EBOOK

Houwelandt


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September 2004

Beschreibung

Beschreibung

"Ich kenne den Mann nicht", sagt Christian de Houwelandt, als er gebeten wird, die Rede zum achtzigsten Geburtstag seines Großvaters, des Familienoberhaupts zu verfassen.

Familiengeschichte als Generationengeschichte: John von Düffel erzählt in seinem neuen Roman mit dramatischer Raffinesse von den de Houwelandts - von vier bewegenden Gestalten aus drei Generationen.

Großvater Jorge, ein asketischer Gottsucher, sieht nach einem mit unerbittlichem Stolz gelebten Leben an der Seite seiner Frau Esther seinem achtzigsten Geburtstag entgegen. Den Familiensitz im Norden Deutschlands haben die beiden Houwelandts mit der spanischen Küste vertauscht - denn "was Jorge brauchte, war das Meer".

Das Elternhaus aus der Vorgründerzeit verwaltet der "Erstgeborene", sein Sohn Thomas, der am väterlichen Starrsinn zu zerbrechen droht. Dessen einziger Sohn Christian, "Erstgeborener des Erstgeborenen", hat den Großvater kaum je kennen gelernt und möchte allen familiären Verlegenheiten, Verlogenheiten und Verstrickungen aus dem Wege gehen.

Jorges Frau Esther plant, den großen Geburtstag des Patriarchen in Deutschland zu feiern, um die versprengte Familie noch einmal zusammenzubringen.

Je näher das Fest rückt, desto verzweifelter kämpfen die de Houwelandts um die eigene Wahrheit, um Recht und Unrecht in der Vergangenheit. Jorge und Esther, Thomas und Christian und ihre Frauen müssen dabei erfahren, dass ihre Wahrheit nur eine Version ist. Hinter den gegenseitigen Angriffen und Abgrenzungen der Generationen werden die gemeinsamen Muster und Wurzeln sichtbar, die sich dem Einzelnen entziehen - wie ein unentrinnbarer Rest von Schicksal.

John von Düffels "Houwelandt" erzählt in packender Prosa von der Suche einer Familie nach Klarheit und Wahrheit in Zeiten, in denen der Einzelne erst allmählich wieder lernt, was ein Generationen übergreifendes Leben bedeuten kann.

Jeder Schritt der Entstehung von John von Düffels Roman "Houwelandt" wird von einem Fernsehteam begleitet. Unter dem Titel "Houwelandt" führt die 3sat-Dokumentation den Weg eines Buches von den ersten Notizen bis zum Erscheinen vor Augen - die Arbeit am Text, die Stationen im Verlag bis hin zum Handel und zu den Lesern dieses außergewöhnlichen Romans.

Portrait

John von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren und wuchs in Irland, Southdakota und diversen kleineren deutschen Städten auf. Nach seinem Studium der Philosophie, Germanistik und Volkswirtschaft promovierte er 1989 in Erkenntnistheorie. Zunächst war er als Film- und Theaterkritiker sowie als Hörspielautor und Übersetzer tätig, später als Dramaturg in Stendal, Oldenburg, Basel und Bonn. Zurzeit ist er Dramaturg am Thalia Theater in Hamburg.
Zu seinem Werk:
Düffels Erzähldebüt "Vom Wasser" hat ein intensives und durchweg positives Presseecho gefunden. Jochen Hörisch rühmt in der "Neuen Zürcher Zeitung": "Vom Wasser erzählt von Düffel so rhythmisch, so alliterationsselig, so elementar, so flüssig und rauschhaft, dass die Grenze überschritten wird, die Sprache von Natur trennt. In den besten Passagen dieses Buches wird das flüssige Element nicht beschrieben, es lässt schreiben, und Erzählströme fließen." Wieland Freund setzt in "Focus" noch eins drauf: "Tatsächlich ist John von Düffel nicht allein ein begnadeter Stilist und großartiger Beobachter, er ist vor allem auch ein richtiger Erzähler. ,Geschichten', sagt er, ,sind das einzige, was die Leute interessiert.' und fügt hinzu: ,Wenn jemand eine Geschichte zu erzählen hat, dann hört man ihm zu.'"Bereits im Sommer 1998 wurde ihm beim Ingeborg-Bachmann-Wettberb in Klagenfurt für das Kapitel "Fliegenfischen" der Ernst-Willner-Preis zuerkannt. Die "aspekte"-Redaktion des ZDF fand, dass "der Roman seine Leser mit turbulenten Variationen des literarischen Wassermotivs in einen beispiellosen Sog zieht." und vergab im Herbst 1998 den "Aspekte - Literaturpreis" an John von Düffel. Es folgte der in Hamburg verliehene, nach der Unternehmergattin Mara Cassens benannte Literaturpreis sowie der Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung.
Auch in seinem zweiten Roman erweist sich John von Düffel als origineller Erfinder von Erzähl- und Handlungszusammenhängen. Dem Versuch jedenfalls, den überwältigenden Erfolg des Erstlings mit einem zweiten Aufguss zu erneuern, hat er gründlich widerstanden. Für Wilfried F. Schoeller ("Der Tagesspiegel") setzt der Roman "zwei Kopfmonologe über Beziehungsverluste und Verstörungen gegeneinander und entwickelt sie mit solcher Konsequenz, dass daraus ein Bild klinischer Beschädigung entsteht". Claudia Ihlefeld ("Heilbronner Stimme") rühmt "Düffels Einblicke in die Innenwelten seiner traurigen Helden" als "seismographisch dichte Porträts - als ob man direkt dabei stünde". Was für sie "die Faszination dieser sympathisch-traurigen Nabelschau ausmacht: Ein Schattenboxen ohne Sieger und Verlierer, dafür mit ausreichend Projektionsfläche für die eigenen Erfahrungen. "Das Thema "Identität" lässt von Düffel auch in seinem dritten Roman "Ego" nicht los. Im Mittelpunkt steht der Unternehmensberater Philipp, der nicht nur einen schicken, im Trend liegenden Beruf hat, sondern sich und sein Leben auch in diese Richtung zu stilisieren versucht: Jeden Morgen misst er vor dem Spiegel seine Bauchnabeltiefe, jeden Abend modelliert er im Fitness-Studio seinen Muskelpanzer.
"Von Düffel erzeugt einen faszinierenden Sog einer Sprache im Ich-Rausch. Die am besten trainierte Körperregion des Erzählers ist das Sprachzentrum. Ego gehört zum seltenen Genre einer rundum gelungenen Gesellschafts-Komödie." (Frankfurter Rundschau)


