

4. Einzelhandlungen

5. Die zwei Grundbegriffe der Moral

6. Praktische Gewißheit. Descartes' provisorische Moral

7. Die Zweideutigkeit des Glücks

8. Über den Begriff der Menschenwürde

9. Das Natürliche und das Vernünftige

10. Die Bedeutung des Natürlichen im Recht

11. Daseinsrelativität der Werte

12. Moral und Gewalt

13. Der Haß des Sarastro

14. Über die Unmöglichkeit einer universalteleologischen Ethik

15. Verantwortung als ethischer Grundbegriff

16. Wer hat wofür Verantwortung? Kritische Überlegungen zur Unterscheidung von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik

17. Teleologische und deontologische Moralbegründung

18. Disziplin und das Problem der sekundären Tugenden

19. Zur Ontologie der Begriffe "rechts" und "links"

Teil II: Themen der Zeit

20. Der Anschlag auf den Sonntag

21. Zur philosophisch-theologischen Diskussion um die Atombombe

22. Die Zerstörung der naturrechtlichen Kriegslehre. Erwiderung an P. Gustav Gundlach S. J.

23. Brief an Heinrich Böll

24. Frieden - utopisches Ideal, kategorischer Imperativ oder politischer Begriff?

25. Werte gegen Menschen. Wie der Kosovo-Krieg Begriffe verwirrt

26. Die totale Gesundheit

27. Die Herausforderung des ärztlichen Berufsethos durch die medizinische Wissenschaft

28. Am Ende der Debatte um 218 StGB

29. Haben Ungeborene ein Recht auf Leben?

30. Verantwortung für die Ungeborenen

31. Das Entscheidungsrecht der Frau entlastet den Mann und die Gesellschaft. Die Erlaubnis zu töten kommt einer Unzurechnungsfähigkeitserklärung gleich

32. Die schlechte Lehre vom guten Zw
eck. Der korrumpierende Kalkül hinter der Schein-Debatte

33. Ist die Ausstellung des Beratungsscheins eine "formelle Mitwirkung" bei der Abtreibung?

34. Wozu der Aufwand? Sloterdijk fehlt das Rüstzeug

35. Wir dürfen das Euthanasie-Tabu nicht aufgeben

36. Sind alle Menschen Personen? Über neue philosophische Rechtfertigungen der Lebensvernichtung

37. Es gibt kein gutes Töten

38. Todesstrafe

39. Technische Eingriffe in die Natur als Problem der politischen Ethik

40. Tierschutz und Menschenwürde

41. Emanzipation - ein Bildungsziel?

42. Über den Mut zur Erziehung

43. Erziehung zur Wirklichkeit. Rede zum Jubiläum eines Kinderhauses

44. Wer ist ein gebildeter Mensch? Aus einer Promotionsfeier

45. Zum Sinn des Ethikunterrichts in der Schule

Anhang: Weltethos als "Projekt"

Pressestimmen

"Spaemanns Überlegungen, seine oft sehr pointierten Stellungnahmen werden kaum allgemeine Zustimmung finden. Das ist normal, es gehört zum ethischen Diskurs, zur Auseinandersetzung um Orientierungsmöglichkeiten im Leben, die mit vielen Stimmen geführt sein muss, damit die Fragen und die möglichen Antworten sich überhaupt artikulieren. Doch müsste jeder, der sich mit Spaemanns Beiträgen zur Ethik beschäftigt, zugestehen können, dass diese Beiträge die Auseinandersetzung bereichern - mehr als vieles sonst von dem vielen, das zu Fragen der Ethik im Zeitalter ihrer höchsten Prominenz auf den Markt kommt. Niemand kann Spaemann ernsthaft lesen, ohne anschließend klarer zu sehen. Was sonst ist von einem Philosophen zu erwarten? Denken, entscheiden muss dann jeder selbst."
Günter Figal /Neue Zürcher Zeitung
EAN: 9783608910278
ISBN: 3608910271
Untertitel: Zur ethischen Dimension des Handelns. 2. Auflage.
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2002
Seitenanzahl: 558 Seiten
Format: kartoniert
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