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Der Hauptschulabschluss an der Schule für Lernbehinderte


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April 2004

Beschreibung

Beschreibung

Inhaltsangabe:Einleitung:
Die Eingliederung behinderter und sozial benachteiligter Jugendlicher in die Berufswelt stellt zweifellos das brennendste Problem der Sonderpädagogik dar. Von der Gesamtproblematik sind in hohem Maße Personen mit einer Lernbehinderung betroffen. Sie sind ¿ zumindest vorübergehend, wenn nicht auf Dauer ¿ von Arbeitslosigkeit bedroht.
Die Umbrüche in unserer Gesellschaft im Zuge der dritten industriellen Revolution stellen an Sonderschüler, an schwache Hauptschüler, an Jugendliche in berufsvorbereitenden Maßnahmen und an Abbrecher höherer Bildungsgänge Anforderungen, denen sie heute kaum noch genügen können. Die allgemeine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erschwert es den Jugendlichen zunehmend, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Die Arbeitslosigkeit wird weiter zunehmen, da die Industrie rationalisiert oder verlagert, derzeit nicht ausgelastet ist, der Markt weiterhin gesättigt ist und wir uns eine Fortsetzung der Wegwerfgesellschaft aus Gründen der Umwelterhaltung nicht mehr leisten dürfen.
Personalabbau und höhere Qualifikationen verlangt nicht nur die Industrie, sondern auch der tertiäre Sektor. Parallel zum rückläufigen Ausbildungsangebot steigt die Zahl der gemeldeten Bewerber deutlich an. Laut Bundesanstalt für Arbeit (1997) ist die Zunahme der Bewerber in erster Linie bedingt durch demographische Veränderungen: ¿Bis zum Jahr 2006 wird die Zahl der Schulabgänger bundesweit insgesamt bis zu 30 Prozent zunehmen¿.
Schlagzeilen, wie ¿ Lehre statt Studium¿, ¿Abiturienten verdrängen Hauptschüler von den Ausbildungsplätzen¿ usw. sind immer öfter in Zeitungen zu finden. Immer weniger Abiturienten entscheiden sich für ein Studium. Stattdessen bemühen sie sich um einen Platz im dualen System ¿ meist mit gutem Erfolg. Darüber hinaus zeigt der Trend zur Doppelqualifikation (erst Ausbildung, dann Studium) seine Auswirkungen. Laut Bundesanstalt für Arbeit (1997) stellen Schulabgänger ohne Schulabschluss mit Abstand den größten Teil (ca. 75 %) der jungen Menschen ohne Berufsausbildung dar. Rund 14 % der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 25 Jahren bleiben in den alten Ländern ohne Berufsbildungsabschluss, in den neuen Ländern sind es etwa 9 %; etwa drei Viertel dieser Personen beginnen von vornherein keine Berufsausbildung, die übrigen brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab oder scheitern an den theoretischen Anforderungen der Berufsschule.
Diese statistisch leicht nachweisbare und immer wieder bestätigte Feststellung muss sehr ernst genommen und darf nicht unterschätzt werden. Die genannten Entwicklungen verschärfen die Konkurrenzbedingungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Von einem Verdrängungswettbewerb sind vor allem Schulabgänger unterer Bildungsgänge betroffen. Selbst Schüler, die ¿nur¿ einen Hauptschulabschluss haben, bleiben häufig auf der Strecke und ohne Schulabschluss sind die Chancen der Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt ganz gering. Als Folge des Drucks und der Misere auf dem Ausbildungsstellenmarkt können beim Übergang von der Schule zur Lehre sogenannte ¿Warteschleifen¿ entstehen:
Immer mehr Jugendliche nehmen an Förderlehrgängen teil, besuchen das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) oder Berufsfachschulen. Beck (1986, zitiert nach Hiller, 1997) ist der Auffassung, dass berufsvorbereitende Maßnahmen wie Förder- und Eingliederungslehrgänge keine echte berufsqualifizierende Funktion haben, sondern aus arbeitsmarktpolitischen Gründen vorrangig die Funktion eines Auffangbeckens zu haben scheinen. Den Politikern aller Parteien ist der Ernst der Lage mittlerweile bekannt. Sie wissen: Ausbildungsmisere, Jugendarbeitslosigkeit und wachsende Kriminalität (rechtsradikale Vereinigungen, Drogenkonsum usw.) stehen in engem Zusammenhang. Armut alleine macht nicht kriminell. Doch wer keine Lehrstelle und keine Arbeit findet, immer zuschauen muss, wie sich einige scheinbar alles leisten können, der gerät leicht in Gefahr, sich das zu nehmen, was er braucht, notfalls auch auf kriminelle Weise. Die zunehmende Gewaltbereitschaft unter Heranwachsenden ist jedenfalls besorgniserregend: Diebstähle, Sachbeschädigungen, aber auch Erpressungen und Körperverletzungen sind häufig genannte Delikte. Eins steht fest: Wo die soziale Integration junger Menschen gelingt, gibt es weniger Täter. Klaffen die sozialen Gegensätze auseinander, ist zwangsläufig eine steigende Jugendkriminalität vorprogrammiert.

