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Beichtgang


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kartoniert
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November 2002

Beschreibung

Beschreibung

Thomas Lehr wächst Ende der 50er Jahre als jüngstes von vier Geschwistern in der Schule eines kleinen deutschen Dorfes auf. Er wird von seinen Eltern und der Kirche auch mit körperlicher Strafe streng katholisch erzogen. Anfangs lebt er in der Welt der Zehn Gebote, glaubt an aufrichtige Liebe, Ehrlichkeit und Gehorsam. Für seinen Vater, der Schulleiter ist, muss Thomas als Zehnjähriger Bier und Schnaps kaufen, was ihm große Schuldgefühle bereitet. Ferner erfährt er vom langjährigen Verhältnis des Vaters mit seiner Klassenlehrerin. Die Familienkrankheit Alkoholismus schreitet soweit fort, dass sein Vater nicht mehr arbeiten kann und sterben will. Abzusehen ist, dass sich Thomas zu einem Erwachsenen Kind entwickeln wird, denn Schuld, Angst, Scham und Ohnmacht sind seine Lebensbegleiter. Diese fiktive Autobiografie ist empfehlenswert für Jugendliche und Erwachsene katholischen Glaubens sowie Menschen, die in alkoholkranken Familien leben.

Portrait

Christian Bedor ist Buch-Autor, Postkarten-Künstler, Müllzeit-Los-Croupier und Arbeitskabarettist. Bereits während der Regelschulzeit schrieb Christian Bedor frankierte Briefe an Mitschülerinnen und Mitschüler. Es folgten Gedichte, Kurzgeschichten, satirische Fragmente für die Kabarett-Bühne sowie Foto- und Text-Beteiligungen für die Mail-Art-Projekte UNI/VERS(;) (Hrsg.: Guillermo Deisler + Halle/Saale) und DIE SPINNE (Hrsg.: Dirk Fröhlich; Dresden). Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstanden Foto- und Text-Motive für s/w-Postkarten. Später folgten Farbpostkarten zu den Bereichen Witz, Satire und Ästhetik, die seit 1996 ununterbrochen im Handel sind. Parallel dazu entwickelte Bedor die Entertainment-Tombola "Müll-Zeit-Lose". Unzählige Menschen zogen in den vergangenen Jahren an seiner roten Bauchladenmülltonne Lose und gewannen seine Kunstprodukte (s.u.). Zudem schreibt Bedor Kurzgeschichten (unter anderem zu hören: Frankfurter Literatur-Telefon, Februar 2006). Auf diversen Video-Portalen im Internet lassen sich ferner seine satirischen Klipse Personalberatung Team Verreckt [PTV] - Arbeitskabarett finden. www.mediathek-hessen.de | www.smallpress.de
EAN: 9783831143979
ISBN: 3831143978
Untertitel: Fiktive Autobiografie eines katholischen Hauptlehrersohns. Paperback.
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: November 2002
Seitenanzahl: 156 Seiten
Format: kartoniert

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Sina Burger, Autorin - 10.05.2004, 13:40
Das laute Schweigen des Thomas L.
Distanzierte Sensibilität würde ich die Haltung nennen, in der Christian Bedor sich seinem Protagonisten Thomas Lehr nähert. Eine deutlich männliche Art der Annäherung, die Emotionen eliminiert und stattdessen Äußeres, Umstände und Notwendigkeiten fokussiert. Die emotionale Verletzung des kleinen Thomas, dessen Leben von der Geburt bis zum etwa 14jährigen Messdiener wiedergegeben wird, geht umso lauter aus den geschilderten Lebensumständen hervor, je unbedingter sie verschwiegen wird. Ein Kunststück, das Bedor hier fertigbringt. Er schafft es, die Sprachlosigkeit selbst sprechen zu lassen, in Episoden wie bei dem Sturz mit einem Tretroller oder einem Speiseeisgeschenk. Diese Eigenart seines Erzählstils hat mich am meisten beeindruckt und macht meiner Meinung nach den besonderen Wert von ¿Beichtgang¿ aus. Wie viele Gedanken, Befürchtungen, Berechnungsversuche, sachliche Erwägungen und Zukunftsprognosen sich während einer kurzen Fahrradfahrt im Bewusstsein eines einsamen kleinen Jungen abspielen können! Thomas ist Lehrersohn, unverkennbar, auf Pflichterfüllung und Standesbewusstsein so sehr getrimmt, dass schon das eigene Wollen und Wünschen im Ansatz verkümmert. Katholische Pfarrer und seine Lehrer(-Eltern) prägen seine Welt. Verbote und Gebote, die er ängstlich zu erfüllen sucht. Sehr nahe kommt der Autor seinem Protagonisten, dringt in dessen abgeschottete Geisteswelt fast völlig ein, ohne kaum je ein Gefühl zu offenbaren, abgesehen von der lebensbestimmenden Angst vor Strafe, Blamage und davor, das Falsche zu tun. Thomas fühlt sich kaum je verletzt, dafür beschämt und unzulänglich. Erst in einem Brief an seine Eltern als Erwachsener gelingt es Thomas, auszudrücken, worunter er zeit seiner Kindheit gelitten hat und auch dieser Ausbruch fällt eigentümlich beherrscht und bedacht aus. Ein überraschend leicht fließendes und lesenswertes Buch, das in seinem lauten Verschweigen die ganze Hilflosigkeit eines vernachlässigten Jungen ausdrückt, insbesondere die schmerzende Ohnmacht, die darin liegt, dass Dinge nicht zur Sprache kommen können. Darüber hinaus ein Buch von besonderer Relevanz für die Generationen der 50er, 60er und 70er Jahre, die sich atmosphärisch und emotional darin wiederfinden werden.