EBOOK

Strafe


€ 19,99
 
gebunden
Sofort lieferbar
Mai 2015

Beschreibung

Beschreibung

Wenn wir unser Leben Revue passieren lassen, sind wir dann frei von Schuld?Der Brief kommt überraschend, und er holt den Schriftsteller Max Schmeling aus seiner Komfortzone: einen Gefallen soll er ihm tun, seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski, den er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat und den er aus vielen Gründen auch nicht sonderlich gut leiden konnte. Dass er sich auf ein Spiel mit gefährlichem Einsatz einlässt, ist ihm da noch nicht klar...

Portrait

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der interessantesten und aufregendsten Krimiautoren Schwedens. Für seine Kriminalromane um Kommissar Van Veeteren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden erfolgreich verfilmt. Daneben schreibt er Psychothriller. "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" oder "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" gelten inzwischen als Klassiker in Schweden, werden als Schullektüre eingesetzt, und haben seinen Ruf als großartiger Stilist nachhaltig begründet. Håkan Nesser lebt mit seiner Frau in London und auf Gotland. 2011 wurde er mit dem "Ripper Award", dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet.
EAN: 9783442756063
ISBN: 3442756065
Untertitel: Roman. Originaltitel: Straff.
Verlag: Btb
Erscheinungsdatum: Mai 2015
Seitenanzahl: 283 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Paul Berf
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

