EBOOK

Dancing Queen a. D.


€ 10,95
 
kartoniert
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Februar 2013

Beschreibung

Beschreibung

Das Tagesprogramm ist straffer als der Körper, Flirten eine unscharfe Erinnerung und der Pulsschlag erhöht sich höchstens noch beim Poweryoga? "Dancing Queen a. D." ist gut gegen Hängebäckchen: Schnörkellos, witzig und anregend erzählt Vera Anders vom Umgang mit der Lebensmitte. Ein Buch für Frauen ab 35, denen eine fabelhafte Zeit wichtiger ist als gebügelte Unterwäsche.

Inhaltsverzeichnis

Prolog/ Das richtige Modell fürs Leben/ Kind oder Hund?/ Erste Male - ab jetzt neu aufgelegt/ Es gibt sie noch, die guten Partys/ Travel Pursuit/ Ehrgeiz am Spielfeldrand/ Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit/ Nörgeln hilft (nicht)/ Ordentlich oder kreativ?/ Im Tagestrott/ Ich bin ein Vorbild/ Gewissensfragen/ Lauf, Lebensmittefrau, lauf!/ Alles nur Deko/ Shopping ist auch (k)eine Lösung/ Liebe Wahlverwandte/ Kritische Körpergefühle/ Nur 48 Stunden (auf Diät)/ Schön nicht mehr, aber schon noch attraktiv/ Dancing Queen a. D./ Treu wie ein Schwan?/ Mit Männern befreundet sein/ Männer in der Midlifecrisis/ Zerwühlte Laken/ War es das jetzt?/ Die "Ich bin krank"-Krise/ Paar Probleme/ Changing of the generations/ Wenn ich ein Single wär¿/ Öde Konventionen/ Rein technisch gesehen/ SoKo Innere Mitte/ Im Yoga-Workshop (Selbstversuch)/ Gesundes Selbstbewusstsein/ Down in the past/ Spaß!/ Glück, wie es im Buche steht/ Epilog

Portrait

Vera Anders, geboren 1968 in Köln, lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nach diversen Stationen in Deutschland und Neuseeland am Niederrhein. Als studierte Germanistin und Kommunikationswirtin ist sie unter ihrem Label TexteKonzepte selbstständige Texterin und Trainerin (www.textekonzepte.de). An das Thema Lebensmitte pirschte sie sich erst vorsichtig, dann neugierig heran. "Dancing Queen a.D." ist ihr erstes Buch.

Leseprobe

Prolog

Tellergroße Hände kneten meinen Rücken. Meine Nase vergräbt sich in die Kuhle einer Massagebank deluxe und ich bin bis auf ein Handtuch Typ Gästebad nackt. Neben mir liegt meine Freundin Sabine auf einer zweiten Liege. Ihr Körper bebt unter den Händen eines muskulösen Mannes. Madam hat gerade einen Lachkrampf und erstickt fast. Wer von uns hatte eigentlich die Idee mit dieser Synchronmassage?

In leichtem Kontrast zu uns passen die beiden Herren perfekt in diese pfirsichfarbene Oase der Schönheit. Während sich die Handkanten auf meiner Wirbelsäule nun abwechselnd und kräftig in Richtung Füße bewegen und mir die mangelnde Festigkeit meines Bindegewebes ins Bewusstsein klopfen, schießt mir die Textzeile eines alten Knef-Songs durch den Kopf: "Von nun an ging's bergab."

Komisch, ich habe bisher nie ernsthaft über mein Alter nachgedacht, auch wenn ich wahrscheinlich schon seit ein paar Tagen nicht mehr wie dreißig aussehe.

Der Masseur beschäftigt sich gerade mit meinen Unterschenkeln. "Gut so?"
Ich brumme zustimmend und denke: Nee, nix ist gut.
Aus dem Augenwinkel sehe ich zu Sabine rüber. Sie blitzt mich an und amüsiert sich offensichtlich bestens. Ich grinse ein bisschen schief zurück.

"Haben Sie noch Wünsche?", fragt der Masseur mit Blick auf die Uhr.

"Nein, danke", sage ich. Keinen, den du mir erfüllen könntest, Adonis.

Als wir ein paar Minuten später in unseren Bademänteln an der Beauty-Rezeption vorbeigehen, lacht Sabine schon wieder so, dass ihr die Tränen kommen und uns die Schar junger Kosmetikerinnen irritiert anschaut.

