EBOOK

Pakete an Frau Blech


€ 21,99
 
gebunden
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März 2015

Beschreibung

Beschreibung

Gerade hat Maik Kleine seinen väterlichen Freund, den exzentrischen Zirkusdirektor Alberto Bellmonti, mit viel Pomp zu dessen letzter Ruhestätte begleitet, da tauchen verstörende Meldungen über eine angebliche Stasi-Vergangenheit des Toten auf. Zusammen mit Szymbo, dem Kapellmeister, und Albina, der schwebenden Jungfrau, begibt Maik sich auf eine abenteuerliche Spurensuche - nicht ahnend, dass er sich nun auch seiner eigenen Familiengeschichte stellen muss: der Wahrheit über die schreckliche Tragödie, die in jener eisigen Winternacht 1978/79 in Leipzig seine beiden Geschwister das Leben und seine Mutter die Freiheit kostete.Ein lebenspraller, von unbändiger Erzähllust getriebener Roman, der uns vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Vergangenheit in Welten entführt, die unterschiedlicher kaum sein können: vom Jesuitenkolleg in die Zirkusmanege, vom Heidelberger Apothekenmuseum in eine Stasi-Giftküche in Leipzig, vom Fünfsternehotel in einen Budapester Hinterhof. Großherzig, unterhaltsam und raffiniert!

Portrait

Rolf Bauerdick, Jahrgang 1957, lebt im Münsterland. Seine Text- und Bildreportagen erscheinen u.a. in Stern, Brigitte, Spiegel, GEO, Playboy und wurden vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Natali-Award (für Menschenrechtsjournalismus) der Europäischen Union und beim Hansel-Mieth-Preis. Sein vielbeachteter Debütroman »Wie die Madonna auf den Mond kam« (2009) wurde in zwölf Sprachen übersetzt und 2012 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. 2013 erschien sein Sachbuch »Zigeuner. Begegnungen mit einem ungeliebten Volk«, auch bei DVA. »Pakete an Frau Blech« ist sein zweiter Roman.

