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Fools Crow


€ 19,90
 
gebunden
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September 2001

Beschreibung

Beschreibung

In "Fools Crow" schildert James Welch fesselnd und mit großer Sprachkraft das Leben und das Schicksal seiner eigenen Vorfahren aus dem Stamm der Blackfeet. Ein Roman, der ganz aus der Sichtweise und dem Denken der Indianer erzählt ist, der ihre Bräuche und ihre Spiritualität unmittelbar lebendig werden lässt.

Leseprobe

... Fools Crow hörte Donnerhäuptlings Grollen in der Ferne und spürte, wie sein Gang leichter wurde. Aus seinem Herzen, im Rhythmus des Trommelschlags, stieg eine sonderbare Art von Heiterkeit auf - eine Heiterkeit, die sich mit Schwermut paarte. Und dieses Gefühl machte ihn benommen, so dass er sich von den anderen entfernte, allein tanzte und ein Lied sang, das mit seinem Leben in dieser Welt zu tun hatte, aber auch mit seinem Leben in jener anderen Welt, die er in seiner Vision besucht hatte. Und dann sah er das weiße Tipi und das blasse, blaue Licht und die Frau, die ihm gegenübersaß. Er wusste, dass sie hier war, irgendwo war sie und beobachtete ihn, beobachtete die Prozession, und er sah sie lächeln im blauen Licht, und er lächelte zurück. Denn selbst wenn er das Wissen über seine Leute, über ihr Leben und das Leben ihrer Kinder zu tragen hatte, so hatte er auch gesehen, dass sie überleben würden, da sie auserwählt worden waren. ...

EAN: 9783772518966
ISBN: 3772518966
Untertitel: Originaltitel: Fools Crow. Empfohlen ab 12 Jahre.
Verlag: Freies Geistesleben GmbH
Erscheinungsdatum: September 2001
Seitenanzahl: 500 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Christoph Renfer
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Xirxe - 22.12.2011, 19:17
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James Welch schildert auf knapp 480 Seiten ca. zwei Jahre im Leben des Fools Crow. Aufgewachsen als White Man s Dog, Angehöriger der Stammesgruppe der Lone Eaters vom Stamme der Pikuni, entwickelt er sich in dieser Zeit vom ängstlichen und schüchternen Jungen zu einem allseits anerkannten und respektierten Krieger und Mitglied seiner Stammesgruppe. Der Autor, selbst ein Blackfeet, zu denen auch die Pikuni gehören, erzählt ganz aus der Sicht sowie in der Sprache der Indianer. Dies macht das Buch zu Beginn etwas schwierig zu lesen, da man immer wieder zum (recht guten) Anhang wechseln muss, wenn man die indianischen Ausdrücke verstehen möchte. Man wird in eine gänzlich andere Welt hineingezogen, eine Welt in der Mensch und Natur in völliger Übereinstimmung leben, was sich gerade auch durch die Sprache vermittelt. Selbst die Riten (z.B. die verschiedenen Tänze, Zeremonien), die Visionen (z.B. Treffen und Gespräche mit Totemtieren), Dinge, die in unserer Welt häufig als Aberglaube abgetan werden, scheinen hier wie selbstverständlich dazuzugehören. Dennoch wird keine Traumwelt dargeboten. Nüchtern, manchmal brutal und (vermutlich) authentisch wird der Alltag dieser Menschen beschrieben: die Jagd auf Büffel, Raubzüge gegen andere Stämme, die Abkehr mancher Jungen von den Stammessitten und nicht zuletzt der Kampf gegen die Napikwan - die Weissen. Und die Erkenntnis, dass die Pikunis keine Chance haben. Dennoch ist es kein trostloses Buch: Trotz aller Niederlagen glauben die Pikuni weiter daran, dass wieder bessere Zeiten kommen.