Pressestimmen

"Düffel gelingt es in seinem ebenso klugen wie packende Roman, das Schweigen hörbar zu machen - mit einer präzisen, rhythmischen und anschaulichen Sprache." DER SPIEGEL "Vielleicht kann man nach der Lektüre dieses glänzend geschriebenen Buchs das nächste Familientreffen mit anderen Augen betrachten." DIE ZEIT "Zielsicher und subtil führt John von Düffel seine Akteure auf das Chaos zu. Und reißt am Ende jeden mit sich." BRIGITTE "John von Düffel ist ein begeisterter Schwimmer und Läufer und kann wie niemand sonst Bewegung in Sprache umsetzten ((...) ein sehr stilles Buch - und manchmal sehr spannend. FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND "Unter den Gegenwartsschriftstellern ist John von Düffel ein Amphibienwesen, dessen eigentliches Element das Wasser ist. Der Autor weiß von den unterschiedlichen Färbungen des Meeres in der Tiefe, er kennt ihren Geschmack, ihren Geruch, ihre Geräusche. Weil das Meer nie losgelöst vom Schwimmen beschrieben wird, läuft die Art und Weise, wie Düffel es beschreibt, selten Gefahr Klischeehaft zu sein." BERLINER ZEITUNG "Wasser, das Element, dem sich John von Düffel im wahrsten Sinne verschrieben hat." FAZ "Von Düffels Roman ist witzig, scharfsinnig, raffiniert; eine Spielwiese, auf der er herrliche Versuche mit dem angeschlagenen Subjekt des modernen Mannes anstellt." NZZ "Mit Hilfe seines sprach gewandten Ich-Erzählers lotet Düffel sehr amüsant die groteske Psyche eines Turbo-Egoisten im Wellness-, Kontroll - und Karrierewahn aus (...) er erzeugt den faszinierenden Sog einer Sprache im Ich-Rausch." FRANKFURTER RUNDSCHAU "Ein sehr gut gemachter und intelligenter deutscher Unterhaltungsroman!" DER STANDARD
EAN: 9783832178826
ISBN: 3832178821
Untertitel: Roman.
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH
Erscheinungsdatum: September 2004
Seitenanzahl: 316 Seiten
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

H.S. - 16.02.2013, 18:33
Familienroman - weit entfernt von Thomas Mann...
Houwelandt (John von Düffel) dieser Familienroman gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsbüchern. Ich nehme es immer wieder gern zur Hand um hineinzulesen und mich von der Aussagekraft des Schriftstellers verzaubern zu lassen. Fast poetisch die Art, wie Jorge, der Patriarch der Familie, seine Liebe zum Meer zum Ausdruck bringt. Esther, die starke Frau an seiner Seite versucht, die in alle Winde zerstreute Familie am 80. Geburtstag von Jorge endlich wieder für eine Tag zu vereinen. Thomas, der einzige Sohn von Jorge und Esther, ist der Verlierer in der Familie. Was er beginnt, geht garantiert daneben. Sowohl beruflich als auch privat leidet er unter dem Starrsinn seines Vaters. Die Ehe ging in die Brüche und sein einziger Sohn Christian, bezeichnet den Vater als Weichei. Der Familiensitz in Norddeutschland soll für die Geburtstagsfeier renoviert werden, was für Thomas eine fast nicht zu bewältigende Herausforderung bedeutet. Je näher das Fest rückt, umso mehr werden sämtliche Familienmitglieder mit der Vergangenheit konfrontiert. Trotz aller Verletzungen und Verstrickungen findet dieses Buch ein versöhnliches Ende.