Zusammenfassung:
Die landläufige Meinung, Schüler der SfL könne man nicht bis zum Hauptschulabschluss führen, gilt seit Ende der 70er-Jahre als überholt und kann heute erfolgreich abgewehrt werden.
Für Schüler der SfL, die bestimmte leistungsbezogene Bedingungen erfüllen, ist der Besuch der freiwilligen 10. Klasse an der L-Schule möglich. Der Unterricht führt die Schüler gezielt an die Arbeitswelt heran, wobei er sich stark am Lehrplan der 9. Klasse HS orientiert. Alle Schüler, die das 10. Schuljahr mit Erfolg besucht haben, erhalten das Hauptschulabschlusszeugnis. Einer besonderen Leistungsfeststellung müssen die Schüler sich nicht unterziehen.
Um der Frage nach der tatsächlichen Gleichwertigkeit des Hauptschulabschlusses auf den Grund zu gehen, machte ich eine lokale Vergleichsstudie zum Gegenstand meiner Arbeit. Anhand von zwei Hauptschulabschlussklassen verglich ich punktuell das Leistungsniveau einer 10. Klasse der SfL mit einer 9. Klasse der HS in Neustadt a. d. Weinstraße.
Meine empirischen Untersuchungen ergaben, dass die Sonderschüler in der Lage sind, an den Leistungsstand der Hauptschüler in den Hauptfächern mit kleinen Einschränkungen heranzukommen. In diesem Sinne kann von einer Gleichwertigkeit des Hauptschulabschlusses gesprochen werden.

