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Gesichter fotografieren


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August 2013

Beschreibung

Beschreibung

Den perfekten Moment zu erwischen, ist in der Porträtfotografie besonders schwer - die menschliche Mimik ist ständig in Bewegung und schon winzige Veränderungen lassen das Gesicht nicht mehr schön aussehen. Deswegen lohnt es sich für jeden Fotografen, sich einmal genau mit diesem Thema auseinanderzusetzen. In diesem Buch vermitteln Ihnen die beiden erfahrenen Porträtfotografen und Erfolgsautoren sehr viel Detailwissen: Wie wirken welche Gesichtsformen, wie bekommen Sie Emotionen ins Bild, wie setzen Sie Licht effektiv ein oder wie kommunizieren Sie mit dem Modell sind nur einige der Inhalte.

Portrait

Cora und Georg Banek leben und arbeiten in Mainz, wo sie Mitte 2009 ihr Unternehmen um eine Fotoakademie (www.artepictura-akademie.de) erweitert haben. Vorher waren sie hauptsächlich im Bereich der Auftragsfotografie für Unternehmen und Privatpersonen tätig und schreiben seit 2004 für Fotofachzeitschriften und Buchverlage. Im Herbst 2006 erschien ihr erstes Buch zum Thema Porträtfotografie "Digitale Fotopraxis Menschen und Porträt". Seitdem haben Sie zahlreiche Fotofachbücher veröffentlicht. Beim dpunkt.verlag liegt mitterweile ihre dreibändige Fotoschule "Fotografieren lernen" vor. Wenn Sie die beiden im Internet besuchen möchten, finden Sie sie unter www.artepictura.de.

Leseprobe

GRUNDLAGEN


1 Jedes Gesicht ist einzigartig


Das menschliche Gesicht ist ein faszinierendes Gesamtkunstwerk. Obwohl alle Gesichter gleich aufgebaut sind, gleichen sie einander nicht wirklich, sondern sind unverwechselbare Originale. Tatsächlich ist das Gesicht der individuellste Teil des menschlichen Körpers, und nicht von ungefähr spiegelt sich in ihm die Persönlichkeit eines Menschen wider.

Die Variationen in den Formen, Größen und Abständen der einzelnen Gesichtselemente sind ausreichend, um jedem Menschen auf der Erde sein ganz individuelles Gesicht zu geben. Selbst bei eineiigen Zwillingen lassen sich feine Unterschiede feststellen. Hinzu kommen noch die Beschaffenheit und die Farbe der Haare und der Haut, auch wenn diese im Laufe der Zeit Schwankungen und Veränderungen unterworfen sind.

Gleichzeitig haben sich durch jahrhundertelange Vererbung innerhalb der einzelnen Kulturen besondere Charakteristika herausgebildet, die eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten – kulturellen wie regionalen – Gruppe erkennbar machen.

Allerdings ist die Fähigkeit zur Unterscheidung verschiedener Gesichter individuell unterschiedlich ausgeprägt und auch zu einem großen Teil Übungssache. Am deutlichsten fallen uns die unterschiedlichen Physiognomien übrigens in der eigenen Kultur auf, bei fremden Kulturen macht uns die Unterscheidung viel mehr Mühe. So haben Europäer größere Schwierigkeiten, zum Beispiel Asiaten auseinanderzuhalten, als Europäer voneinander zu unterscheiden. Dies gilt natürlich auch umgekehrt.

2 Aufbau und Proportionen


Als das menschliche Gesicht wird der vordere Bereich des Kopfes bezeichnet, der nicht mit Haupthaaren bedeckt ist. Auch bei Haarausfall wird die obere Kopfhaut nicht mit zum Gesicht gezählt, auch wenn es bei Ge
heimratsecken oft tröstend heißt, dass man dann „mehr Platz für sein ausdrucksstarkes Gesicht” habe. Die Ohren werden in der Literatur zum Teil zum Gesicht gezählt, zum Teil jedoch auch nicht. Hingegen gelten die Wangenflächen bis hin zu den Ohren immer als zum Gesicht gehörend, auch wenn sie durch lange Haare oder Bartwuchs verdeckt sind.

