EBOOK

Baudolino


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kartoniert
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November 2003

Beschreibung

Beschreibung

Der mit allen Wassern der Fabulierkunst gewaschene Schelm Baudolino erzählt uns seine Lebensgeschichte. Informationen über die historischen Hintergründe zu »Baudolino« finden Sie im Special des Carl Hanser Verlags ...Konstantinopel brennt! Die prachtvolle Hauptstadt des Byzantinischen Reiches - erobert, geplündert und in Brand gesetzt von den Rittern des Vierten Kreuzzuges. Einer von ihnen ist ein gewisser Baudolino aus dem Piemont. Den Kopf voller Flausen, Phantasien und Lügen, führt er uns durch ein historisches Panorama von überwältigender Breite. Er erzählt, wie er als 13jähriger Bauernsohn den im Nebel herumirrenden Kaiser Barbarossa aufgabelt, der Gefallen an dem naseweisen Jungen findet und ihn daraufhin adoptiert; wie er den Kaiser auf seinen Italienzügen gegen die aufmüpfigen oberitalienischen Städte begleitet und auf den großen Kreuzzug ins Heilige Land, immer auf der Suche nach dem mythischen Reich des Priesterkönigs Johannes im fernen Orient. Und natürlich wie er, Baudolino, mit seinen aberwitzigen Ideen ganz nebenbei den Lauf der Weltgeschichte lenkt, ob nun bei der Heiligsprechung Karls des Großen 1165 oder bei der Erfindung der Legende der Heiligen Drei Könige, um dem Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, einen überwältigenden Einzug in seine Domkirche zu sichern. Alles hat Baudolino miterlebt, doch ein Geheimnis kennt nur er ganz allein: Barbarossa, der angeblich im Fluß ertrank, ist mysteriöserweise bereits in der Nacht zuvor ums Leben gekommen. Unfall? Herzversagen? Nein, Mord! Baudolino ahnt, wer der Mörder sein könnte ...

Portrait

Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria, lebte zuletzt in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet eer Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den "Premio Strega" (1981) und wurde u. a.1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.§Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" sind Welterfolge geworden.§2011 wurde Umberto Eco mit dem "Premio Pavese" ausgezeichnet und 2014 erhielt er den "Gutenberg-Preis" der Landeshauptstadt Mainz und der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft. Er verstarb 2016.

Pressestimmen

»Eine hinreißende Romanfiktion [...], ein Werk der unterhaltsamsten Gelehrsamkeit [...], ein rasant phantastischer Hypertext, der zahllose gelöste und ungelöste Rätsel des Mittelalters miteinander verlinkt.«
Manfred Schneider, Literaturen
EAN: 9783423131384
ISBN: 3423131381
Untertitel: Roman. 'dtv'. 'dtv Literatur'.
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum: November 2003
Seitenanzahl: 640 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Elvira Hanemann - 22.11.2006, 23:20
Ein Feuerwerk an Phantasie, Witz und Abenteuerlust !
Der Roman spielt im 12. Jahrhundert zur Zeit des Kaisers Barbarossa. Baudolino wuchs als Kind armer Bauern im ländlichen Piemont auf. Als 13-jähriger Junge half er Barbarossa aus einer Notlage heraus, dieser fand so viel Gefallen an dem klugen Jungen, dass er ihn adoptierte. Barbarossa lässt Baudolino Bildung zukommen, und ihn vom Hofchronisten Otto erziehen, der ihm immer wieder von Priester Johannes weit im Osten in einem unbekannten Reich, in dem es tausenderlei Wunderdinge gäbe, erzählt. Nach Ottos Tod schickt Barbarossa seinen Adoptivsohn nach Paris zum Studieren. Dort lernt er rauschende Feste, Frauen, Männerfreundschaften und Alkohol kennen. Doch das Leben in Paris kann nicht sein Unglück in Vergessenheit bringen, die Tatsache, dass er sich unsterblich in Beatrix, Barbarossas junge Frau verliebt hat. Sehr bewegt schildert Eco die historischen Zeitumstände, das Ewige Hin und Her zwischen dem Kaiser und dem Papst, die Aufstände von Fürsten und Herzogen im heutigen Deutschland, die fast ununterbrochenen Streitigkeiten italienischer Städte untereinander oder die Kreuzzüge. Sehr häufig begleitet Baudolino seinen geliebten Adoptivvater zu seinen kriegerischen und diplomatischen Missionen.. Mit feiner Ironie und farbenfroher Ausschmückung bringt Eco uns die Politik des Mittelalters näher: die Sachzwänge, das Machtbestreben, die Angst des Kaisers, das Gesicht zu verlieren, den Wettstreit der Städte, die Spielchen Papst und Gegenpapst, das Schindluder, das mit heiligen Reliquien getrieben wurde, die schrecklichen und blutigen Kämpfe um nichts und wieder nichts.! In all den vielen bewegten Jahren vergisst er jedoch nie das legendäre Reich des Priesters Johannes, von dem ihm sein Lehrvater Otto berichtet hatte. Immer wieder sammelt er Indizien und Hinweise auf dieses ¿irdische Paradies¿, wie es auch genannt wird. Intrigen, Mord und Totschlag, die Suche nach dem heiligen Gral, sprechende Medusenhäupter, Satyrn, Einhörner, philosophische und theologische Streitgespräche, Fabelwesen, von denen die Welt noch nie gehört hat, alles webt Umberto Eco zu einem wahnsinnigen phantastischen Märchen, Sagen, Lügen- und auch Wahrheitsgebilde. Er erzählt so schön, wie es einem orientalischen Märchenerzähler ersten Ranges gebührte. Vor dem Hintergrund des zerstörten Konstantinopel erzählt Baudolino sein Leben dem Chronisten Niketas. Diese Rahmenhandlung ist geschickt eingebaut in den Roman. Sehr unterhaltsam, phantasievoll und abenteuerlich!
Wolfgang Salomon - 11.11.2006, 19:39
lustvolles Fabulieren!
"Baudolino" erzählt die Geschichte eines Bauernsohns aus dem Piemont. Um 1155 wird er von Kaiser Friedrich Barbarossa adoptiert und in den folgenden 50 Jahren ist er überall dabei, wo Geschichte gemacht wird, von Barbarossas Kämpfen gegen die aufständischen Städte der "Lega Lombarda" bis zu seinem Kreuzzug ins Heilige Land. Der Held dieses Schelmenromans ist ein Hochstapler, ein schlitzohriger Aufschneider, der haarsträubende Geschichten erzählt und mit ihnen in die Weltgeschichte eingreift. Umberto Eco jongliert mit geschichtlich authentischen Ereignissen, an deren Grauzonen sein lustvolles Fabulieren einsetzt.
stuffi - 13.10.2004, 09:46
Mit gemischten Gefühlen...
...habe ich dieses Buch gelesen. Während die erste Hälfte (ungefähr bis zum Tod Barbarossas) ein wahres Feuerwerk an intelligentem Witz und geistreichen Anspielungen bietet, und man als Leser stets gespannt ist, wie es auf den nächsten Seiten weitergeht, verliert die Erzählung in der zweiten Hälfte merklich an Schwung. Alleine schon die Phantasiewelt, in die sich die Handlung dann verlagert macht es den sonst bei Ecos Romanen üblichen Beweisen seiner Gelehrsamkeit schwer, sich zu entfalten. Nichtsdestotrotz ist man dennoch motiviert genug, das Buch weiterzulesen, was insgesamt auch durchaus Freude bereitet. Fazit: Nicht sein bestes Buch, aber trotzdem gute Unterhaltung.