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Sir Gawain und der Grüne Ritter


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Juli 2004

Beschreibung

Beschreibung

Am Neujahrsfest erscheint ein hünenhafter fremder Ritter, ganz in Grün gekleidet, am Artushof und fordert die Ritter der Tafelrunde heraus: Er wolle sich jetzt dem Tapfersten stellen, der ihm einen Schlag versetzen solle. Und auf Jahr und Tag solle dieser den Grünen Ritter aufsuchen, damit er den Gegenschlag empfange. Gawain nimmt die Herausforderung an und enthauptet den Recken. Zum Entsetzen des Hofes hebt der Fremde seinen Kopf auf und reitet von dannen. Der edle Gawain muß nun ein Jahr später den Weg zur Grünen Kapelle, dem vereinbarten Kampfplatz, antreten. Unterwegs kommt er zu einer Burg, wo er gastfreundlich empfangen wird. Der Burgherr verabredet zur Kurzweil ein Spiel: er werde zur Jagd gehen und abends die Beute seinem Gast überreichen, dieser hingegen solle alles, was er während des Tages auf der Burg erbeutet hat, dem Burgherrn übergeben. Für Gawain ist dies eine harte Prüfung, denn die Gemahlin des Burgherrn setzt ihre ganze höfische Kunst ein, um den Artusritter zu verführen. Doch es bleibt bei einem Kuß, den er getreulich am Ende des Tages seinem Gastgeber weitergibt. Nur das Geschenk des letzten Tages, einen grünen Gürtel, der unverwundbar macht, behält er. Am nächsten Tag führt der Burgherr den Gast zum Kampfplatz und enthüllt seine wahre Identität: Er ist der Grüne Ritter ...
Ein einzigartiges Werk der mittelenglischen Literatur - zum erstenmal in eleganter Prosaübersetzung.
Eine weitere alte englische Sage mit einem Essay von J.R.R. Tolkien: Beowulf

Portrait

E.M. Cioran, geb. 1911 in Rasinari bei Hermannstadt in Siebenbürgen als Sohn eines griechisch-orthodoxen Priesters. Nach einem Philosophiestudium in Rumänien 1937 Umzug nach Paris, wo Cioran bis zu seinem Tode 1995 lebte.

Leseprobe

III.

46.

Noch bevor der Tag anbrach, waren die Männer auf den Beinen. Die Gäste, die aufbrechen wollten, riefen nach ihren Dienern, rasch wurden die Pferde gesattelt, das Gepäck zusammengepackt und die Reisetaschen aufgeschnallt. Die Männer von Stand machten sich reisefertig, saßen ungesäumt auf, ergriffen die Zügel und machten sich auf den Weg, den einzuschlagen jeder beabsichtigte. Der Lehnsherr war nicht der letzte von allen, der sich mit einer Rotte seiner Männer zum Ausritt rüstete; nachdem er der Messe beigewohnt hatte, aß er eilig einen Bissen und begab sich, während die Jagdhörner geblasen wurden, eilends ins Jagdrevier.

Als der Tag heraufdämmerte, saßen er und seine Jäger zu Pferde. Darauf koppelten die Hundeführer die Tiere paarweise zusammen, öffneten die Tür des Zwingers, riefen "Hinaus!" und ließen dreimal hintereinander laut die Hörner ertönen, und die Spürhunde antworteten mit kräftigem Gebell; und sie hielten die Hunde, die ausbrechen wollten, mit der Peitsche zurück - wie ich gehört habe, waren es hundert der besten Jagdhunde. Die Hundeführer bezogen Stellung und ließen die Hunde los, und die Wälder widerhallten von stürmischen Hornsignalen.

47.

Kaum war das Gebell der Hunde losgebrochen, erschrak das Wild; das Rotwild brach, von Furcht befallen, durch das Tal und floh die Höhen hinauf, doch es wurde feurig von den Treibern empfangen, welche die Tiere unter lautem Geschrei zurücktrieben. Die Hirsche mit ihren ausladenden Geweihen ließen sie durch und auch die Damhirsche mit den großen Schaufeln; denn der Burgherr hatte verboten, während der Schonzeit ein männliches Tier zu erlegen. Die Hirschkühe wurden mit "He!" und "Achtung!" zurückgehalten, die Rehe mit gewaltigem Geschrei in die tiefen Täler gejagt: dort sah man einen Hagel von Pfeilen fliegen; hinter jeder Biegung des Pfades unter den Bäumen schnellten sie hervor und bohrten sich mit ihren Spitzen und Widerhaken in braune Decken. Getroffen! Und
sie brüllten auf und bluteten und verendeten am Fuß des Hügels; und immer waren ihnen die Hunde auf den Fersen, und Jäger jagten ihnen bei lautem Hörnerschall nach und vollführten solche einen Lärm, daß es schien, als stürzten die Berge ein. Jedes Stück Wild, das den Bogenschützen entronnen war, wurde an den Sammelstellen niedergezerrt und abgestochen.

Nachdem sie die Tiere auf dem Hügel in die Enge getrieben und hinunter zum Fluß getrieben hatten, zeigten die Jäger an diesen tieferen Standpunkten ihre besondere Geschicklichkeit, und ihre Windhunde waren so schnell, daß sie die Tiere auf der Stelle packten und so blitzartig niederrissen, daß man seinen Augen nicht trauen mochte.

Von der Jagdlust hingerissen, ob zu Pferd oder zu Fuß, verbrachte der Hausherr freudig den Tag bis zum Anbruch der Nacht.

EAN: 9783608932638
ISBN: 3608932631
Untertitel: Originaltitel: Sir Gawayne and the Grene Knyht.
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2004
Seitenanzahl: 167 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Schütz, Hans J. Carroux, Wolfgang Krege
Format: gebunden
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