Inhaltsverzeichnis:
I.EINLEITUNG1
II.HAUPTTEIL6
A.THEORETISCHER TEIL6
1.PRO UND KONTRA: HAUPTSCHULABSCHLUSS6
2.DIE STELLUNG DER SCHULE FÜR LERNBEHINDERTE IM SCHULSYSTEM8
3.ZUR BILDUNGSFÄHIGKEIT DER ¿LERNBEHINDERTEN¿10
4.HISTORISCHER ÜBERBLICK13
4.1ZUM BILDUNGSPOLITISCHEN HINTERGRUND13
4.2ZUR AUSGANGSSITUATION13
4.3DER SCHULVERSUCH ¿FREIWILLIGES 10. SCHULJAHR AN DER SCHULE FÜR LERNBEHINDERTE ZUM ERWERB DES HAUPTSCHULABSCHLUSSES¿ IN RLP15
5.ALTERNATIVEN ZUR ERLANGUNG DES HAUPTSCHULABSCHLUSSES19
5.1RÜCKSCHULUNG MIT NACHFOLGENDEM REGULÄREM HAUPTSCHULABSCHLUSS19
5.2SCHULFREMDENPRÜFUNG (NICHTSCHÜLERPRÜFUNG)20
5.3ERWERB DES HAUPTSCHULABSCHLUSSES IM RAHMEN DES BERUFGRUND(BILDUNGS)SCHULJAHRES (BGJ)22
5.4DIE ZUERKENNUNG DES HAUPTSCHULABSCHLUSSES NACH ABGESCHLOSSENER BERUFSAUSBILDUNG24
6.DIE LÄNDERSPEZIFISCHEN REGELUNGEN FÜR DIE ERLANGUNG DES HAUPTSCHULABSCHLUSSES FÜR LERNBEHINDERTE25
7.DIE RECHTSLAGE IN RHEINLAND-PFALZ ZUM ERWERB DES HAUPTSCHULABSCHLUSSES AN SCHULEN FÜR LERNBEHINDERTE32
7.1DER AUFBAU DES FREIWILLIGEN 10. SCHULJAHRES FÜR SCHÜLER DER SCHULE FÜR LERNBEHINDERTE32
7.1.1Die Aufgabe32
7.1.2Die Vorbereitung auf die erhöhten Anforderungen des 10. Schuljahres32
7.1.3Die Aufnahmekriterien33
7.1.4Der Stundenplan im 10. Schuljahr33
7.1.5Der Lehrplan für das freiwillige 10. Schuljahr an der Schule für Lernbehinderte35
7.1.6Didaktische und methodische Grundsätze der Unterrichtsgestaltung im 10. Schuljahr der SfL39
7.2SCHULABSCHLUSS UND ZEUGNIS41
7.2.1Die Feststellung des Hauptschulabschlusses in Rheinland-Pfalz41
7.2.2Abgangs- und Abschlusszeugnis42
8.STATISTISCHE DATEN45
8.1SCHULEN FÜR LERNBEHINDERTE, DENEN EIN FREIWILLIGES 10. SCHULJAHR ANGEGLIEDERT IST45
8.2DIE GESCHLECHTLICHE VERTEILUNG IM FREIWILLIGEN 10. SCHULJAHR47
8.3DER AUSLÄNDERANTEIL IM FREIWILLIGEN 10. SCHULJAHR50
8.4SCHULABGÄNGERSTATISTIK51
B.EMPIRISCHER TEIL55
9.ZUR ORGANISATION DER LOKALEN VERGLEICHSUNTERSUCHUNG55
9.1GENEHMIGUNG DER LOKALEN VERGLEICHSSTUDIE55
9.2INTENTIONEN UND SCHWIERIGKEITEN56
9.3ZUR DURCHFÜHRUNG58
9.3.1Die planmäßige Gestaltung des Leistungsvergleichs in Deutsch60
9.3.2Die planmäßige Gestaltung des Leistungsvergleichs in Mathematik63
9.3.3Die planmäßige Gestaltung des Leistungsvergleichs in Arbeitslehre64
9.4BESCHREIBUNG DER STATISTISCHEN METHODE67
9.4.1Allgemeine messtheoretische Grundlagen für die statistische Untersuchung der Schülerleistungen beider Klassen67
9.4.2Parameter einer Stichprobe69
10.BESCHREIBUNG DER AUSGEWÄHLTEN SCHULEN UND DER POPULATIONEN76
10.1DIE SITUATION DER SCHUBERT-SCHULE (SFL) IN NEUSTADT A. D. WEINSTRAßE76
10.2DIE KLASSE 10 DER SCHUBERT-SCHULE85
10.3DIE HAUPTSCHULE-OST IM SCHULZENTRUM IN NEUSTADT A. D. WEINSTR92
10.4DIE KLASSE 9B DER HAUPTSCHULE-OST IM SCHULZENTRUM95
10.5VERGLEICH DER LEISTUNGSVORAUSSETZUNGEN DER 10. KLASSE DER SCHUBERT-SCHULE UND DER KLASSE 9B DER HAUPTSCHULE-OST IM SCHULZENTRUM96
11.ERGEBNISSE DER VERGLEICHSUNTERSUCHUNG100
11.1DIREKTER LEISTUNGSVERGLEICH IM FACH DEUTSCH100
11.1.1Rechtschreibung100
11.1.2Grammatik106
11.1.3Arbeit am Text109
11.1.4Der Bezug der Rechtschreibung zu den sonstigen Leistungen in Deutsch113
11.1.5Vergleich bestimmter Schülergruppen im Fach Deutsch116
11.2DIREKTER LEISTUNGSVERGLEICH IN DEM FACH MATHEMATIK118
11.2.1Kopfrechnen/ schriftliches Rechnen118
11.2.2Dreisatz, Prozent- und Zinsrechnung122
11.2.3Geometrie125
11.2.4Bestimmte Schülergruppen im Vergleich128
11.3ZUSAMMENFASSENDE VERGLEICHSERGEBNISSE130
11.4DIREKTER LEISTUNGSVERGLEICH IN DEM FACH ARBEITSLEHRE IM BEREICH TECHNISCHES WERKEN138
12.BEFRAGUNG EHEMALIGER SCHUBERT-SCHÜLER AUS DER 10.KLASSE142
III.SCHLUSS148
ANLAGEN154
Anlage 1Anschriften der 16 Kultusministerien und Senatsverwaltungen154
Anlage 2Zeugnisformulare156
Anlage 3Anschriften der Schulen für Lernbehinderte in Rheinland-Pfalz mit freiwilligem 10. Schuljahr158
Anlage 4Aufgaben- und Lösungsblätter der durchgeführten Klassenarbeiten und Tests160
Anlage 5Fragebogen für die ehemaligen Entlassschüler aus der 10. Klasse181
QUELLENNACHWEISE184

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