EBOOK

Moby Dick


€ 13,00
 
kartoniert
Noch nicht erschienen
August 2003

Beschreibung

Beschreibung

Die Geschichte des sagenumwobenen weißen Wales und seines von grenzenlosem Hass getriebenen Jägers Kapitän Ahab ist ein moderner Mythos. Der besessene einbeinige Walfänger und der geisterhafte Wal liefern sich einen geradezu archaischen Kampf auf Leben und Tod. Die Neuübersetzung, für die Matthias Jendis mit dem renommierten Rowohlt-Preis ausgezeichnet wurde, erfasst Melvilles Sprache erstmals in ihrer unendlichen Vielstimmigkeit, in ihrem Pathos und in ihrer Präzision. Auch der sorgfältige wissenschaftliche Apparat dieser Ausgabe setzt Maßstäbe.

Portrait

Herman Melville (1819 bis 1891) stammte aus einer verarmten New Yorker Familie. Er ging früh zur See und verdingte sich als Matrose, unter anderem auch auf Walfängern. Seine Reisen führten ihn bis in die Südsee. 1844 kehrte er in die USA zurück, lebte als freier Schriftsteller und war von 1866 bis 1885 als Zollinspektor in New York tätig. Der Romancier und Autor von Kurzgeschichten und Lyrik gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller. Sein Meisterwerk 'Moby-Dick' zählt zu den Klassikern der Weltliteratur.
EAN: 9783442727315
ISBN: 3442727316
Untertitel: 'btb'.
Verlag: btb Taschenbuch
Erscheinungsdatum: August 2003
Seitenanzahl: 1056 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Matthias Jendis
Format: kartoniert

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Elisabeth Stein-Salomon - 06.12.2006, 11:44
der Trieb des Menschen zur Deutung der Welt
Melvilles berühmtester Roman, durch den sein Name wohl heller vom Sternenhimmel der Weltliteratur strahlt als der jedes anderen amerikanischen Schriftstellers des 19.Jahrhunderts, erschien in deutscher Sprache mit einiger Verspätung erstmals 1927 im Knaur-Verlag. Doch diese Übersetzung war nicht vollständig. Es handelte sich um eine auf die Ahabsgeschichte reduzierte, um die Hälfte des Umfangs zusammengekürzte Bearbeitung und damit um die Vorreiterin jener zahllosen Kinder-und Jugendbuchversionen, die seit den fünfziger Jahren auf den Markt kamen. Die Übersetzung von Mathias Jendis, die der Hanser Verlag genau 150 Jahre nach der Publikation des Originals nun vorlegt, ist die erste, die auf einem vollständigen, gesicherten Ausgangstext beruht. Das also, wodurch sich Melville mit Moby-Dick seine überragende Stellung unter den amerikanischen Schriftstellern gesichert hat, zeichnet sich erst in dieser Neuübersetzung von Jendis ab: Nämlich daß Melville mit Moby-Dick ein großes sprachliches Bauwerk in der Weltliteratur schuf. Die kongeniale Übersetzung verbindet die rasante Abenteuerhandlung (Ahabs Jagd nach dem weißen Wal) und packende Schilderungen vom Alltag des Walfangs (damals der bedeutendste Industriezweig der jungen Nation) mit mal krass realistischen, oft aber auch poetischen Beschreibungen des Lebens auf hoher See. Mehr noch: Der Erzählfaden wird ständig abgeschnitten oder neu verwoben mit Textgattungen und Stilformen, die in einem klassischen Roman eigentlich nichts verloren haben: Theatralische Szenen im hohen Ton der Tragödie oder im launigen Parlando des Lustspiels wechseln mit Predigten, naturkundlichen Essays, satirischen Parodien, zeitkritischen Pamphleten , Anlehnungen an antiken Mythen , Geschichten aus der Bibel bis hin zu philosophischen Reflexionen über Kunst, Religionen und Ökonomie. Das verbindende Element aller dieser Teile ist Ismael, der Ich-Erzähler: In der Handlung spielt er nur eine untergeordnete Rolle. Aber als Erzähler, als fiktiver Autor ist Ismael der eigentliche Held des Buches Das Thema des monumentalen Werkes ist der Trieb des Menschen zur Deutung der Welt und zur Selbstvergewisserung im Reden und Schreiben. Melvilles Buch ist vernarrt in die Sprache. Es ist, jenseits der schauerromantischen Abenteuerhandlung, eine zeitlos moderne Geschichte über das Lesen, das Erzählen, die Spekulation und die Phantasie.