mrs-lucky - 25.08.2015, 09:20
Eine raffinierte Geschichte mit einigen Überraschungen
Dieses Buch ist schwer einzuordnen. Håkan Nesser ist als Verfasser von Kriminalromanen bekannt und tritt hier als Coautor auf, um die Identität Paula Polanskis wird ein Geheimnis gemacht. Ist dieses Buch ein Krimi? Das trifft es nicht wirklich, die Geschichte besitzt allerdings durchaus Elemente eines Psychothrillers, wenngleich diese erst gegen Ende des Buches deutlich werden. Ansonsten kommt in diesem Fall eher Nessers Talent zu Geltung, in seinen Büchern auch philosophische Betrachtungen unterzubringen. Hauptfigur dieses Romans ist ein Autor namens Max Schmeling. Er ist Mitte 60 und sehr überrascht, als er den Brief einen ehemaligen Schulkameraden erhält, zu dem er seit über 40 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Tibor Schittkowski ist unheilbar krank und bittet Max Schmeling um einen Besuch, da er für ihn etwas erledigen solle und ihm noch etwas schuldig sei. Schmeling zögert zunächst, dieser Kontakt regt ihn jedoch dazu an, sein eigenes Leben Revue passieren zu lassen. Längst vergessen geglaubte Ereignisse aus seiner Kindheit tauchen dabei auf, die Nesser in typischer Manier mit viel Selbstironie und Augenzwinkern schildert. Da es Tibor Schittkowski zu sehr anstrengt, Max Schmeling sein Anliegen zu erklären und die Gründe zu erläutern, gibt er ihm ein Manuskript mit, das er zu diesem Zweck vorbereitet hat. Es gibt also eine Art Buch im Buch, das sich mit der Lebensgeschichte Tibor Schittkowskis beschäftigt und aufgrund einer gemeinsamen Bekannten weitere Erinnerungen bei Schmeling wach ruft. Der Großteil des Romans besteht aus amüsanten Anekdoten aus dem Leben der beiden Hauptprotagonisten. Die Geschichte plätschert sanft dahin und besticht in erster Linie durch den Erzählton, der stets von einem leichten Augenzwinkern begleitet ist. Die eigentliche Raffinesse des Romans offenbart sich dem Leser erst kurz vor dem Ende. Erst jetzt wird deutlich, wie komplex diese so unscheinbar und unschuldig dahin plätschernde Geschichte ist. Mir haben Idee und Umsetzung der Geschichte sehr gut gefallen, sie ist ebenso raffiniert angelegt wie sprachlich ausgefeilt umgesetzt.
BookHook - 21.07.2015, 07:53
Ein sehr ungewöhnliches und spezielles Leseerlebnis
Meine Meinung: Dieser Roman ist vor allem eines: sehr ungewöhnlich! Vor diesem Hintergrund fällt es mir auch durchaus schwer, eine vernünftige und nachvollziehbare Rezension zu schreiben, die nicht zu viel verrät. Ich werde es trotzdem mal versuchen: Der Schreibstil, im Präsens und der Dritten Person, wirkte auf mich von Beginn an irgendwie sehr distanziert, teilnahmslos, ja fast schon lieblos. So schwebte ich als Leser gefühlt die ganze Zeit "über" der Handlung, wie ein stiller Beobachter. Hierdurch war es mir auch bis zum Schluss leider nicht möglich, auch nur zu einem der Charaktere eine "Beziehung", geschweige denn Sympathien aufzubauen. Zudem machten die Charaktere einen ziemlich verschrobenen und irgendwie abstrakten Eindruck auf mich. Es fehlte mir der letzte Funke Lebendigkeit, die Authentizität. Dies habe ich über weite Teile des Buches als sehr störend empfunden. Nichts mit mitzittern, mitbangen, miträtseln. Das führte in Summe dazu, dass ich die Geschichte die ersten rd. 200 (von knapp 290!) Seiten zwar "tapfer" gelesen habe, aber weder Spannung noch Neugier auf den Fortgang beim mir aufkamen. Ja, ich habe mich regelrecht durchgekämpft. Eigentlich hatte ich diesen Roman schon fast abgeschrieben. Eigentlich. Doch nachdem ich mich immer unmotivierter durch die ersten rd. 2/3 des Buches hindurchgequält habe, hat die Autorin nicht nur den Protagonisten Max Schmeling, sondern auch mich gehörig überrascht. Auch wenn nach und nach eigene Vermutungen und Theorien zu den Hintergründen der Story in mir aufkeimten (und ich mit einigen Details richtig lag), so muss ich doch uneingeschränkt anerkennen, dass die Geschichte im letzten Teil eine wirklich überzeugende und in Summe sehr unerwartete Wendung genommen hat. Hierdurch habe ich Details, die ich in den ersten ca. zwei Dritteln noch als sehr schwach bis wirklich störend empfunden habe, am Ende als durchaus gekonnt eingesetzte stilistische Mittel wahrgenommen. Ich hätte wirklich nicht geglaubt, dass es der Autorin auch nur ansatzweise gelingen könnte, das Steuer dermaßen herumzureißen. Respekt! Leider kann ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, ohne zu viel von der Story und dem dazugehörigen "Aha-Effekt" zu verraten. Alles in allem hat mich die Autorin mit der Auflösung ihrer Story und den eingesetzten Stilmitteln wirklich versöhnt. Auch wenn der "langatmige" Part der Geschichte mir mit rd. 2/3 viel zu lang gewesen ist, reicht es so am Ende dennoch für 4 Sterne für mich. FAZIT: Sehr ungewöhnlich: Über lange Strecken für mich persönlich echt enttäuschend und spannungslos dahin plätschernd, hat mich die Autorin mit der Auflösung doch noch überzeugt. "Blind empfehlen" würde ich dieses Buch allerdings nicht.
jobu - 13.06.2015, 18:33
Die gerechte Strafe ?
Der Schriftsteller Max Schmeling erhält ca 45 Jahre nachdem sie sich zuletzt gesehen haben einen Brief von seinem Schulkameraden Tibor Schittkowski . Darin wird Max erinnert , das ihm von Tibor das Leben gerettet wurde und in der ihn Tibor um Hilfe bittet , da er aufgrund seiner ALS Erkrankung nicht mehr lange zu leben hat . Nach und nach erfährt man einiges aus dem Leben der beiden . Ob das Buch ein Krimi ist ? Meiner Meinung nach eher nicht . Auf jeden Fall fühlte ich mich mit dem Buch sehr gut unterhalten . Hakan Nesser zeigt hier wieder einmal das er eher ein Autor der "leisen Spannung" ist und führt uns Leser vor allem in den ersten 100 Seiten sehr langsam an die eigentliche Handlung heran und baut die Spannung langsam und nach und nach auf , endend in einem für wohl alle überraschenden Ende . Ich würde das Buch jedem empfehlen , der einen guten Roman lesen will , nicht denjenigen die einen Krimi suchen . Ich habe auch mehrmals über einige Anspielungen schmunzeln müssen , von daher ist es denke ich auch sein Buch mit dem meisten Humor , nicht nur in Bezug auf Paula Polanski . Dies ist zwar meiner meiner Meinung nach nicht sein bestes Buch , aber wieder ein sehr gutes .
melange - 07.06.2015, 14:31
Überraschung!
Zum Inhalt: Der Schriftsteller Max Schmeling wird von Tibor, einem Bekannten aus der Vergangenheit, gebeten, diesem bei der Annäherung an seine Tochter behilflich zu sein. Tibor appelliert dabei an Max schlechtes Gewissen. Nicht nur hat er ihm mindestens einmal das Leben gerettet, Tibor leidet zudem noch an einer tödlichen Krankheit. Zu spät erkennt Max die Intention dieser Bitte und dass er in eine perfide Falle getappt ist. Zum Cover: Das Blutrot ist wirklich gut gewählt: Es sieht edel und mörderisch aus. Mein Eindruck: Der Clou zum Schluss, der Paula Polanski thematisiert, ist absolut gelungen! So viel schwarzer Humor in so wenig Worten, - und man freut sich ungemein für Max Schmeling, dass dieses Buch einen Verlag gefunden hat. Aber auch wenn der Schluss einen nach Luft schnappen lässt, ist der Rest des Buches trotz aller theoretischen Dramatik oft zu leidenschaftslos geschrieben und zieht sich wie Kaugummi. Leben werden gerettet oder genommen, Depressionen und kaputte Beziehungen thematisiert (typisch skandinavische Vorgehensweise....), tödliche Krankheiten schlagen unbarmherzig zu, - aber obwohl sich zwei im wahrsten Sinne des geschriebenen Wortes ausgezeichnete Schriftsteller an dem Text ausgetobt haben, bleibt man kalt und blickt auf die Geschichte, statt in ihr zu versinken. Die Personen bleiben diffus und man mag sich mit niemandem wirklich identifizieren. Dazu sind alle viel zu krank , - wenn auch auf höchst unterschiedliche Art und Weise. Dafür ist der Klappentext jedoch einfach brillant. Weil bekannt ist, dass es eine große Überraschung für Max Schmeling geben muss, bleibt der Lesende interessiert an einer spektakulär unspektakulären Geschichte um Liebe, Verrat und Strafe. Das finde ich absolut meisterhaft! Mein Fazit: Über Strecken langweilig mit furiosem Ende. Hier ist nicht der Weg, sondern das Ziel das Ziel. 1 Stern für das Cover, einen für den Klappentext und einen für das Ende 3 Sterne