In der Vertikalen wird das menschliche Gesicht vom Betrachter unwillkürlich in drei Zonen eingeteilt. Die Stirn nimmt mit ihrer sehr großen Fläche alleine die obere Zone ein, die mittlere Zone wird von den Augen und der Nase dominiert, der Mund sowie das Kinn bilden die untere Zone. Dem Idealtypus des menschlichen Gesichts wird dann entsprochen, wenn diese drei Zonen jeweils gleich hoch sind. In der Realität weichen sie jedoch – einmal mehr, einmal weniger – stark davon ab. Sehr deutliche Abweichungen wirken auf den Betrachter unangenehmer und unattraktiver.

Die Haare bilden eine vierte, ähnlich hohe Zone oberhalb des Gesichts, was dazu führt, dass die Augen ziemlich genau in der Mitte des Kopfes – nicht des Gesichts – platziert sind. Das Gesicht weist im Durchschnitt ein Seitenverhältnis von 2:3 auf, wobei auch hier starke Abweichungen unattraktiver erscheinen.

Die vier Zonen des Gesichts

Auch für die horizontale Anordnung der Augen gibt es ein Ideal: Wenn der Abstand der Augen zueinander genau der Hälfte der Breite des Gesichts entspricht – die Augen also jeweils in der Mitte der beiden Gesichtshälften liegen –, wird dies als besonders stimmig und schön empfunden. Liegen die Augen deutlich enger bei- oder deutlich weiter auseinander, wird auch dies als störend und unattraktiv erlebt.

3 Die unterschiedlichen Gesichtshälften


Die linke und die rechte Gesichtshälfte eines jeden Menschen unterscheiden sich voneinander &nda
sh; bei manchen Menschen mehr, bei anderen weniger. Ganz gleich sind die beiden Hälften jedoch nie. Eine Spielerei macht diesen Unterschied sofort deutlich: Fotografieren Sie eine Person mit gleichmäßiger Ausleuchtung direkt von vorn und schneiden Sie das Bild exakt in der Mitte auseinander. Spiegeln Sie anschließend die beiden Hälften und machen Sie drei Bilder daraus: Das Original zeigt beide Seiten, das zweite Bild zweimal die linke und das dritte zweimal die rechte Gesichtshälfte. So wird die Unterschiedlichkeit der Gesichtshälften sofort offenkundig.

Die Unterschiede fangen bei den Augen und beim Schwung der Augenlider an, aber auch die Wangenknochen, die Nasenflügel, die Lippen und das Kinn unterscheiden sich von ihrem jeweiligen gespiegelten Pendant. Außerdem sind die beiden Gesichtshälften unterschiedlich breit.

Neben den genetischen Vorgaben liegt ein Grund für diese Unterschiede darin, dass die jeweiligen Gesichtshälften von unterschiedlichen Regionen des Gehirns gesteuert werden. Die – von der Person selbst aus gesehene – linke Gesichtshälfte wird von der rechten Hirnhemisphäre gesteuert. Dort werden die Emotionen, die Träume und die Kreativität erzeugt und verarbeitet. Der Sitz von Emotionen und Kunst beeinflusst die linke Gesichtshälfte so, dass sie weicher, verletzlicher, aber auch erstaunter und naiver wirkt als die rechte.

Genau umgekehrt verhält es sich mit der rechten Gesichtshälfte eines Menschen. Diese wird von der linken, der Verstandesseite des Gehirns gesteuert, in der Sprache, Logik und analytische Fähigkeiten verortet sind. Diese Gesichtshälfte wirkt in der Regel offener, wacher, dynamischer, aber auch reservierter, entschlossener und ernster.

