EBOOK

Hart auf hart


€ 22,99
 
CD's
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Februar 2015

Beschreibung

Beschreibung

T. C. Boyle mit einem brennend aktuellen Thema: der Feind der Zivilisation

Adam, der Sohn eines Schuldirektors und Vietnamveterans, kriegt nichts auf die Reihe. Er fliegt von allen Schulen, wandert von einem Psychiater zum anderen, bis die Eltern ihn aufgeben. Doch in Adam tickt eine Bombe. Überall wähnt er Feinde, gegen die es sich zu verteidigen gilt. In der Wildnis, wo er ein Schlafmohnfeld angelegt hat, hortet er Waffen. Aber es gibt jemanden, der sich in ihn verliebt. Sara, die auch gegen vieles steht: Globalisierung, Verschwörer und Staatsgewalt. Als sie ihn am Straßenrand aufgabelt, beginnt eine leidenschaftliche Liaison. Doch bald merkt Sara, dass mit Adam nicht gut zu reden ist - und er es ernst meint mit den Feinden, sehr ernst.

(8 CDs, Laufzeit: 8h 21)

Innenansichten

Portrait

T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, im Hudson Valley, geboren und wuchs in schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach ausschweifenden Jugendjahren in der Hippie- und Protestbewegung der 60er Jahre war Boyle Lehrer an der High School in Peekskill und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Kalifornien. Bis ins Jahr 2012 unterrichtete er an der University of Southern California in Los Angeles 'Creative Writing'. Für seinen 1987 erschienenen Roman "World¿s End" erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.
EAN: 9783844518115
ISBN: 3844518118
Untertitel: gekürzte Lesung. Laufzeit ca. 510 Minuten. 8 Audio-CD(s).
Verlag: Hoerverlag DHV Der
Erscheinungsdatum: Februar 2015
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Dirk van Gunsteren Vorgelesen von August Diehl
Format: CD's

