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Das Schwanenhaus


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kartoniert
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Oktober 1982

Beschreibung

Beschreibung

Erzählt wird der Kampf um etwas Wunderschönes, und wie die Kämpfer ausgerüstet sind. Das Schöne ist ein Haus, ein inniges Gehäuse am See, von Wänden und Fenstern leuchten Sehnsuchtsmotive. Die Kämpfer sind Händler. Das Haus steht leer. Die Besitzerin hat es verspielt. Der schöne Gegenstand wird Objekt des Konkurrenzkampfes. Wer wird es kriegen? Am meisten Aussicht hat Dr. Gottlieb Zürn. Glaubt er.

Portrait

Martin Walser wurde am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren. Nach seinem Arbeitsdienst erlebte er das Ende des Zweiten Weltkrieges von 1944 bis 1945 als Soldat der Wehrmacht. Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am Bodensee-Gymnasium das Abitur und studierte an den Universitäten Regensburg und Tübingen Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. Mit einer Dissertation zu Franz Kafka wurde er 1951 in Tübingen promoviert. Von 1949 bis 57 arbeitete er beim Süddeutschen Rundfunk. In dieser Zeit unternahm er Reisen für Funk und Fernsehen nach Italien, Frankreich, England, CSSR und Polen und schrieb erste Hörspiele.1950 heiratete er Katharina Neuner-Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter Franziska, Alissa, Johanna und Theresia hervor. Seit 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der Gruppe 47 eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung Templones Ende auszeichnete. Sein erster Roman Ehen in Philippsburg erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in Friedrichshafen und dann in Nußdorf am Bodensee.


EAN: 9783518373002
ISBN: 3518373005
Untertitel: Roman. 'suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Verlag: Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum: Oktober 1982
Seitenanzahl: 233 Seiten
Format: kartoniert

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Kundenbewertungen

Polar - 21.10.2008, 10:57
Courtage
Dass ein Haus im Mittelpunkt von Streitereien steht, ist nicht neu. Entweder ringen Erben um den Verkauf oder Käufer um den Erwerb. Dann ist der Makler gefragt, muss auf beide Seiten eingehen, Brücken schlagen, die Parteien beim Notar zur Unterschrift bewegen. Dazu gehört viel psychologisches Fingerspitzengefühl, aber auch Härte. Im Schwanenhaus von Martin Walser hat eine Familie das Schwanenhaus verloren, seinen Wert nicht zu schätzen gewusst. Ist es nur eine gemauerte Festgeldanlage, die sich am Spieltisch einsetzen läßt, um abgerissen zu werden, oder ein Juwel, an dem man sich ergötzen sollte, um es auf alle Zeit hin zu bewahren? Dr. Gottlieb Zürn ist eine typischer Walser-Figur: Im Grunde fest im Leben verankert, ausreichend abgesichert, in sich jedoch zutiefst verunsichert, was er natürlich niemals zugeben würde. Im Verlauf der Handlung wird schnell klar, dass er den Kampf um das Schwanenhaus nur verlieren kann. Und so bricht die kleinbürgerliche Tragödie am Ende über ihn herein. Zürn der hoffnungslose Romantiker, der sich der Welt des Immobilienhandels verschrieben hat, deren Gesetze nie seine waren. Die Konjunktur steckt in der Flaute, ihm fehlte jede Eloquenz, die seine Konkurrenten auszeichnet. Zu empfindsam fürs Geschäft sieht er sich als Dichter des Schönen und Guten. Walsers Helden sind nicht dem Untergang verschrieben, sie werden auch anschließend weiter leben, nur vermögen sie es nicht, ihrem Leben einen Stand zu geben. Ihnen hat Walser im Fliehenden Pferd ein Denkmal gesetzt, Das Schwanhaus fällt dahinter zurück, weil Dr. Zürn eine allzu bemitleidenswerte Person ist, die am Ende getröstet werden muss. Der Kampf ums Schwanhaus ist verloren, ob es noch einen gibt, als Leser glaubt man es kaum.