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Eindrücke einer Unbeteiligten


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kartoniert
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November 2003

Beschreibung

Beschreibung

Dieser erste Teil der "Eindrücke einer Unbeteiligten" ist die Geschichte eines mehr oder weniger gescheiterten Versuchs der Annäherung an Amerika, bei dem Sina vor allem eines feststellt: ich verstehe diese Menschen nicht. Aufgewachsen im westlichen amerikanisch besetzten Deutschland sieht Sina ihre Identität nur in kompromissloser Nichtbeteiligung gewahrt, die ihr eines Tages eben doch nicht mehr genügt. Auf der Suche nach höheren Erkenntnissen macht sie sich auf ins gelobte Land, doch auch zwei Reisen in die USA schaffen es nicht, Sina an einer Welt zu beteiligen, in der sich die Amis so merkwürdige Dinge wie den Irakkrieg erlauben können. Sinas Amerikaerfahrungen gipfeln nur einmal mehr in der ernüchternden Feststellung, wie fremd ihr diese Menschen sind, die uns doch so ähnlich sehen und denen wir doch unsere Freiheit verdanken.

Portrait

Sina Burger wurde 1964 in Rheinland-Pfalz geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach dem Abitur studierte sie Sprachen und übte später verschiedene Berufe aus. Schreiben bezeichnet sie mehr als "Teil ihrer selbst" denn als Beruf.
EAN: 9783833006975
ISBN: 3833006978
Untertitel: Die Amerikaner und ich. Paperback.
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: November 2003
Seitenanzahl: 92 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Christian Bedor - 11.05.2004, 17:46
Sina Burger EINDRÜCKE EINER UNBETEILIGTEN
Sina Burgers Erzählart hat mich ab in den Bann des Weiter-wissen-Wollens gezogen. Überdimensionierte Helme amerikanischer Soldaten rücken als Großaufnahme ins Blickfeld des Lesers. Die Kopfbedeckungen vermitteln der Erzählerin Sicherheit. Sina ist in den 80er Jahren 16 Jahre alt, kennt die USA aus dem TV durch Sendungen wie Lassie oder Denver Clan. Durch Schilderungen ihrer Oma erfasst sie gedanklich-emotional die Amerikaner als die Befreier von den Nazis. Kurz: Die Deutschen sind schlecht, Amerikaner sind gut. Politische und wirtschaftliche Veränderungen erlebt die Erzählerin in Deutschland unbeteiligt. Sie ist Jahre lang depressiv, träumt aber vom Besuch Amerikas. Von der Visite eines großen, freien und glorreichen Landes, das sie als inneren Fast-Food-, Hollywood- und Armeefilm kennt. Dann fliegt sie in die Staaten und erlebt bei der Einreise Schockwellen: Fragen des Beamten am Flughafen, der Anblick fettleibiger US-Kinder, verschmutzter Touristenorte und vieler schwarzer Obdachloser, die der Erzählerin Angst machen. Zurück in Deutschland verstärkt sich in der Nachbetrachtung die Enttäuschung für die Reisende und der daraus resultierende Entschluss, dieses US-"Entwicklungsland" zu meiden. Die großen Soldaten-Helme rücken erneut in den Mittelpunkt - im TV: Durch die Vorbereitung des US-Militärs auf den Irakkrieg. Wieder sind die Amerikaner die Weltpolizei. Die Erzählerin reist trotz ihrer Ersterfahrung nochmal in die Staaten. U. a. nach NY. Die Protagonistin sinniert über die Supermacht nach den Anschlägen, über das Kräfteverhältnis in der Welt und darüber, dass die Amerikaner, bei allem Machtgehabe, die Deutschen in destruktivem Handeln nicht übertreffen würden. In NY scheinen Amerikaner reflektierter zu leben. Selbst Ground Zero wirkt so, als sei, nach dem Attentat, für die New Yorker alles verdaut worden. Diese US-Leidensfähigkeit birgt für Sina eine Chance, den "gemeinen Amerikaner" zu verstehen. Zeitweise fühlt sie sich sogar in NY zu Hause. Doch durch den Angriff auf den Irak scheint der innere Frieden der "Unbeteiligten" mit den USA erneut dahin, als Sina wieder in der BRD ist. An Sina Burgers Buch gefällt mir außer dem flüssigen und zuweilen leicht ironischen Erzählstil der aktuelle politisch-persönliche Bezug, der bei der Erzählerin als Kind beginnt und bis ins Erwachsenenalter hineinreicht. Das Buch regt sehr zum Nachdenken über das deutsch-amerikanische Verhältnis an und gibt Impulse, seinen eigenen Standpunkt (neu) zu definieren.