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Die Verwendung von berauschenden Substanzen seit dem Altertum im europäischen Kulturkreis


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Juli 2014

Beschreibung

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Inhaltsangabe:Einleitung:
Es hat sich ein Wandel abgezeichnet im Umgang mit berauschenden Substanzen. Verwendeten traditionelle Völker noch berauschende Substanzen, um eins zu werden mit der Natur und somit den Göttern näher zukommen, so hat sich dieser sakral ¿ rituelle Transzendenzcharakter des Drogengebrauchs durch geschichtliche Veränderungen (vor allem ab der Neuzeit) in die Suche nach sich selbst, einer individuellen Identität und einer Realität, in der es sich zu leben lohnt, transformiert.
Drogenkonsum und Rausch sind Erfahrungen, die so alt sind wie die Menschheit selbst. Und alle Zivilisationen besaßen ihre besondere Form Transzendenzerlebnisse zu erfahren. Sie betteten den Drogenkonsum und ihre Erfahrungen in Liturgien und Rituale, die immer ihren kulturellen und religiösen Rahmenbedingungen entsprachen und erreichten dadurch einen ¿Schutz¿ vor Missbrauch. Dieser Schutz ist heute nicht mehr gegeben, da sich die Sinnbedeutung des Drogengebrauchs geändert hat. Wenngleich sich unsere heutige Gesellschaft als rauschablehnend bezeichnet, so ist dies nur die halbe Wahrheit. Man vergisst nämlich nur allzu leicht, dass Drogenkonsum und die Suche nach Rausch ¿ ebenso wie auch Bücher lesen, Fernsehen schauen, extrem Sport betreiben usw., Dimensionen verschiedener Realitäten sind, die jedoch gesellschaftlich unterschiedlich bewertet werden; oftmals in die Kategorien ¿gut¿ oder ¿schlecht¿. Es ist mein Anliegen in dieser Arbeit aufzuzeigen, wie die Menschheit seit ihrer Entstehungsgeschichte mit Drogen umgingen und inwiefern die Entwicklung der Konsumgewohnheiten durch die jeweilige Kultur und ihren gesellschaftlichen Instanzen geprägt beziehungsweise systematisch gesteuert wurde. Weiterhin möchte ich verdeutlichen, dass Rausch, Transzendenzerfahrungen sowie das Bewegen durch verschiede Realitäten ein dem Menschen innewohnendes Bedürfnis ist, welches unbedingt nach Befriedigung verlangt. Erkennt man jenes Streben nach Rausch nicht schon auch bei einem Kind, welches sich die ganze Zeit im Kreise dreht, um eine Art ¿Rausch¿ zu erfahren? Die These, die dieser Arbeit zugrunde liegt, lässt sich somit wie folgt formulieren: Das Streben nach Rausch ist ein dem Menschen innewohnendes Bedürfnis und kann daher als anthropologische Konstante aufgefasst werden. Der Umgang mit Drogen aber ist ein Soziokulturhistorisches Phänomen, dessen Verwendungsrahmen von der jeweiligen Gesellschaft oder dem Kulturkreis vorgegeben wird, somit also konstruierten Normen gesellschaftlicher Wirklichkeiten entspricht.
Diese Arbeit soll aufzeigen, wie und warum bestimmte Völker und Gesellschaften mit Drogen umgegangen sind und durch welche kulturellen Aspekte jener Umgang hervorgerufen wurde. Das Wissen, welches sich daraus ergibt, kann im sozialpädagogischen Kontext dazu verwendet werden Drogenkonsumenten mehr Verständnis entgegen zu bringen und dadurch einen Anteil in der hilfeleistenden Arbeit mit Drogensüchtigen bieten. Weiterhin erhält man Kenntnisse und neue Ideen, wie man dem vermeintlichen ¿Drogenproblem¿ im politischen und gesellschaftlichen Kontext entgegenwirken könnte. Ebenfalls kann dem Drogenarbeiter die Befähigung zu Teil kommen, sich nicht allgemeinen gesellschaftlichen Stigmatisierungen zu unterwerfen, sondern eine eigene Meinung zu bilden, die sich abhebt von der weitverbreiteten Einstellung, dass Drogenabhängige ¿Kranke¿ seien und somit gesellschaftliche Einzelfälle in Geschichte, Gegenwart und Zukunft darstellen.
Durch die Methode der Literaturanalyse gelang es mir, Daten über kulturhistorische Aspekte bezüglich des Umgangs mit Drogen zu systematisieren und diese, aufgrund der Begrenztheit meines Themas, in geschichtlich - chronologischer Weise komprimierend zu ordnen. So stehen historische Fakten parallel zu Begründungen, wie es zu solchen Gebrauchsmustern kam. Diese waren, und sind es auch heute noch, fast immer mit kulturellen, politischen und religiösen Überzeugungen gekoppelt und erhalten dadurch ihre spezifische Prägung. In den ersten zwei Kapiteln werden Thesen vorgestellt, die der Frage nachgehen, wie der Drogenkonsum begann und warum der Mensch überhaupt ein Bedürfnis nach Rauschzuständen hat. Anschließend werden die Epochen ¿ Altertum, Mittelalter, Neuzeit und Moderne ¿ bezüglich ihres Umgangs mit Drogen diskutiert. Jedoch muss ich anmerken, dass sich der geographische Radius meiner Arbeit bedauerlicherweise auf den europäischen Kulturkreis reduziert, da die globale Darstellung des Umgangs mit Drogen den Rahmen einer Diplomarbeit sprengen würde. Die Beispiele über die einzelnen Drogen sind durch ihren gesellschaftlichen Wertigkeitsgrad geordnet und besitzen allein dadurch schon Aussagekraft (da dem Alkohol im europäischen Kulturkreis die höchste Wertigkeit zugesprochen wurde und immer noch wird, steht dieser immer am Anfang der Beispiele). Im Abschnitt der Moderne lasse ich die Drogenbeispiele außen vor, da sich ihre Verwendung im Sinne der gesellschaftlichen Einstellung nicht wesentlich von der der Neuzeit unterscheidet. Ich denke aber, dass durch die Abschnitte der Moderne weitestgehend klar wird, wie der Umgang mit legalen sowie illegalen Substanzen in der modernen Gesellschaft bewertet wird.
Begriffe wie Drogen, Substanzen, Rauschmittel ... etc. sollen keine definitorischen Unterschiede verdeutlichen, sondern dienen lediglich der Stilistik und Ästhetik des sprachlichen Ausdrucks. Ich habe bewusst keine Definitionen über Begriffe wie Sucht, Rausch oder Drogen in meiner Arbeit verwendet, da die aktuell ¿ gültigen Definitionen nur den Zeitgeist unserer Gegenwart widerspiegelt und somit keine Aussagekraft in ihrem geschichtlichen Bezugsrahmen besitzen. Hervorhebungen, die mir wichtig erschienen, sind kursiv geschrieben. Da ich der neuen Rechtschreibregel noch nicht mächtig bin, bitte ich um Nachsehen der gemischt ¿ geschriebenen Form. Weiterhin habe ich Zitate, in denen die Schreibform keine relevante Aussage besitzt nach gutdünken in meine umgewandelt (beispielsweise daß in dass, muß in muss ...etc.).
Ich möchte mit dieser Arbeit keineswegs zum Drogenkonsum aufrufen, noch möchte ich die Gefährlichkeit berauschender Substanzen herabsetzen. Ich hoffe mit dieser Arbeit einen wissenschaftlichen Beitrag geleistet zu haben, der den Versuch darstellt, dem Leser gegenwärtige gesellschaftliche Irrtümer und Missverständnisse bezüglich legalen sowie illegalen Drogenkonsums aufzuzeigen und um ihm dazu zu verhelfen eine realitätsnahe objektivere Stellung zu dieser Thematik einzunehmen.

