EBOOK

September


€ 18,00
 
gebunden
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März 2016

Beschreibung

Beschreibung

Zwei Journalisten, ein BBC-Korrespondent und ein rätselhafter New Yorker, frisch akkreditiert, um über die Olympischen Spiele zu berichten, begegnen sich am Vorabend der großen Eröffnungszeremonie. Sie sind fasziniert voneinander, versuchen, sich aus dem Weg zu gehen - die beiden gestandenen Männer benehmen sich wie verliebte Teenager. Es entspinnt sich eine amour fou, die zunächst keiner der beiden zu leben wagt. Wenige Tage später schlägt das palästinensische Terrorkommando zu. Die beiden Journalisten werden zu Augenzeugen jener Ereignisse, aus denen weder Israel, noch Palästina, weder Deutschland, noch Olympia - aus denen wohl einfach niemand unbeschadet hervorgeht. Hat eine so private, eine so komplizierte Sache dagegen eine Chance? Jean Mattern hat das fürchterliche Drama des 5. September minutiös recherchiert und erzählt es in diesem raffinierten Roman wie es noch nie erzählt worden ist. Und doch ist dies vor allem die stilistisch virtuose Geschichte einer großen Liebe, die damals noch ein Skandal gewesen wäre.

Portrait

Jean Mattern wurde 1965 geboren und wuchs in Deutschland auf. Er lebt in Paris, wo er als Verlagslektor arbeitet. September ist sein vierter Roman.

Pressestimmen

"Ein atmosphärisch äußerst dichter Roman.", Hamburger Lokalradio, Thomas Völkner, 01.05.2016
EAN: 9783827012937
ISBN: 3827012937
Untertitel: Roman. Originaltitel: Septembre.
Verlag: Berlin Verlag
Erscheinungsdatum: März 2016
Seitenanzahl: 154 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Sabine Müller, Holger Fock
Format: gebunden

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Kundenbewertungen

Winfried Stanzick - 04.04.2016, 11:30
Ein beeindruckender und dichter Roman
Im Jahr 2010 debütierte der in Paris lebende Verlagslektor Jean Mattern in Deutschland mit einem Roman, der damals leider kaum beachtet wurde. "Im Kiraly-Bad" erzählte von dem etwa dreißigjährigen in London lebenden Übersetzer Gabriel, der an einer doppelt schweren Vergangenheit trägt. Als Sohn einer ungarisch- jüdischen Einwandererfamilie in der französischen Provinz aufgewachsen, leidet er unter dem absoluten Schweigen seiner Familie über alles Vergangene. Ein Phänomen, das schon viele Kinder von Überlebenden beschrieben haben. Matterns Erstling war ein beeindruckendes Werk über die Identitätssuche eines Juden und seine Auseinandersetzung mit seiner Herkunft. Nachdem sein zweiter und dritter Roman offenbar keinen deutschen Verleger gefunden haben, erscheint sein vierter Roman unter dem Titel "September" in der Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller nun im Berlin Verlag. Darin erzählt Jean Mattern auf beeindruckende und dichte Weise die Geschichte des Attentats des palästinensischen Kommandos "Schwarzer September" auf die israelische Delegation bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München. Hauptperson und Ich-Erzähler ist der erfolgreiche Journalist Sebastian. Er soll im Auftrag der BBC über die Sommerspiele in London berichten, lehnt aber den Auftrag ab, als das IOC eine Schweigeminute für die 40 Jahre zuvor in München ermordeten israelischen Athleten ablehnt. Stattdessen entschließt er sich, über die damaligen Vorkommnisse zu erzählen und vor allem das zu berichten, worüber er nie auch nur ein Wort gegenüber einem anderen erwähnt hatte. 1972 wird Sebastian, damals noch junger, frisch verheirateter Journalist damit beauftragt, während der Olympischen Sommerspiele in München Hintergrundberichte über die Atmosphäre im Olympischen Dorf und auch in Deutschland zu liefern. Er begegnet dort Sam Cole, einem jüdischen Journalisten aus den USA. Bisher ohne jegliche sexuelle Erfahrung mit dem gleichen Geschlecht, ist Sebastian schon im ersten Moment der Begegnung mit Sam klar, dass es zu einer intimen Begegnung kommen wird. Eine Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden während der Tage in München, die zwischen Verführung und kalter Nichtbeachtung von Sam geprägt ist. Und Sebastian ist klar, er wird als ein anderer nach Hause zurückkehren: "Ich wusste, dass ich für immer verändert sein würde durch diese Reise, die mich viel weiter geführt hatte als nur bis München, durch diese Begegnung, die mich endlich die Bedeutung des oft gelesenen, aber nie verstandenen Wort Raptus erfassen ließ." Das hängt auch damit zusammen, dass am 5. September ein palästinensisches Kommando die israelische Olympiamannschaft überfällt, sie als Geiseln nimmt und schließlich nach einer schlecht geplanten und noch schlechter durchgeführten Rettungsaktion alle umbringt. Sebastian findet heraus, warum die Geiseln sterben mussten. Doch wie über seine intimen Erlebnisse, schweigt er 40 Jahre lang auch darüber. Für sich selbst notiert er nach dem gescheiterten Befreiungsversuch der deutschen Polizei: "Ist es denn zu fassen, dass man in Deutschland noch einmal Juden ermordet? Vor dreißig Jahren gehorchten die Deutschen, wenn man ihnen auftrug, uns zu töten. Und jetzt gehorchen sie nicht, wenn man ihnen aufträgt, das Leben der unseren zu retten." Die Mischung zwischen einer homoerotischen amour fou und der Dokumentation eines historischen Geschehens, die Mischung aus Fiktion und Realität ist Jean Mattern sehr gut gelungen. Er hat das Drama des 5. September ausführlich recherchiert und ergänzt die offizielle Geschichtsschreibung durch etliche für Deutschland unangenehme Fakten, über die nach wie vor nicht gerne geredet wird.