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Zeitgenössische Dichter. Teil II


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November 2011

Beschreibung

Beschreibung

Der Kreis der behandelten Lyriker erstreckt sich von Dante Gabriel Rossetti bis zu Jens Peter Jacobsen, von Paul Verlaine und Stéphane Mallarmé bis zu Gabriele d'Annunzio.
Der Erläuterungsteil von Ute Oelmann und Christoph Perels gibt anhand der Lesarten Einblick in die so ingeniöse wie präzise Übertragungsarbeit des Dichters und die »ursprüngliche reine freude am formen« Stefan Georges.

Portrait

Stefan George, 1868 in Büdesheim bei Bingen geboren, war als Sohn eines wohlhabenden Weingutbesitzers nie zur Berufswahl gezwungen. Nach dem Abitur reiste er durch Westeuropa, studierte zwischendurch in Berlin u.a. Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte, traf aber vor allem mit den französischen Symbolisten zusammen. Diese Begegnung bestärkte ihn in seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem in Deutschland verbreiteten literarischen Realismus. Ab 1900 lebte er überwiegend in Deutschland: In München wurde er in der Schwabinger Boh me als Dichterfürst inszeniert und verehrt, in Heidelberg und Berlin verkehrte er in bildungsbürgerlichen Kreisen. 1927 wurde ihm der erste Goethe-Preis verliehen. George zog sich schließlich 1933 nach Minusio zurück, nachdem ihm Josef Goebbels die Präsidentschaft einer neuen deutschen Akademie für Dichtung angeboten hatte. Er verweigerte dieses Angebot und starb am 4. Dezember, betrauert von seinen Schülern und Verehrern. §

Leseprobe

Paul Verlaine
SPLEEN

Ganz rot die rosen blinken
Der efeu ist schwarz wie die nacht.

Teure wenn leis du nur winkest
Die alte verzweiflung erwacht.

Zu zart und zu blau war der himmel
Zu mild die luft und zu grün die bucht.

Ich erwarte - ich fürcht es immer -
Von dir eine schreckliche flucht.

Den leuchtenden buchs bin ich müde
Des hulstes gefirnisstes dach

Die endlos weiten gefilde
Und alles - dich nur nicht - ach!



Stéphane Mallarmé
SEEBRISE

Das fleisch ist trauernd ach! und alle bücher las ich.
O fliehen dorthin fliehn! ich weiss dass vögel trunken
Inzwischen unbekanntem schaum und hirnmel sind.
Nichts - auch die alten gärten die das auge spiegelt
Nicht - hält dies herz zurück das sich im meere badet.
O nächte! weder die verlassne helle meiner lampe
Auf meinen leeren blättern die die weisse schüzt
Noch auch die junge frau die ihren säugling stillt.
Ich zieh ins ferne. Dampfer das getakel schaukelnd
Den anker heb nach einer fremden heissen erde!
Ein leid um grausam hoffen in verzweifelung
Vertraut noch auf der taschentücher lezten gruss.
Vielleicht sind diese masten die die stürme laden
Von denen die ein windstoss neigt auf die zerschellten
Verlornen ohne mast noch grüner insel flor ...
Doch o mein herz horch horch auf der matrosen chor!

EAN: 9783608951202
ISBN: 3608951202
Untertitel: Übertragungen. Zweiter Teil. 1. , Aufl.
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Erscheinungsdatum: November 2011
Seitenanzahl: 199 Seiten
Format: gebunden
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