Inhaltsverzeichnis:
1.Einleitung1
2.Beginn des Drogenkonsums4
3.Das Streben nach Rausch als anthropologische Konstante10
4.Archaische Zeiten und Altertum18
4.1Beispiele für die kulturelle Integration von Rauschmitteln im Altertum18
4.1.1Alkohol18
4.1.2Opium25
4.1.3Cannabis32
4.2Zusammenfassung: Das Altertum als rauschnahe Epoche40
5.Mittelalter49
5.1Die Bedeutung von Drogen und Rausch im Mittelalter49
5.2Beispiele für die kulturelle Integration von Rauschmitteln im Mittelalter51
5.2.1Alkohol51
5.2.2Opium54
5.2.3Die Flugsalben mittelalterlicher Hexen56
5.2.4Cannabis59
5.3Zusammenfassung: Das Mittelalter als kulturelles Erbe des Altertums62
6.Neuzeit64
6.1Gründe für den Wandel in der Neuzeit68
6.1.1Der aufkommende Protestantismus68
6.1.2Kleiner Exkurs in die Gedankenwelt der Aufklärung70
6.1.3Die mittelalterlichen Gewürze als Indikator für den neuzeitlichen Geschmack71
6.2Die Entstehung von Abhängigkeit und Sucht aus Elend und Aufklärung74
6.3Beispiele für den Gebrauch von Rauschmitteln in der Neuzeit77
6.3.1Alkohol77
6.3.2Opium83
6.3.3Cannabis88
6.3.4Kaffee, Tee, Tabak und Coca - Die kulturelle Integration kolonialer Genuss - und Rauschmittel in Europa90
6.3.4.1Kaffee90
6.3.4.2Tee96
6.3.4.3Tabak99
6.3.4.4Coca105
6.4Zusammenfassung: Die Neuzeit als Wendepunkt gesellschaftlicher Werte115
7.Moderne121
7.1Die Bewertung des Rausches in der modernen Gesellschaft121
7.2Die aktuelle Drogenpolitik Deutschlands124
7.2.1Entstehung der modernen prohibitiven Drogenpolitik124
7.2.2Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG)125
7.2.3Gesellschaftliche Folgen der prohibitiven Drogenpolitik127
7.2.4Der liberale Ansatz als Ausgangspunkt einer akzeptanzorientierten Drogenpolitik - eine Alternative zur prohibitiven Drogenpolitik?131
7.3Psychobiologische Grundlagen im Zusammenhang mit Drogen, Rausch, Sucht und Gesellschaft134
7.4Die moderne Leistungs-, Konsum- und Suchtgesellschaft138
8.Fazit142
9.Literaturverzeichnis151

Technik

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EAN: 9783832474713
Untertitel: Eine Untersuchung der kulturellen Integration von Rauschmitteln. Dateigröße in KByte: 852.
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2014
Seitenanzahl: 162 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Keiner
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