Pressestimmen

"Eine wortgewaltige, pralle Geschichte. Eine Suche nach einer deutsch-deutschen Vergangenheit: kurios, spannend, melancholisch, traurig und doch wieder voller Leben." WDR 4- Panorama, 09.03.2015
EAN: 9783421046451
ISBN: 342104645X
Untertitel: Roman.
Verlag: DVA Dt.Verlags-Anstalt
Erscheinungsdatum: März 2015
Seitenanzahl: 411 Seiten
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Winfried Stanzick - 16.07.2015, 13:07
Ein Buch geschrieben mit der Leidenschaft eines großen Erzählers
In einem so noch nie dagewesenen Trauerzug wird der Sarg des großen Zirkusdirektors Alberto Bellmonti durch Berlin getragen und auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin auf einem Friedhof für hochrangige DDR-Funktionäre bestattet. Auch der Protagonist des neuen Romans von Rolf Bauerdick, Maik Kleine, ist bei diesem Trauerzug für seinen väterlichen Freund dabei, genau wie alles, was in der glitzernden Zirkuswelt Rang und Namen hat. Kaum ist Alberto unter der Erde, da tauchen Meldungen und Gerüchte auf, der Tote habe eine unrühmliche Stasivergangenheit. Maik will das nicht glauben und macht sich zusammen mit dem Kapellmeister Szymbo und der schwebenden Jungfrau Albina auf eine Spurensuche, die ihn schon bald nicht nur mit der deutschen Geschichte, sondern auch mit der seiner eigenen Familie konfrontiert. Er erfährt die erschütternde Wahrheit über jene Tragödie, die seinen beiden Brüdern das Leben kostete und seiner Mutter die Freiheit nahm. "Nur wer eine Geschichte hat, kann seien Vergangenheit hinter sich lassen". Das ist sozusagen das Motto und die Leitidee von Rolf Bauerdick, der mit großer Erzählkunst seine Leser vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Vergangenheit in sehr seltsame Welten entführt. Das Buch besteht aus zwei Zeitebenen. Zum einem die Gegenwart, in der Maik und seine Freunde sich auf eine spannende Spurensuche begeben und zum anderen die Zeit, als Maik ein Jugendlicher war. Spannend konstruiert und in einer wunderbaren Sprache erzählt, öffnet Bauerdick dem Leser immer mehr Zusammenhänge. Und irgendwann wird auch klar, was die Pakete, die Maiks Tante, Frau Blech aus dem Westen schickte, mit den tragischen Ereignissen zu tun haben, die den Brüdern das Leben und der Mutter die Freiheit kostete. Ein Buch geschrieben mit der Leidenschaft eines großen Erzählers.
Xirxe - 20.05.2015, 21:48
Von Zauberern, Artistinnen, Musikern, Beleuchtern und vielen mehr
Ein Trauerzug zieht durch Berlin, wie man ihn vermutlich nur selten gesehen hat: vorweg eine professionelle Marching Band aus New Orleans mit Posaunen, Trommeln und Tuba, gefolgt von einem Elefanten, auf dem ein falscher Maharadscha thront, der die Urne mit der Asche des verstorbenen, ehemaligen Zirkusdirektors und Magiers Bellmonti in Händen hält und immer wieder emporreckt. Eskortiert wird das Ganze von sechs schwarzen Motorrädern, die von einer ukrainischen Artistengruppe gefahren werden. Dahinter folgen die Trauergäste, die zum Teil ein ebensolch schräges und farbenprächtiges Bild abgeben, aber auch Gäste wie Maik Kleine, der sich rein äusserlich in Nichts von der durchschnittlichen Bevölkerung unterscheiden würde. Doch auch er stand dem Toten nahe, in dessen Zirkus er einige Jahre lebte und arbeitete. Als kurz nach der Beerdigung bekannt wird, dass Bellmonti ein Stasiagent gewesen sein soll, kann Maik dies ebenso wenig glauben wie zwei seiner Freunde und ehemalige Wegbegleiter. Gemeinsam versuchen sie, die Wahrheit herauszufinden, doch dabei wird deutlich, dass Maiks Vergangenheit keine unwichtige Rolle dabei spielt. Fast genauso schrägschrill wie der Beginn ist das ganze Buch. Es geht um den Teufel, Mord(?), die Stasi, unterdrückte Gefühle und Geheimnisse noch und nöcher. In zwei Erzählsträngen nähert man sich der Rätsel Lösungen, doch bevor auch nur ansatzweise etwas Licht ins Dunkel kommt, wird erst einmal für vollständige Verwirrung gesorgt. Einmal wird Maiks Vergangenheit dargestellt, beginnend mit dem Unglück das ihn aus der DDR 1979 in den Westen brachte. Parallel dazu versuchen Maik und seine Freunde, die Stasi-Vorwürfe gegen Bellmonti zu entkräften. Das ist Beides gut und spannend erzählt, doch ich habe mich bestimmt bis zur Hälfte des Buches immer wieder gefragt: Wie kann das nur miteinander zusammenhängen??? Was den Unterhaltungswert der Lektüre aber nicht mindert, bei der man nicht nur viel aus der DDR erfährt sondern auch aus dem Zirkusleben, zumindest dem magischen Teil. Lediglich das Ende fiel mir etwas zu glatt aus. Alles löst sich, die Unklarheiten sind beseitigt und so gut wie Alle sind glücklich. Nichts gegen ein Happyend, aber hier gab es zu viele Fragen die noch offen waren und praktisch mit einem Fingerschnipp beantwortet wurden - das ging mir zu reibungslos. Dennoch: es ist eine lesenswerte, unterhaltsame und spannende Lektüre - mir hat es Spaß gemacht.