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Liebe im Fokus der Paartherapie


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gebunden
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April 2003

Beschreibung

Beschreibung

Ist es überhaupt sinnvoll, die Liebe zum Thema in der Paartherapie zu machen? Wo liegt der Gewinn? Verträgt Liebe überhaupt die Offenheit in einer therapeutischen Situation oder verflüchtigt sie sich, wenn man darüber spricht? Und wenn es hilfreich wäre, von und über Liebe zu reden, wie läßt sich ein solches Gespräch gestalten? Obwohl es zumeist Liebesprobleme sind, die Paare zu einer Therapie veranlassen, ist die Liebe eine vernachlässigte Dimension in der Paartherapie. Weil das Thema Liebe in der Ausbildung zum Paartherapeuten nicht vorkommt, fehlen praktische Empfehlungen im Umgang damit. Deswegen kommt die Liebe des Paares auch in der Paartherapie meist nicht zur Sprache, zumal Kommunikation und sexuelle Verhaltensweisen als leichter veränderbar gelten als Gefühle. Allenfalls wird gewarnt vor zu hohen Erwartungen an Liebesbeziehungen. Mit mehr Wissen und Kenntnis um die Liebe kann es Therapeuten jedoch gelingen, dem zentralen Anliegen von Paaren besser gerecht zu werden. Das Buch richtet sich in erster Linie an Paar- und Familientherapeuten sowie an Eheberater. Es bietet zwar keine Patentrezepte dafür an, wie Liebesbeziehungen herzustellen oder zu erhalten sind, erweitert aber die Denk- und Handlungsspielräume im therapeutischen Umgang mit dem Phänomen Liebe. Konkrete Hinweise für den Praktiker veranschaulichen das diagnostische und therapeutische Konzept der Autorin. Ausführliche Fallbeispiele runden das Buch ab.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1. Einführung
1.1. Die Liebe wird (wieder) entdeckt
1.2. Paartherapeuten beschreiben die Liebe
1.3. Eigene Befunde zur »Liebe«

Kapitel 2. Gesellschaftlicher Kontext
2.1. Paarbeziehungen im Spannungsfeld von Liebe und Ökonomie
2.2. Zur Geschichte der Liebesehe
   - Das Ideal der romantischen Liebe im 18./19. Jahrhundert
   - Liebesehe heute
2.3. Die Paarbeziehung als Kommunikationssystem
   - Liebe als Kommunikationscode
   - Die Handlungslogiken von Liebe und Partnerschaft
   - Das Spannungsverhältnis von Liebe und Partnerschaft

Kapitel 3. Liebe aus psychologischer Sicht
3.1. Zur Phänomenologie der Liebe
   - Zur Entstehung der Liebe
   - Mythologische und psychoanalytische Sicht
       Erklärungen der Verliebtheit nach Platon
       Erklärungen der Verliebtheit nach Freud
   - Verliebtheit »emotionaler Normalzustand«
   - Exkurs: Persönlichkeit und Beziehung
       Die zwiespältige Natur der Liebe
   - Die verschiedenen Facetten der Liebe
       Erscheinungsformen der Liebe
       Empirisch ermittelte Liebesstile und Liebesarten
       Zusammenfassung
3.2. Liebe aus beziehungspsychologischer Sicht
   - Ein strukturelles Rahmenkonzept der Paarentwicklung
   - Epigenese: Entwicklung zur Gegenseitigkeit
   - Von der Liebe als Entwicklungsanstoß zur Ehe als Individuationsweg
   - Zusammenfassung
   - Liebe im Alter

Kapitel 4. Fallbeispiele
4.1. Fallbeispiele
   - Fallbeispiel 1
   - Fallbeispiel 2
   - Fallbeispiel 3
   - Fallbeispiel 4
4.2. Liebesverhältnisse in der Paartherapie

Kapitel 5. Diagnostik und Therapie
5.1. Zur Diagnostik der Liebesbeziehung
   - Zur Bedeutung von Liebe und Partnerschaft
   - Exploration der Liebesbeziehung
       Leitfaden zur Beziehungsgeschichte
       Liebesgeschichten als Ressource
   - Exploration der sexuellen Beziehung
       Sexuelle Lust und Leidenschaft in "festen" Beziehungen
       Exkurs: Sexualtherapie
5.2. Zur Therapie der Liebesbeziehung
   - Paarbeziehung und Macht
       Geschlechtsspezifische Muster im Umgang mit Liebe und Gewalt
       Liebe und Gewalt
   - »Verrechungsnotstände« - Vergessen und Vergeben
   - Diskretion und Geheimnisses voreinander
   - Fruchtbar werden in etwas Drittem bzw. Entlastung durch etwas Drittes
   - Arbeit an der Ambivalenz (Paradoxie der Liebe)
   - Zur Utopie der Paartherapie