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Silke Schröder, hallo-buch.de - 02.03.2015, 14:34
Ein spannender Blick in die amerikanische Seele
Nachdem sich T.C. Boyle in "Wenn das Schlachten vorbei ist" mit den inneren Widersprüchen des Naturschutzgedankens beschäftigte, setzt er sich in seinem Roman "Hart auf Hart" mit einem ur-amerikanischen Problem auseinander: dem Verhältnis von persönlicher Freiheit und staatlicher Macht. In seinem Roman geht es um Menschen, die an die absolute individuelle Freiheit glauben und sich um Gesetze nicht scheren. Das fällt ihnen umso leichter, als auch der Rechtsstaat nicht immer mit gleichem Maßstab misst. So darf der Ex-Marine Sten in Costa Rica einen Dieb straflos töten und wird dafür sogar als Held gefeiert, während Sara Ärger mit der Behörde bekommt, weil sie ihren Hund nicht gegen Tollwut impft. Boyle zeigt in "Hart auf Hart" (im englischen Original: "The Harder They Come"), wie sich seine Figuren immer weiter von der Gesellschaft entfernen und dabei ihre ganz eigene Vorstellung von Freiheit entwickeln. Da ist Adam, der in dem Trapper John Colter (1774-1813) die ideale Verkörperung des amerikanischen Mythos von Freiheit und Abenteuer sieht und ihm nach Kräften nacheifert. Doch während dieser im 18. Jahrhundert tatsächlich den Norden Amerikas als ungebundener Biberjäger und Pfadfinder durchstreifte, verliert sich Adam immer mehr in einer Wahnwelt voller Aliens und schreckt schließlich auch vor Mord nicht zurück. Begleitet wird er zeitweise von der 40-jährigen Sara, die sich ebenfalls ihre eigene Welt geschaffen hat, in der der Staat keinen Platz hat, die aber immer wieder merkt, wie eng ihre Grenzen eigentlich sind. Gekonnt entführt uns Boyle in die Gedankenwelt seiner Außenseiter, die zwar nicht selten absurde Züge annimmt, ohne die aber amerikanische Eigenheiten wie das Recht auf Waffenbesitz oder die Ablehnung einer Krankenversicherungspflicht kaum verständlich sind. Ein spannender Blick in die amerikanische Seele, herausragend gelesen vom dem Schauspieler August Diehl.
Winfried Stanzick - 18.02.2015, 10:49
Den bösen Witz Boyle gut eingefangen
In seinem neuen Roman über Menschen in Amerika erzählt der Schriftsteller T.C. Boyle von drei Hauptfiguren, Menschen, wie sie vielleicht nicht repräsentativ typisch sind für die USA der Gegenwart, die aber in ihrer charakterlichen und lebensgeschichtlichen Entwicklung etwas zeigen sollen von den Strukturen der Gesellschaft und das Leben an deren Rändern. Da ist zunächst der hoch dekorierte Vietnamveteran Sten, ehemaliger Schuldirektor, der nach seiner Pensionierung während einer Kreuzfahrt in Costa Rica mit seiner Frau überfallen wird, und aus alter Übung einem der Räuber kurzerhand das Genick bricht und die anderen in die Flucht schlägt. Er muss sich dafür nicht verantworten und wird schon auf dem Schiff, erst recht aber Zuhause wie ein Held gefeiert. In der Erziehung seines Sohnes Adam hat der Schuldirektor Sten schon lange die Segel gestrichen. Offensichtlich schwer gestört, wird Adam von Boyle als Antiheld beschrieben, wie er offenbar im Alltag eines waffenvernarrten Landes wie den USA immer wieder vorkommt. Nach dem Ende der Schule hat Adam sein zuhause im Norden Kaliforniens verlassen und hat sich weit draußen, natürlich waffenbewehrt, einen Unterschlupf mitten in einem Mohnfeld gebaut. Aus dem Mohn gewinnt er Rauschgift, das er verkauft und damit seinen Unterhalt bestreitet. Überall sieht er Feinde, Aliens, gegen die er auch mit der Waffe in der Hand vorgeht. Und da ist Sara, eine junge Frau, die ihren Lebensunterhalt als fahrende Hufschmiedin verdient und einer in den USA nicht wenig verbreiteten Ideologie anhängt, nachdem die Zentralregierung in Washington vom Teufel ist, und deren Institutionen gegenüber, wie etwa der Polizei, man keinerlei Verpflichtungen habe. Überall wittert sie Verschwörungen und sieht die Globalisierung am Werk. Sie habe mit Kalifornien 'keinen Vertrag', sagt sie etwa, als sie in eine Polizeikontrolle gerät und in Gewahrsam genommen wird. Auf eine andere Art verbohrt und fanatisch, nur nicht zur Gewalt bereit, glaubt sie in Adam, den sie an einer Straße eines Tages aufliest, zunächst einen Gesinnungsgenossen zu erkennen. Um etliches älter als der psychisch gestörte Adam, verliebt sie sich in ihn, während der erst mal von ihren großen Brüsten fasziniert ist und immer nur mit ihr 'ficken' will. Absurde und realitätsferne Gedankenwelten treffen hier aufeinander und scheinen sich gegenseitig zu potenzieren. Irgendwann beginnt Sara zu erkennen, dass Adam es ernst meint, wenn er von der Vernichtung seiner Gegner spricht, doch sie kann sich nicht lösen von ihm. Er lebt in einer fantasierten Welt als Waldläufer. Als Junge hat er ein Buch gehabt, in dem von einem Mann namens Colter erzählt wird, der vor 200 Jahren Waldläufer war und ein abenteuerliches und unabhängiges Leben geführt hat. Mit ihm und seiner Geschichte verschmilzt Adam regelrecht in seiner gestörten und wahnhaften Identität. Man ahnt schon zu Beginn, dass die Geschichte Adams nicht wirklich gut ausgehen kann und dass auch Sara nicht herauskommen wird aus ihrer rechtsideologisch gestrickten Vorstellungswelt. Boyle gelingt es mit seiner Sprache, die sich in dieser beiden Außenseiter der Gesellschaft gut einfühlt, dass der Leser ganz nahe an deren Vorstellungs- und Gedankenwelt herankommt. Er beleuchtet sozusagen die dunkle Seite des amerikanischen Traums, jene, von der wir immer erst dann hören, wenn wieder einer wie wild um sich geschossen hat. Dennoch bleibt das Buch bis zum Schluß unendlich spannend, hört sich an wie ein Thriller. Ein Thriller, der erzählt von der Illusion der Freiheit außerhalb der Grenzen der Gesellschaft. August Diehl ist es mit seiner gekürzten Lesung hervorragend gelungen, den bösen Witz Boyle einzufangen und die dunkle Seite der amerikanischen Gesellschaft auszuleuchten und die dunkle Seite der amerikanischen Gesellschaft auszuleuchten.