Die beiden Gesichtshälften werden also von den jeweils überkreuz liegenden Gehirnh&au
ml;lften gesteuert und deswegen unterschiedlich genutzt und bewegt, was sich mit zunehmendem Alter immer stärker im Gesicht ablesen lässt. Dabei ist die linke Gesichtshälfte die emotionale, nicht bewusst steuerbare Seite, in der man sehr viel deutlicher ablesen kann, wie sich jemand gerade tatsächlich fühlt und in welcher Stimmung er ist. In der rechten, bewusster steuerbaren Gesichtshälfte hingegen zeigen wir uns so, wie wir von anderen wahrgenommen werden wollen. Dass wir bei unserem Gegenüber vor allem auf diese Seite achten, ist für das soziale Miteinander auch sehr sinnvoll. Denn wüssten wir immer, wie andere sich tatsächlich in unserer Gegenwart fühlen und was sie über uns denken, würde dies noch mehr Konflikte schaffen, als wir ohnehin schon erleben.

4 Die Schokoladenseite


Als Fotograf können Sie das Wissen über die Unterschiedlichkeit der beiden Gesichtshälften nutzen, um ganz bewusst entweder die öffentliche oder die persönliche Seite zu betonen. Wenn Sie die rechte Gesichtshälfte hervorheben, wirkt die Person beherrschter, distanzierter und kontrollierter, aber auch aufgeschlossener, aktiver und freundlicher. Setzen Sie hingegen die linke Gesichtshälfte Ihres Modells stärker in Szene, wirkt das Ergebnis emotionaler, echter und unmittelbarer, aber eben auch müder, verschlossener und unfreundlicher. Die Betonung einer Gesichtshälfte können Sie ganz einfach durch eine entsprechende Perspektive oder durch das eingesetzte Licht erreichen. So haben Sie es bei inszenierenden Porträts in der Hand, Ihr Modell auf eine ganz bestimmte Weise – passend zur Bildidee – wirken zu lassen.

Wenn es Ihnen jedoch darum geht, den Menschen einfach nur besonders gut aussehen zu lassen, suchen Sie sich gezielt die sogenannte „Schokoladenseite” aus. Von den Modellen – aber auch von den
Betrachtern – wurde in unzähligen Versuchen in den überwiegenden Fällen ihre linke Gesichtsseite als die schönere empfunden und als Schokoladenseite bezeichnet. Dies galt selbst dann, wenn man Versuchspersonen gespiegelte Fotos vorlegte. Bei einigen Menschen ist das Selbstbild jedoch vor allem durch den Blick in den Spiegel geprägt. Ihnen fällt es manchmal schwer, sich auf einem Foto wiederzuerkennen und anzunehmen, weil es für sie seitenverkehrt ist. In besonderen Ausnahmefällen hilft es da, das Foto vertikal zu spiegeln, um die gewünschte Akzeptanz zu erreichen. Allerdings ist dieses Vorgehen in der Porträtfotografie recht verpönt.

5 Was macht ein Gesicht schön?


Wenn ein Gesicht als schön empfunden wird, ist das immer auch mit subjektiven und individuellen Vorlieben verbunden. Dennoch wurde in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen nach bestimmten Kriterien gesucht, die ein Gesicht attraktiv und schön machen. Und tatsächlich gibt es einige sehr aufschlussreiche Versuche, die aufzeigen, dass es tatsächlich objektive Kriterien für die Schönheit eines Gesichts gibt – und zwar unabhängig vom persönlichen Geschmack oder von individuellen Vorlieben und über alle Kulturen hinweg.

Grundlage der meisten solcher Experimente sind Fotos von Menschen, die von vielen Personen hinsichtlich ihrer Attraktivität bewertet werden. Dabei werden Fotos von realen Menschen ebenso bewertet, wie Bilder, bei denen die Gesichter mehrerer Menschen zu einem einzigen Durchschnittsgesicht zusammengefasst wurden. Auch gezielt digital veränderte Gesichter werden den Probanden vorgelegt. Dabei zeichnen sich insgesamt fünf Faktoren ab, die zu überdurchschnittlich hohen...


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Hier erhalten Sie alle Informationen rund um die digitalen Bücher für Neueinsteiger.

EAN: 9783864913501
Untertitel: Ausdrücke einfangen und inszenieren. Dateigröße in MByte: 34.
Verlag: dpunkt.verlag
Erscheinungsdatum: August 2013
Seitenanzahl: 172 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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