Literatur
Personenregister
Sachregister

Portrait

Astrid Riehl-Emde, Priv.-Doz. Dr. phil., Dipl.-Psych., Paar- und Familientherapeutin, hat von 1990 bis 1999 als Oberassistentin der Psychiatrischen Poliklinik der Universität Zürich mit Professor Jürg Willi zusammengearbeitet. Sie ist heute stellvertretende Abteilungsleiterin der Abteilung für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Pressestimmen

Nicht zuletzt ... wird die Lektüre zur Lust und zu einem Gewinn, auch für in Heidelberg oder anderwärts verlorene oder wiedergefundene Herzen samt ihren Besitzern und Besitzerinnen. Astrid Riehl-Emde hat sich mit dieser Arbeit unter den deutschsprachigen PaartherapeutInnen einen führenden Platz gesichert.
Wolfgang Traumüller (systemagazin.de, 07/2007)

Es ist ein mit viel Literaturkenntnis und eigener Therapeutenerfahrung angereichertes sehr gutes Buch, welches von den Grundtendenzen der mechanistischen Sexualtherapie ebenso weit entfernt ist wie von dem zuckersüß-romantischen Bild der Hollywood-Ehe. Es werden sowohl Möglichkeiten der wissenschaftlichen Durchleuchtung aufgezeigt als auch deren Grenzen. Sehr lesenswert für jeden, der sich mit Menschenberatung zu befassen hat.
Gerhard S. Barolin (Wiener Medizinische Wochenschrift, Dezember 2005)

... Astrid Riehl-Emde lässt uns unterschiedliche Blickwinkel auf die Geschichte der Paarbeziehung und der Liebesehe, die politischen und therapeutischen Ideologien sowie die verschiedenen Paartherapeuten einnehmen ...
Das Buch ist eine schöne Mischung aus Untersuchungsergebnissen, Beschreibungen von Liebe, Fallbeispielen und Vorschlägen für die Praxis. Die einzelnen Teile des Buches sind durch Überschriften getrennt, mit Zusammenfassungen versehen und innerhalb der Texte verwoben. Die Verbindung von Theorie und Alltagspraxis ist so zu spüren. Eine empfehlenswerte Lektüre nicht nur für Paartherapeuten.
Karin Wisch (systema, 2/2004)

Die Verfasserin führt mit ihrem Buch die seit längerem begonnene, erfreuliche Linie von Jürg Willi u.a. fort, Beziehungen nicht mehr ausschließlich pathologie- und defizit-, sondern ressourcenorientiert zu sehen und den Fokus wesentlich auf das zu richten, was sie zustande bringt und zusammenhält. Dafür ist ihr zu danken. Komplexe Forschungslagen sind kenntnisreich und auf die wesentlichen Züge beschränkt dargestellt. Neue Einsichten sind daher nicht zu verme
iden und gute Lesbarkeit ist garantiert.
Wolfgang Traumüller (Deutsches Pfarrerblatt, Juni 2007)

... Diese interessante Zusammenstellung relevanter psychodynamischer und systemischer theoretischer Modelle mit vielseitigen Anregungen für die Praxis ist kenntnisreich geschrieben und es wird ein weiter Erfahrungshorizont der Autorin sichtbar. ...
Individuation in der Liebesbeziehung, Annehmen und Austragen von Ambivalenzen der Liebe und ihrer dunklen Seiten, ich würde es "angewandte Dialektik in der Paartherapie" nennen, das ist ein humanistischer und lebensnaher Grundtenor des Werkes. Es ist eine Fundgrube, die dazu einlädt, sich zu bereichern und - es trägt seinen Titel zu Recht.
Dirk Fiedler (Gesprächspsychotherapie und Personenzentrierte Beratung 1/2004)


EAN: 9783608910810
ISBN: 3608910816
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Erscheinungsdatum: April 2003
Seitenanzahl: 255 Seiten
Format: gebunden
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