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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1. Unterwegs zu Swann


€ 18,00
 
kartoniert
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Februar 2008

Beschreibung

Beschreibung

"Mit Unterwegs zu Swann beginnt Prousts monumentales Romanwerk. Wie ein Zauberwort läßt der Name »Swann« an Bilder, Szenen und Episoden denken, die zum literarischen Allgemeingut geworden und trotzdem neu zu entdecken sind: zu Beginn des Romans der Schlafende, Träumende, der sieh an frühere Zeilen erinnert; das Drama des Zubettgehens in Combray, die Madeleine; die Weißdornblüten und Seerosen, drei Kirchtürme im Abendlicht, ein Sonnen­strahl auf einem regennassen roten Ziegeldach; Swanns Liebe zu Odette, der kleine Kreis der Verdurins, Vinteuils Geigensonate; die Spiele mit Gilberte in den Anlagen der Champs-Élysées. Erinnerungen an Personen und Orte, Landschaftsbilder, Gedanken zum Lesen, zum Schreiben, über Kunst und Musik, Liebe und Eifersucht und nicht zuletzt brillante Gesellschaftssatire: All dies bildet ein literarisches Universum - Spiegel der Welt und der Literatur."

Portrait

Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 in Auteuil geboren und starb am 18. November 1922 in Paris. Sein siebenbändiges Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist zu einem Mythos der Moderne geworden.
Eine Asthmaerkrankung beeinträchtigte schon früh Prousts Gesundheit. Noch während des Studiums und einer kurzen Tätigkeit an der Bibliothek Mazarine widmete er sich seinen schriftstellerischen Arbeiten und einem - nur vermeintlich müßigen - Salonleben. Es erschienen Beiträge für Zeitschriften und die Übersetzungen zweier Bücher von John Ruskin. Nach dem Tod der über alles geliebten Mutter 1905, der ihn in eine tiefe Krise stürzte, machte Proust die Arbeit an seinem Roman zum einzigen Inhalt seiner Existenz. Sein hermetisch abgeschlossenes, mit Korkplatten ausgelegtes Arbeits- und Schlafzimmer ist legendär. In Swanns Welt, der erste Band von Prousts opus magnum, erschien 1913 auf Kosten des Autors im Verlag Grasset. Für den zweiten Band, Im Schatten junger Mädchenblüte, wurde Proust 1919 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Die letzten Bände der Suche nach der verlorenen Zeit wurden nach dem Tod des Autors von seinem Bruder herausgegeben.

EAN: 9783518456415
ISBN: 3518456415
Untertitel: Originaltitel: À la recherche du temps perdu. Du côté de chez Swann. 'suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe'. Neuauflage. Frankfurter Ausgabe.
Verlag: Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Seitenanzahl: 714 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Eva Rechel-Mertens
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Christina Wolf - 19.02.2013, 22:32
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Das Buch ist in 3 Abschnitte unterteilt, von welchen mir persönlich der erste und der letzte am besten gefielen. Der erste Abschnitt beschreibt die Kindheit und Jugend des Autors in einer ländlichen Gegend im Herzen Frankreichs. Ich persönliche bin nicht gerade frankophil, aber nach dem ich das erste Kapitel gelesen hatte, musste ich feststellen, dass sich in mir schon der Wunsch regte, einmal nach Frankreich zu fahren. Proust vermag es Orte, Menschen, deren Verhalten und Stimmungen zu beschreiben, wie ich es noch nie erlebt habe. Er nutze dazu die Schönheit und die Bildhaftigkeit der Sprache und man merkt, wie sehr wir unsere Sprache haben vernachlässigt und verkommen lassen. Allein die Beschreibung eines Spazierganges vermittelte mir das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Seine Art zu schreiben erinnerte mich etwas an Thomas Hardy, der ebenfalls die Gabe besitzt mit Worten zu zeichnen. Vor allem aber ist dieser Abschnitt eine Liebeserklärung an Frankreich, die mich überzeugt hat. Im zweiten Abschnitt wird die Liebe des Monsieur Swann zu Odette beschrieben. Es ist denke ich der Bekannteste Teil aus ¿Auf der Such nach der verlorenen Zeit¿, da es allgemein heißt, es wäre per se die Beschreibung der Liebe. Das mag auch sein, aber ich muss sagen, dass mich dieser Abschnitt teilweise aufgeregt hat. Ich hätte am liebsten Swann beim Kragen gepackt, ihn geschüttelt und gefragt, ob er denn noch bei Sinnen ist. Nichts desto Trotz, gibt es unglaublich viele Stellen, an welchen man seine eigenen Gedanken und sein eigenes Verhalten wieder findet, auch wenn dies dann kein gutes Licht auf einen selbst wirft. Teils tat mir Swann leid, aber zum größten Teil ärgerte ich mich nur über ihn und seinen mangelnden Stolz. Ich kann auch nicht sagen, dass ich in irgendeiner Weise Sympathie für auch nur einen der Protagonisten empfunden hätte, was der Qualität der Lektüre jedoch keinen Abbruch tat. Der dritte Abschnitt handelt wieder vom Autor selbst und seiner ersten Liebe im zarten Jugendalter. Das Mädchen, welches sein Herz berührt hat, ist keine andere als Swanns Tochter Gilberte. Es rührend von dieser noch ¿unschuldigen¿ Liebe zu lesen und auch hier kommen Erinnerungen aus dem eigenen Leben wieder an die Oberfläche. Dieses Buch ist voll von wunderschönen Bildern, Begebenheiten und Erlebnissen, welche eher alltäglich sind, aber ungewöhnlich einfühlsam und gleichzeitig stark beschrieben werden. Proust ein Autor für welchen man sich viel Zeit und Ruhe nehmen sollte. Er verdient es.
Polar - 18.02.2008, 09:59
Belle Époque
Nur wenige Leser schaffen es, die zehn Bände von Marcel Proust Meisterwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit wirklich zu lesen. Wer es bis zur Hälfte schafft, nimmt sich vor, die zweite Hälfte irgendwann in Angriff zu nehmen. So kommt es, dass der Band in Swanns Welt unser Bild von Marcel Proust prägt, weil der zumeist wirklich gelesen wird. In ihm wird die Kindheit des Helden, seine Familie, deren Freunde und Bekannte beschrieben. Proust überschüttet uns mit Landschaftsbeschreibungen und Details, als gebe es nur das Jetzt, kein Morgen mehr. Eine Oase, eine Idylle, die einen Korb von kindlichen Beobachtungen ausschüttet, und einem sofort einen behäbigeren Rhythmus beim Lesen als gewohnt auferlegt. Proust schafft es, einem nicht nur die Zeit nahe zu bringen, in der seine Geschichte spielt, es gelingt ihm auch, dem Leser die Frage nach der Zeit selbst zu stellen. Was haben wir verloren? Wie hektisch sind die Zeiten jetzt? Natürlich liest sich dies alles aus einer großbürgerlichen Sicht heraus. Zola hätte Proust Geschichte vollkommen anders dargestellt Trotzdem zieht sie einen in seine Sicht der verlorenen Dinge hinein, in der Umstürze sich höchstens in kleineren oder größeren Skandalen äußert. Es scheint am Vorabend jeden Krieges, Umbruchs so, als könne der eigenen Welt nicht Schlimmeres geschehen, als dass man sich für die falsche Garderobe entscheidet, als nicht kultiviert genug erscheint.