"Was meint ihr, ist die bessere Lebenshälfte schon vorbei?"
Abends sitze ich mit Susanne, Monika und Sabine im Hotelrestaurant und schiebe mir eine Gabel Spinatspätzle in den Mund. Mit glühenden Wangen trinken wir "Allesverloren" aus Südafrika. Um uns herum summen die Stimmen von etwa fünfzig Frauen zwischen fünfunddreißig und Ende vierzig. Der Laden hier
im Westerwald könnte ohne die Institution Frauenwochenende vermutlich dicht machen. Nur vereinzelt hocken hier und da zwei Männer und schauen tapfer in ihr Pils. Schon heute Nachmittag in der Sauna sahen sie mit ihren Laken um den Hüften und den frotteebezogenen Schlappen so aus, als wären sie lieber auf einem anderen Planeten.

Sabine nimmt einen Schluck. "Wieso denn? Nein, glaube ich nicht, auch wenn natürlich nicht mehr so viel Neues passiert."

Susanne prustet leise: "Wenn es das nur wäre, super. Ich denke schon, dass die besten Zeiten vorbei sind. Die meisten werden doch um die vierzig immer langweiliger: Das Haus abbezahlen, mal eine Reise, arbeiten, ein paar Falten mehr im Gesicht, ihre Kinder kutschieren. Und alle müssen diese Sprüche aus den eigenen Reihen ertragen: 'Ja, ja, wir werden alle älter.' Logisch werden wir älter, was denn sonst?"

"Um die vierzig zählt eben die innere Entwicklung. Was ist denn daran so dramatisch?" Monika nimmt sich vom Broccoli mit Mandelblättchen und streicht sich mit dem Handrücken eine dunkle Locke aus der Stirn.

"Ach, komm schon. Innere Entwicklung. Dafür bleibt ja bei all der Schadensbegrenzung kaum Zeit. Sport und gesunde Ernährung, teure Cremes und Klamotten, die wirklich sitzen. Älterwerden ist anstrengend und teuer."

"Arrangiere dich mit dem So-Sein der Dinge", sagt Monika, legt ihre Hände wie ein buddhistischer Mönch vor ihrer Brust zusammen und senkt sanft die Augenlider.

Ich sitze da und höre meinen Freundinnen zu, während der Groschen in Zeitlupe fällt. Ich bin dreiundvierzig und ich habe keinen Schimmer, wie ich mit dieser Lebensmitte und dem, was sie mitbringt, umgehen will. Was wird aus meinem Körpergefühl? Was läuft bei anderen Frauen? Und was ist mit Männern? Welche Krisen muss ich erwarten? Was hält mein Leben aufregend?

Während die mollige Kellnerin an unseren Tisch tritt und uns das Joghurtparfait am Mango-Kiwispiegel serviert, denke ich kurz nach.
Eins ist klar: Kein Botox der Welt wird unsere Jugend retten! Mindestens körperlich geht es von jetzt an langsam talwärts. Und dann? Ich kenne zwar eine Anleitung zum Smokey Eyes-Schminken, Pokern und Unglücklichsein. Von ein paar brauchbaren Ideen, wie es mir auch in der zweiten Lebenshälfte richtig gut geht, ohne mich nur mürrisch mit dem Verwittern abzufinden, habe ich hingegen noch nichts gehört.

Ich frage meine Freundinnen, aber auch sie müssen da passen und haben keinen Schimmer, wie man mit dem Altwerden umspringt.

Susanne zuckt mit den Achseln. "Denk doch einfach selbst darüber nach. Und erzähl uns, was dabei herausgekommen ist."
Keine schlechte Idee. Ich schaue mich um. Gerade erheben sich einige Frauen von den Nachbartischen und strömen in Richtung Bar. Manche von ihnen sehen beschwingt aus, andere trotz Wellness verspannt.

Ich nehme mit Schwung die Weinflasche aus ihrem silbernen Halter und nicke entschlossen: "Mach' ich!"
"Du suchst eine Antwort auf die Frage: Was ist gut gegen Hängebäckchen? Fabelhaft!", sagt Susanne. "Und jetzt schenk mal nach."
EAN: 9783981226492
ISBN: 3981226496
Untertitel: 1 Foto.
Verlag: BlueStar Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2013
Seitenanzahl: 176 Seiten
Format: kartoniert
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