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Europäische Einheit und "babylonische" Vielfalt


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Juli 2014

Beschreibung

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Inhaltsangabe:Zusammenfassung:
Die Europäische Union (EU) hat zur Zeit elf Amts- und Arbeitssprachen – offiziell ist jede nationale Amtssprache der 15 Mitgliedstaaten in den europäischen Institutionen gleichberechtigt. Die Praxis sieht anders aus. Englisch und Französisch sind de facto die Verkehrssprachen in den Brüsseler, Straßburger und Luxemburger Amtsfluren. Bei den meisten Treffen auf politischer Ebene, gleich ob im Ministerrat oder im Europäischen Parlament, wird jedoch aus allen in alle Sprachen gedolmetscht. Das besorgt der größte Dolmetscherdienst der Welt.
Zwei ungleiche Herausforderungen kommen auf diese Sprachenregelung in den europäischen Institutionen zu. Zum einen ist die Erweiterung der EU um zunächst zehn Staaten mittlerweile beschlossene Sache. Aus den dann 20 Amtssprachen ergeben sich bereits 380 Sprachkombinationen – denn im Parlament zum Beispiel muss dann etwa aus dem Finnischen ins Estnische genauso wie aus dem Slowenischen ins Portugiesische übersetzt werden. Zum anderen vertritt die EU nachdrücklich ihre dialektische kulturpolitische Strategie von „Einheit in der Vielfalt“. Darauf bauen immer mehr auch Europas Sprachminderheiten: Katalanen, Basken, Waliser und andere pochen auf die Gleichbehandlung ihrer Sprachen mit den großen nationalen Amtssprachen, um dem von ihnen favorisierten Europa der Regionen Gestalt zu verleihen.
Das vermeintlich technische Problem ist nicht technisch zu lösen, denn die Regierungen messen ihren Sprachen großes symbolisches Gewicht bei. Die Sprachen stehen für die nationale Souveränität und Kultur. Bei der institutionellen Reform zur Vorbereitung auf die Erweiterung wird die Sprachenfrage tabuisiert. Die EU ist sprachlich auf die Osterweiterung nicht vorbereitet. Die vorliegende Arbeit analysiert den Status quo, die demokratischen wie praktischen Erfordernisse für eine sinnvolle, künftige Sprachenregelung und schlägt eine solche in Grundzügen vor. Sie geht primär politikwissenschaftlich vor, bezieht jedoch Erkenntnisse aus der Linguistik, der Soziolinguistik sowie der Rechtswissenschaft ausführlich ein.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile, deren erster vornehmlich deskriptiver Art ist. In einem umfangreichen Kapitel werden die vier wichtigsten EU-Organe – der Rat, die Kommission, das Parlament und der Gerichtshof – auf ihre gegenwärtigen Sprachenregelungen hin untersucht. Dabei wird die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufgezeigt. Der Analyse liegen nicht allein Verträge und Geschäftsordnungen zu Grunde, sondern auch zahlreiche weitere Primärquellen. Aus parlamentarischen Anfragen, Reden, internen Dokumenten usw. geht hervor, welche Bedeutung dem Sprachenregime zukommt.
Im folgenden Kapitel werden die Grenzen des so genannten „Integralen Multilingualismus“ herausgestellt. Dabei geht es nicht nur um die technischen Schwierigkeiten und finanziellen Belastungen, die durch die Vielsprachigkeit entstehen. Vor allem wird aufgezeigt, dass sich Übersetzung und Verdolmetschung entgegen ihrer raison d’être durchaus kommunikationshemmend auswirken können. Die Gesprächsdynamik wird gehemmt, Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Die Vielzahl gleichberechtigter Fassungen eines jeden europäischen Rechtsakts verursacht darüber hinaus einen Mangel an Rechtssicherheit in der Gemeinschaft. Die beiden erwähnten Herausforderungen – Osterweiterung und Sprachminderheiten – machen eine Neuregelung des Sprachenregimes unvermeidlich.
Das abschließende Kapitel des ersten Teils fragt deshalb nach den Reformansätzen, die innerhalb der EU diskutiert werden. Die Vorschläge bleiben zaghaft. Sie belegen zwar, dass man sich in Brüssel des drängenden Sprachenproblems bewusst ist. Eine drastische Einschränkung der Vielsprachigkeit wagt aber kaum jemand öffentlich zu fordern. Diskutiert wird allenfalls über Relais-Verdolmetschung, asymmetrische Sprachmittlung und andere rein prozedurale Änder

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EAN: 9783832463274
Untertitel: Herausforderung an die Sprachenregelung in den Institutionen der Europäischen Union. Dateigröße in KByte: 954.
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2014
Seitenanzahl: 141 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Keiner
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