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Ludwig Wittgenstein


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Beschreibung

Beschreibung

In der Geschichte der Philosophie gibt es nur wenige Namen, mit denen sich so viel Ungewöhnliches, aber auch Ungereimtes, ja Paradoxes verbindet wie mit dem Namen Wittgenstein. Für den Mann auf der Straße meist ein gänzlich Unbekannter, ist Wittgenstein für viele Fachleute der Philosoph schlechthin. Er zählt zu den meistzitierten Denkern des 20. Jahrhunderts, obwohl er in seinem Leben nur einige Dutzend Seiten veröffentlicht hat: er wurde seit seinem Tode zum Star einer neuen philosophischen Tradition, wo gerade er uns doch von der traditionellen Philosophie befreien wollte. Eine vollständige Bibliographie der Wittgenstein-Literatur würde mehrere tausend Titel umfassen, und ständig werden neue Abhandlungen über Wittgenstein und seine Philosophie veröffentlicht.

Portrait

Professor (i. R.) Dr. Kurt Wuchterl lehrte Philosophie an der Universität Stuttgart und ist Autor zahlreicher Bücher auch einführenden Charakters.
EAN: 9783499502750
ISBN: 3499502755
Untertitel: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 'rororo Monographien'. Originalausgabe. Zahlreiche Bilddokumente.
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Seitenanzahl: 160 Seiten
Format: kartoniert

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Christian Rother - 13.04.2009, 18:14
Ausgewogene Blicke auf eine unausgewogene Persönlichkeit
Rowohlts Bildmonographien zu den Philosophen fallen, was das Verhältnis zwischen Darstellung von Leben und Einführung ins Denken angeht, unterschiedlich aus. Biemels Buch zu Heidegger z.B. legt den Schwerpunkt auf die Vermittlung von dessen Philosophie. Die von Wuchterl und Hübner verfasste Monographie zu Wittgenstein ist eher biographisch angelegt. Hierfür gibt es Grund genug, kann man doch Wittgensteins Leben als äußerst abwechslungsreich und seine Persönlichkeit als schillernd bezeichnen: Als Sohn eines der reichsten Männer der Donaumonarchie wächst er in einem Milieu auf, das von kulturellen Impulsen geprägt ist. Das geerbte Vermögen verschenkt er in Gänze. Drei seiner Brüder begehen Selbstmord. Von der philosophischen Lehrtätigkeit abgesehen, nimmt er die unterschiedlichsten Stellen an, vom Volksschullehrer über den Job eines Klostergärtners zum Krankenpfleger. Als Soldat im ersten Weltkrieg schreibt er den in die Philosophiegeschichte eingehenden "Tractatus logico-philosophicus", dessen Inhalte er später teilweise als Irrtum bezeichnen wird, um seine neue Auffassung von der Sprache in den "Philosophische Untersuchungen" niederzulegen, die zu den bedeutendsten sprachphilosophischen Werken des zwanzigsten Jahrhunderts gehören werden. Hinzu kommt Wittgensteins Persönlichkeit, in der Wuchterl und Hübner nicht zu Unrecht "widerspruchsvolle[n] Charakterzüge", "Ungereimtes, ja Paradoxes" entdecken (7). Stoff genug also für jeden Biographen. Gefahr allerdings auch zur Legendenbildung. Obwohl sie von Wittgenstein als einer Existenz "erregender Faszination" (132) sprechen, verfallen die Autoren dieser Verführung nicht, sondern widmen sich ihrem "Gegenstand" aus sachlicher Distanz. Dabei wird Wittgensteins Bedeutung nicht durch die Feststellung geschmälert, dass "Erkenntnisse, die man zunächst Wittgenstein zugeschrieben hat [...] als Weiterentwicklungen oder als Parallelismen von Gedanken anderer erkannt" wurden (80). Von Wittgensteins Philosophie erhält der Leser eine skizzenhafte Vorstellung. Die Bedeutung des Tractatus bestehe darin, dass hier "die Philosophie ganz im Medium der Sprache erscheint" (74). Dabei gehe es um eine "Grenzziehung zwischen klar Sagbarem und Unsinn" (75). Auch in der Spätphilosophie gehe es um "die Aufklärung von sprachlichen Mißverständnissen in [...] philosophischen Fragestellungen" (83). Für Wittgenstein entstehen diese Scheinprobleme primär durch Hypostasierungen und falsche Analogien (117f und 124). Bei einem Buch dieses Formats kann bei der Wiedergabe der Philosophie vieles nur gestreift werden. Das Problem des Regelbefolgens wurde völlig ausgelassen - vielleicht ist das damit zu erklären, dass die Bedeutung dieses Theorems erst später durch Kripke erkannt wurde. Jedem, der sich einen kompetenten Überblick über Leben und Persönlichkeit von Wittgenstein verschaffen möchte, kann das exzellent recherchierte und mit Augenmaß geschriebene Buch auch nach dreißig Jahren wärmstens empfohlen werden.