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Friedrich Schiller


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kartoniert
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November 2004

Beschreibung

Beschreibung

'Und am Ende würden wir uns schämen, uns nachsagen zu lassen, dass die Dinge uns formten und nicht wir die Dinge.' Friedrich Schiller Friedrich Schiller (1759 1805) gilt neben Goethe als der deutsche Nationaldichter. Er studierte Jura, dann Medizin und wurde 1780 Regimentsmedikus in Stuttgart. Doch fühlte er sich mehr zum Schriftsteller berufen, begann Dramen und Gedichte zu schreiben und hatte mit der Uraufführung der Räuber großen Erfolg. Das herzogliche Verbot jeglicher poetischer Tätigkeit veranlasste ihn zur Flucht aus Stuttgart.Schließlich wurde er Professor in Jena, begann einen intensiven Ideenaustausch mit Goethe und prägte mit ihm ab 1799 das 'klassische Weimar'. Das seiner Dichtung und seinen Schriften zugrunde liegende idealistische Denken wurde später als pathetisch empfunden; heute werden die Werke vielfach neu gedeutet, die Dramen inszenatorisch neu interpretiert.

Portrait

Kurt Wölfel ist Professor em. für Neuere Deutsche Literatur der Universität Bonn.


Pressestimmen

»Gut versteh- und lesbar, quellennah, dabei kritisch im Zugriff und aktuell.«
Die Zeit
EAN: 9783423310161
ISBN: 3423310162
Untertitel: 'dtv'. Zahlreiche Abbildungen.
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum: November 2004
Seitenanzahl: 192 Seiten
Format: kartoniert

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Kundenbewertungen

Rudolf Wolff Autor - 16.11.2004, 10:46
Wenn Herr Professor erzählt
Lesen muß Spaß machen. Dieser kommt aber bei Kurt Wölfels Schiller-Biographie etwas zu kurz. Dabei beginnt es recht vielversprechend, wenn Wölfel die Probleme eines Biographen ganz allgemein voranstellt. Soll man nun Schiller als Mensch ("der ein großer Dichter war") darstellen oder ihn definieren über seine Werke. Dieser Spagat ist dem Biographen nicht ganz gelungen. Bereits bei der Darstellung von Kindheit und Jugend werden Lücken erkennbar. Hier sollte man als Leser doch erwarten dürfen, dass das historische Umfeld großen Raum einnimmt. Weit gefehlt, der Autor hält sich vorwiegend an der Oberfläche auf. Herzog Carl Eugen wird trotz weniger kritischer Anmerkungen immer noch als Menschenfreund dargestellt, der 30jährige Krieg hatte offenbar keine negativen Auswirkungen auf das Leben der Menschen (das entspricht zwar irrigerweise den Vorstellungen Schillers, dennoch waren die negativen Belastungen dieses Krieges überall spürbar), und der Siebenjährige Krieg ist Kurt Wölfel allenfalls eine Randnotiz wert. Nein, so wird man Friedrich Schiller als Rebell und als Verfechter der Losung "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" nicht gerecht. Entsprechend knapp behandelt Wölfel Schillers Verhältnis zur Französischen Revolution, obwohl er (wie z. B. Klopstock und Pestalozzi) zum Ehrenbürger der Französischen Republik ernannt worden war. Die Ambivalenz, die Schiller selbst Kopfzerbrechen bereitete, ist nicht einmal ansatzweise zur Sprache gekommen. Mit größerer Akribie geht Wölfel hingegen an die (werkimmanente) Interpretation der großen Dramen und Trauerspiele heran. Bei diesen Ausführungen erkennt man den Professor für Neuere Deutsche Literatur, den profunden Kenner der Werke und Briefe Schillers. Mir sind jedoch diese Teile des Buches zu publikumsfern, zu professoral, halt eher für das Proseminar an einer deutschen Universität geschrieben als für ein lesendes Publikum, das vielleicht anlässlich des 200. Todestages im kommenden Jahr 2005 erst beginnt, sich mit Friedrich Schiller zu beschäftigen. Hätte ich dieses von Kurt Wölfel geprägte Schiller-Bild in meinen Jugendjahren gelesen, fühlte ich mich gering veranlasst, die Dramen Schillers von den "Räubern" bis hin zum "Wilhelm Tell" in die Hand zu nehmen und zu verschlingen.