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Die blaue Schlange

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August 2010

Beschreibung

Beschreibung

Wenigstens ebenso aussagekräftig für den Erfolg eines Autors wie das Interesse der Leser, Kritiker und Forscher ist die Frage, inwieweit seine Fantasien, seine Figuren und vielleicht sogar seine eigene Person andere dazu anregten, diese zum Vorwurf weiterer literarischer Erfindungen zu machen. Wie die vorliegende Sammlung von 'Karl-May-Geschichten' unterschiedlichster Art und sehr verschiedener Autoren nachdrücklich zeigt, ist auch dies bei Karl May in ungewöhnlichem Ausmaß und auf sehr vielfältige Weise geschehen.

Inhaltsverzeichnis

- Fritz von Ostini: Die blaue Schlange - Indianer-Roman von Karl May. (Schluß.)
- Anonym: Ich in Aachen - Reiseroman von Karl May. (11. Fortsetzung.)
- Rudolf Lebius: Die Löwenjagd. Reiseerlebnisse von Karl May
- Leonhard Frank: Die Räuberbande - Roman [Auszug]
- Wilhelm Matthießen: Karl Mays wunderbare Himmelfahrt - Ein Märchen
- Paul Keller: Hero und Leander
- Hans Reimann: Joe und Charlie - Nach Karl May
- Hellmuth Unger: Mein Freund Winnetou
- Heinrich Lhotzky: Ein unerwünschter Gast
- Franz Kandolf: Spuk in der Villa Shatterhand
- Otto Soyka: Old Shatterhand - Eine Erzählung
- Otto Flake: Karl May bei den Mädchen
- Harry Schreck: Ein Man denkt an Karl May
- Gustav Renker: Der große Winnetou - Eine Schülergeschichte
- Karl Heinz Dworczak: Das Leben Old Shatterhands - Der Roman Karl Mays, [Auszug]
- Franz-Josef Weiszt: Karl May - Der Roman seines Lebens [Auszug]
- Veit Bürkle: Frühe Liebesgeschichte um Karl May
- Fritz Barthel: Letzte Abenteuer um Karl May [Auszug]
- Hansotto Hatzig: An einem Tag in Riva
- Eugen Oker: Winnetou in Bayern - Ein Roman für erwachsene Kinder [Auszüge]
- Erich Heinemann: Gut gemacht, Winnetou
- Erich Loest: Karl-May-Novelle
- Albrecht Peter Kann: Karl May - So war sein Leben [Auszug]
- Burghard Bartos: "Old Shatterhand, das bin ich." - Karl May [Auszug]
- Peter Henisch: Vom Wunsch, Indianer zu werden - Wie Franz Kafka Karl May traf und trotzdem nicht in Amerika landete [Auszug]
- Walter Püschel: Old Shatterhand in Moabit - Ein Karl-May-Roman [Auszug]
- Lothar Reichel: Winnetou darf nicht sterben - Ein Jugendroman [Auszug]
- Otto Kreiner: Abendsonne - Roman über Karl May [Auszug]
- Juergen Heinzerling: Karl May und der Wettermacher - Roman [Auszug]
- Otto Emersleben: In den Schründen der Arktik - Reiseerzählung [Auszug]
- Hans Christoph Buch: Empor ins Reich der Edelmenschen oder: Wie Karl May Adolf Hitler traf
- Cornelia Panzacchi: Im Tal der Bücher - Ein Roman phantastischer Reisen - Teil 1: Die Auen [Auszug]

Portrait

Dieter Sudhoff (1955-2007) war Literaturwissenschaftler und Dozent für Neuere deutsche Literatur. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze und Bücher zu Karl May und war Mitautor der "Karl-May-Chronik", die als Meilenstein in der Karl-May-Forschung angesehen wird.

Leseprobe

Karl May bei den Mädchen (S. 146-147)
Otto Flake

Die Kleine hat Karl May entdeckt. Aber sie ist durchaus nicht klein und bestreitet, mit ihren zehn Jahren noch ein Kind zu sein. „Was bist du denn?“ wird sie gefragt. – „Eine Jugendliche“, lautet die unerwartete Antwort. – „Wer hat dir das gesagt?“ erkundige ich mich; ich weiß schon, alle Umstellungen gehen auf Einflüsse zurück. „Der neue Lehrer hat es gesagt.“

Es klingt ein wenig nach dem Gerichtssaal. Meine Jugendliche also liest Karl May. Das ist wie eine Krankheit, ein Dauerzustand mit gleichmäßig hohem Fieber. Soll man den Arzt holen? Ich glaube nicht; für die Familie und das Haus ist es eine angenehme Krankheit, die Tagesordnung läuft nun wie am Schnürchen, ganz im Gegensatz zu normalen Zeiten, wo sie ein Hindernisrennen mit vielen Stürzen und großem Geschrei ist. Man hat das Kind in der Hand, es gehorcht, kommt pünktlich heim, wendet an die Aufgaben Energie – alles aus Angst, ich könnte eine Strafe verhängen und ihm für eine Stunde oder gar – entsetzlicher Gedanke – für einen Tag den Band „Winnetou“ entziehen. „Winnetou“ ist wie ein Brotkorb an der Schnur; ein Ruck und er steigt in die Höhe – mit langem Gesicht schaut ihm einer nach, ein Jugendlicher. Eine Woche liest sie daran.

Vierzig Bände nach den einen, sechzig nach den anderen hat der seltsame Sachse geschrieben; es besteht Aussicht auf ein volles Friedensjahr. Wenn man es den Völkern so leicht verschaffen könnte. Man müßte den Staatsmännern Karl May zu lesen geben. Am Ende brächte zu den vielen Wundern, auf die er sich berufen kann, der Mann aus Radebeul auch dieses fertig.Ist es nicht ein Wunder, daß Generation nach Generation zu
ihm steht? Und noch ein größeres, daß es den Mädchen ebenso wie den Knaben geht?

„Guten Morgen“, sage ich, wenn ich herunterkomme. „Weißt du, Old Shatterhand hätte den Tangua töten können, er schoß ihn aber nur zweimal ins Knie, guten Morgen, Pa, guten Morgen“, erwidert die junge Dame, die neuerdings auf der Eisenbahn den vollen Preis zahlt, so groß ist sie schon. „Hat nach Winnetous Tod sein Sohn regiert?“ eröffnet sie mittags das Tischgespräch. Ich werde dem Lehrer, der die Jugendliche unter sich hat, einen Brief schreiben und den Wunsch ausdrücken, daß im Geschichtsunterricht die Apachen und Kiowas etwas gründlicher behandelt werden.

Falkenauge und Großer Adler sind, wie ich versichern kann, Figuren der Weltgeschichte. Man sagt, der Mann, der diese Welt und diese Geschichten ersann, sei niemals drüben gewesen oder doch erst, nachdem schon alles geschrieben war. Kein Wunder, daß er nach acht Tagen heimfuhr – er brauchte eine Wirklichkeit nicht, mit der er allein fertig geworden war. Unter großer Vorsicht zuerst, immer rücksichtsloser dann weihte ich das Kind in die Tatsache ein, daß es diesen roten Gentleman, diesen bekehrten Christen und Musterknaben von Pazifisten nie gegeben habe. Meine perfiden Pfeile prallten ab. Ideale im Inkubationsstadium sind unzerstörbar, die Seele ist immun gegen die Impfungen mit Skepsis.

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EAN: 9783780218063
Untertitel: und andere Karl-May-Geschichten. Dateigröße in MByte: 5.
Verlag: Karl-May-Verlag
Erscheinungsdatum: August 2010
Seitenanzahl: 608 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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