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Der Kirschgarten


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Beschreibung

Beschreibung

Die verwitwete Ljubov Andreevna Ranevskaja kehrt nach langem Aufenthalt in Frankreich auf ihr russisches Gut zurück, das von einem riesigen Kirschgarten umgeben ist. Sie ist von der Schönheit der Kirschblüte und von Kindheitserinnerungen überwältigt. Doch das Gut ist tief verschuldet, und die Zwangsversteigerung steht bevor... "

Portrait

Anton Cechov wird 1860 in Taganrog (Südrußland) geboren. Die Familie lebt in Armut. Die Kinder müssen um fünf Uhr aufstehen und vor der Schule im Laden arbeiten. Doch bald schon verdient Anton sein eigenes Geld: Er erfindet Geschichten, die in der Zeitung gedruckt werden. Später wird er Arzt und ein weltberühmter Schriftsteller. Er starb 1904 in Deutschland, in Badenweiler.
EAN: 9783257200836
ISBN: 3257200838
Untertitel: Komödie in vier Akten. 'Diogenes Taschenbücher'. Br.
Verlag: Diogenes Verlag AG
Seitenanzahl: 128 Seiten
Format: kartoniert

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Polar - 10.01.2008, 19:15
Zum Fällen freigegeben
Was für ein Bild für den Untergang: Ein Kirschgarten muß abgeholzt werden, damit eine Familie ihren Lebensstandart halten kann. Und ausgerechnet Lopachin, der ehemalige Verwalter, nun zu Geld gekommen, kauft ihn, um ihn abzuholzen und so zu Geld zu machen. Was für eine Umwälzung. Was für eine Schmach für Russlands Oberschicht der damaligen Zeit. Was für ein Zeichen der Veränderung, das in jedes Jahrhundert paßt, sehr gut auch zu einem globalen Zeitalter. Daraus könnte ein gewaltiges Drama entstehen, doch Anton Chechov verwandelt das Schicksal der Ranevskaja, ihrer Tochter Anja und der Pflegetochter Varja in eine Komödie, bei der sich die bittere Erkenntnis, wie verblendet Menschen ihren eigenen Untergang inszenieren, dem Zuschauer, dem Zuhörer über den Tag hinaus bleiben. Eine Wahrheit läßt sich umso leichter ertragen, wenn sie mit einem Lächeln vorgetragen wird. Chechov kann das wie kein Zweiter. Seine Dramen werden oft das Etikett der russischen Seele angeheftet. Doch wäre ihre Wirkung nicht so durchschlagend, wenn sie nicht jenseits aller Grenzen, der Zeit weiterhin den Kern treffen. Seine Kunst läßt selbst den Nebenfiguren wie den alten Diener Firs, das Dienstmädchen Dunjasa oder selbst den Kontoristen Epichodov so viel Raum, das sie einem ans Herz wachsen. Chechovs Helden gehören nicht wie bei Shakespeare zu den Titanen auf dem Theater, sie verschreiben sich nicht dem Weltgeschehen, sie drücken sich in Nischen herum und wollen, das alles so bleibt, wie es ist. Wir kennen sie nur all zu gut, und in dem lakonischen Schmunzeln über sie entdecken wir uns selbst. Hörbar, lesbar, sehbar. Der Kirschgarten bleibt einzigartig.